Mülldeponie Meer: Greenpeace auf Infotour

Beluga II

Nur weil wir ihn nicht sehen, heißt das nicht, dass er nicht da ist: 150 Millionen Tonnen Plastikmüll schwimmen in unseren Meeren – eine unvorstellbar große Menge. Greenpeace-Aktivisten haben mit ihrem Schiff Beluga II im Dortmunder Hafen angelegt und einfache Mittel aufgezeigt, mit denen jeder Meeresschutz betreiben kann.

Wer hätte gedacht, dass der Spontaneinkauf mit Plastiktüte oder der Coffee to go im Plastikbecher so viel Unheil anrichten? Produkte aus Plastik sind aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken, verursachen aber vor allem viel Müll. Der sieht nicht nur hässlich aus, sondern ist auch gefährlich für die Umwelt. Zum einen, weil Kunststofffe viele Chemikalien enthalten, und zum anderen, weil sie Jahrhunderte brauchen, um sich zu zersetzen.

Um Menschen dieses Problem vor Augen zu führen und ihnen Lösungen aufzuzeigen, sind Greenpeace-Aktivisten momentan mit ihrem Schiff Beluga II in deutschen Gewässern unterwegs. Ihre Tour lässt sich auf Facebook und Twitter verfolgen. Von April bis Ende Juni steuert das Schiff unter dem Motto „Welle machen für den Meeresschutz“ 15 verschiedene Städte an. Bei Führungen über das Schiff erklären Greenpeace-Mitglieder den Besuchern, wie schädlich der anfallende Plastikmüll für das Meer ist.

Müllstrudel in der Größe Mitteleuropas

Müllrochen

Im Bauch der Beluga II sind Meerestiere aus Ölkanistern, Netzen, Shampooflaschen und anderem Plastikmüll ausgestellt.

Denn häufig gelangt Plastikmüll in den Ozean, der so zur Mülldeponie verkommt. Geschätzt 150 Millionen Tonnen Kunststoffabfall sollen es sein – und jedes Jahr kommt tonnenweise neuer Müll hinzu. „Durch Strömungen sammelt sich der Abfall an bestimmten Orten im Meer“, erklärt Helena Post von Greenpeace, die einige Führungen durch das Schiff leitet. Im Nordpazifik sei so mittlerweile ein Müllstrudel entstanden, der die Größe Mitteleuropas habe. „Besonders für die Meerestiere ist der Kunststoff gefährlich“, führt sie fort. „Oft verfangen oder verletzen sich die Tiere daran oder fressen ihn, können ihn nicht verdauen und sterben an den Folgen.“

Eine Ausstellung in der Beluga soll ihren Besuchern genau das vor Augen führen: Aus Plastikmüll, den Greenpeace-Aktivisten an der Nordseeküste gesammelt haben, hat die Künstlerin Antje Truelsen eindrucksvolle Skulpturen von Meerestieren geschaffen.

Mikroplastik in Kosmetik

Im Meer zersetzt sich der Kunststoff langsam zu sogenanntem Mikroplastik, also Teilchen, die kleiner als fünf Millimeter sind. Die nehmen Meerestiere zu sich, sodass der giftige Kunststoff schlussendlich auch auf unserem Teller landet. Doch auch Kosmetikartikel wie Zahnpasta, Duschgel oder Peelings enthalten künstlich hergestellte Mikroplastik-Partikel, die durch den Abfluss in unser Wasser gelangen. „Deshalb ist es wichtig, bei den Produkten, die man verwendet, die Augen offen zu halten“, erklärt Maike Suhr von Greenpeace.

Tipps: Plastik vermeiden

1. Mit Stoffbeutel oder Korb einkaufen gehen, anstatt zur Plastik- oder Papiertüte zu greifen.

2. Auf Coffee to go mit Plastikdeckel verzichten und stattdessen Thermobecher mitnehmen – die sind ohnehin praktischer als Einweg-Becher.

3. Gleiches gilt für Saft und Wasser: Wiederverwendbare Trinkflaschen statt Plastikflaschen verwenden.

4. Unverpacktes Obst und Gemüse kaufen – und das dann nicht in dünne Plastikbeutel verpacken.

5. Kosmetikartikel mit Mikroplastik als Inhaltsstoff vermeiden. Dabei hilft die Smartphone-App Beat the Microbead weiter.

6. Müll trennen, damit das Plastik wiederverwendet werden kann, und nicht neu hergestellt werden muss.

7. Bei Aufräumaktionen an Fluss- oder Meeresufern mitmachen, damit der Plastikmüll nicht im Wasser landet.

„Ist man sich erst einmal darüber bewusst, wie viel Plastik man eigentlich verwendet, ist es gar nicht so schwierig, seinen Konsum einzuschränken“, findet Suhr. Lena Engelmann von Greenpeace ergänzt: „Es gibt so vielfältige Möglichkeiten, auf Konsumplastik zu verzichten. Am einfachsten ist es, sich Schritt für Schritt umzustellen, und nicht alles auf einmal anzugehen.“

Beitragsbilder: Sarah Puczewski