Frau mit „Jesus rettet“-Schild gestorben

Die Frau, die jahrzehntelang das Bild der Dortmunder Innenstadt prägte, ist tot. Mit ihrem „Jesus rettet“-Schild war Maria Schmidt eine festen Institution auf dem Westenhellweg.

Wie DerWesten.de berichtet, ist die streng gläubige Christin am Montag, 18. April im Alter von 81 Jahren gestorben. Die ehemalige Lehrerin für Religion, Deutsch und Kunsterziehung stand täglich in der Fußgängerzone um mit Passanten über Jesus und das Leben zu sprechen.

In den letzten Jahren hatte Maria Schmidt in der Dortmunder Nordstadt gewohnt. Für sie wurden sogar Fanclubs in sozialen Netzwerken wie Facebook und „Wer kennt wen“ gegründet.

3 Comments

  • Sie war wirklich für Jesus unterwegs. Aber ich kann sagen, dass Jesus auch mit ihr unterwegs war. Sie hat mir vor über 20 Jahren aus einer Lebenskrise geholfen. Die Geschichte ist schon lange her, aber ich habe sie trotzdem aufgeschrieben, weil ich ihr bis heute dafür dankbar bin.

    Ich war damals mitten in einer Phase, die man wohl Adoleszentenkrise nennt, in der ich mein ganzes Leben und meinen Glauben in Frage gestellt habe. Ich konnte mir einfach nicht vorstellen, dass es einen liebenden und fürsorglichen Gott gibt, der aktiv in das Leben von Menschen eingreifen kann. Im Frühjahr 1994 hatte ich mir deswegen ein Ultimatum gesetzt und wollte nach einem Jahr Bilanz ziehen, ob das, was ich in der Kindheit und Jugend geglaubt habe, überhaupt Sinn machte, oder ob ich nicht konsequenter Weise Atheist werden müsste. Das Datum für das Ultimatum hatte ich mir groß auf ein DIN A4 Blatt geschrieben und an die Wand über meinem Schreibtisch gehängt, damit ich es nicht vergaß.

    Ich hatte mich im Jahr zuvor für ein Jugendprojekt vom CVJM beworben und musste im Sommer 1994 für zwei Wochen auf die CVJM-Hochschule nach Kassel, wo die Vorbereitungen für dieses Projekt stattfanden. Da hatte ich überhaupt keine Lust drauf. Privat ging es mir nämlich ziemlich schlecht. Kurz vorher hatte ich mein Abitur halb in den Sand gesetzt und dann war da auch noch die Trennung von meiner Freundin, die mich belastete – eine klassische Adoleszentenkrise halt. Während die anderen Projektmitarbeiter sich abends zum Feiern getroffen haben, wollte ich meine Ruhe und habe mich oft auf mein Zimmer zurückgezogen.

    Das einzig gute war, dass die CVJM-Hochschule eine Bibliothek hatte, die wir betreten durften. Da fiel mir unter den tausenden von Büchern ein Buch mit dem Titel „Schuf Gott durch Evolution“ von Werner Gitt auf. Das nahm ich mit aufs Zimmer und fing an, darin zu lesen. Es schien mir, als ob Professor Gitt sich darin mit ähnlichen Fragen beschäftigte, wie ich, nur zu ganz anderen Schlussfolgerungen kam. Leider fehlte mir die Zeit, mich näher damit zu beschäftigen, geschweige denn, es ganz zu lesen, so dass ich es am Ende wieder ins Regal zurückstellte als wir aus Kassel abreisten. Ich weiß noch, wie ich gedacht habe: „Das musst Du Dir unbedingt kaufen, wenn Du wieder zu Hause bist.“ Habe ich aber nicht. Ich hab’s einfach nicht hinbekommen, in die nächste Buchhandlung zu gehen und es zu bestellen. Ich glaube, weil ich den Namen des Autors vergessen hatte. Amazon und die sonstigen Errungenschaften der modernen Informationstechnologie, die einem Bücher frei Haus liefern oder innerhalb von Sekunden auf’s Tablet streamen, gab’s damals noch nicht. Das war die Zeit, als man noch auf „wichtig“ tun konnte, wenn man ein Handy hatte (das dann in der Regel von Nokia oder Siemens war).

    Im Spätherbst des gleichen Jahres war ich nochmal wegen einer ganz anderen Veranstaltung in Kassel, wieder in der CVJM-Hochschule. Den Zettel mit dem Ultimatum über meinem Schreibtisch hatte ich inzwischen abgenommen und in eine der Schubladen gelegt. Nicht, weil die Krise beendet gewesen wäre, sondern weil ich keine Lust hatte, mit Besuchern über den Sinn des Lebens zu philosophieren. Wenn man ein Datum aus der Zukunft mit Gott in Verbindung bringt, gerät man schnell in Verdacht, einer Sekte anzugehören, die den Weltuntergang oder ähnliches predigt… Meine Krise war zu diesem Zeitpunkt nicht wirklich bewältigt.

    Ich hatte aber vor, in der Bibliothek der CVJM-Hochschule noch mal nach dem Buch zu schauen, um mir den Autor und den Titel aufzuschreiben. Am Nachmittag war laut Zeitplan der Veranstaltung eine längere Pause, in der ich nach dem Buch schauen wollte. Leider fand das Treffen in der angegliederten CVJM-Herberge statt und die Hochschule samt Bibliothek war am Wochenende geschlossen. Ich habe mich deswegen zwei weiteren Teilnehmern angeschlossen, die die freie Zeit nutzen wollten, um ein wenig die Innenstadt von Kassel anzuschauen.

    Ich weiß noch, dass es ein schöner heller Wintertag mit einem klaren, wolkenfreien Himmel war, der aber auch sehr kalt war. Ich hatte meinen Schal eng gebunden und meinen Mantel bis oben zugeknöpft, um nicht zu frieren. Dennoch waren unzählige Menschen in der Innenstadt unterwegs. Als wir den Königsplatz betraten konnte man über die ganze Menschenmenge hinwegschauen. Da ragte da plötzlich mitten aus der Menge, dieses riesige blaue Schild heraus: „JESUS rettet!“ Man konnte nur das Schild erkennen, nicht den Träger, so voll war es. Wir haben Witze gerissen: „Das muss doch irgend so ein Freak sein, der bei dieser Kälte mit so einem Schild herumläuft.“ Doch das wollten wir uns näher anschauen und sind dem Schild gefolgt. Nach einiger Zeit, irgendwo vor einem Kleidungsgeschäft hatten wir sie schließlich eingeholt und waren überrascht, dass es eine ältere Frau mit schneeweißen Haaren war, die sich trotz der Kälte die Mühe machte, die ganze Zeit dieses Schild hochzuhalten (sie muss damals knapp über 60 gewesen sein).

    Ich bin als erster auf sie zugegangen und habe sie angesprochen: „Hallo! Warum tragen sie dieses Schild mit sich rum?“

    „Damit sie wissen, dass Gott sie liebt“, sagte sie, und es wirkte so, als ob ihr diese Frage nicht zum ersten Mal gestellt worden war.

    „Das weiß ich doch“, sagte ich etwas barsch, „ich bin nämlich auch Christ.“ Dass das eine glatte Lüge war und ich eigentlich gar nichts von der Liebe Gottes wusste, im Gegenteil, sogar von quälenden Zweifeln geplagt war, ob es überhaupt einen Gott gäbe, habe ich ihr nicht erzählt. Schließlich war sie doch der Freak und hatte das Problem, nicht ich – jedenfalls dachte ich das in diesem Moment.

    „Das freut mich“, sagte sie, „dann wissen sie hoffentlich auch, dass Jesus für sie am Kreuz gestorben ist, damit sie gerettet werden…“ Ehe ich mich versah, war ich in ein Gespräch verwickelt, dessen Inhalt ich leider nicht mehr genau erinnern kann. Ich weiß nur noch, dass sie mich irgendwann nach meinen Interessen fragte und ich ihr antwortete, dass ich mich für Naturwissenschaften interessierte. Da war sie plötzlich richtig begeistert: „Wissen sie was – da gibt es ein ganz tolles Buch von Professor Gitt. Das heißt ‚Schuf Gott durch Evolution‘. Kennen Sie das?“

    Ich erzählte ihr davon, dass ich angefangen hatte darin zu lesen, es aber bisher nicht fertig gebracht hatte, mir das Buch zu bestellen. Da strahlte sie mich mit einem unglaublich herzlichen Lächeln an und schlug vor: „Ich schenke es ihnen. Ich habe es leider nicht dabei, aber wenn sie mir ihre Anschrift geben und versprechen, es wirklich zu lesen, schicke ich es ihnen zu. Aber sie müssen mir versprechen, es zu lesen!“

    Nichts leichter als das. Sie notierte sich meine Adresse und ich verabschiedete mich von ihr. Ich war so vertieft in das Gespräch gewesen, dass ich gar nicht mitbekommen hatte, dass die beiden anderen längst gegangen waren. Ich hab sie kurz darauf im Bekleidungsgeschäft entdeckt.

    Und wirklich, nach zwei Wochen, hatte ich ein Paket im Briefkasten, in dem sich das Buch, sowie zwei weitere Bücher und zahlreiche Faltblätter (Traktate) befanden. Absender war eine Frau Maria Schmidt aus Leipzig. Das war unglaublich. Ich habe mein Versprechen eingelöst und das Buch sofort gelesen. Danach begriff ich, dass meine atheistischen Überlegungen schlicht auf falschen Annahmen basierten. Irgendwann las ich auch wieder in der Bibel. Nahezu täglich, manchmal für Stunden. Hierzu hatte ich es mir gemütlich eingerichtet. Ein kleines Stövchen, um den Tee warm zu halten, ein fester Platz für die Bibel auf meinem sonst überfüllten Schreibtisch und ein kleines Kreuz aus Papier, das aber so leicht war, dass es immer wieder hinter den Schreibtisch fiel, so dass ich es irgendwann mit einer Reißzwecke an der Wand befestigte. Die Krise schien bewältigt.

    Viele Monate später, ich suchte grade irgendein Dokument in meinem Schreibtisch, passierte etwas, das ich für immer in Erinnerung behalten werde. Als ich in einer der Schubladen kramte, entdeckte ich ziemlich weit unten den alten Zettel mit dem Ultimatum. Das war längst abgelaufen und ich hatte es bereits vergessen, genauso wie die Zweifel, die mich einst geplagt hatten. Aber als ich dann aufblickte und sah, dass dort, wo einst das Ultimatum an der Wand klebte, nun das Papierkreuz als Symbol für den gekreuzigten Christus hing, fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Das war ein Gefühl, das ich nur schwer beschreiben kann. Ein unglaublich schönes, warmes Gefühl von Liebe und Geborgenheit. Es war so, als ob Gott selbst das Ultimatum des atheistischen Zweiflers durch seine Botschaft vom gekreuzigten und auferstandenen Jesus Christus ersetzt hatte, und mir dadurch sagte, dass er mich nicht vergessen, sondern mir aus meinen Zweifeln herausgeholfen hat.

    „JESUS rettet!“ So lautete die Botschaft von Maria Schmidt. Es war für mich nicht mehr nur irgendeine philosophische oder theologische Überlegung – nein, ich habe erfahren, dass das, was auf ihrem Schild stand, eine wunderbare Wahrheit ist. Der auferstandene Christus greift auch heute noch in das Leben ein. Er hat nicht nur alle, die an ihn glauben, vor 2000 Jahren durch seinen Tod am Kreuz gerettet, sondern rettet auch in der Gegenwart. Das ist die Botschaft, die Maria Schmidt in die Straßen von Kassel, Dortmund, Leipzig, Köln und sonst wo getragen hat. Ich bin ihr aus tiefstem Herzen dankbar dafür und bin fest davon überzeugt, dass sie nicht irgendein hoffnungsloser Freak war, sondern eine Frau Gottes, die voller Hoffnung war, dass Gott seinen Sohn nicht in die Welt gesandt hat, dass er die Welt richte, sondern dass die Welt durch ihn gerettet werde.

  • Kevin Merkel sagt:

    Ich bin zu tifst Betrübt Kante sie Persönlich Eine herzens gute Frau und eine Liebe und Nette Hilfsbereite Dame.
    Sie war immer Da wenn ich Hilfe Brauchte musste Nur zu Ihr Gehn.
    Ich werde Immer an sie denken Wen Ich die Leute Sehe Und Ich werde Immer daran Denken das Wir so Jemanden Verloren Haben.
    Ich trauere um sie.
    Rest in Peace und Alles gute da Oben.

  • hoffmann sagt:

    Der Stadtanzeiger in Dortmund hat doch mal ein Interview gemacht mit ihr. Seit 15 Jahren lebte die in der Stadt und missionierte. Wahnsinn. Manche haben über sie gelacht, dabei war sie immer freundlich. Sie stand auch nicht auf einer Kiste und brüllte rum wie manch andere. Einfach nur das Schild tragen und die kleinen Zettel verteilen.
    Irgendwie wird die Fußgängerzone nicht mehr so sein wie früher.

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