Der mit Ernährung entertaint

Er war ein Cola-Junkie. Seine Lieblingssnacks waren Snickers-Brötchen. Und kalte Nudeln futterte er leidenschaftlich gern. Nein, gesund hat sich Patric in seiner Jugend nicht ernährt. Weil er deshalb oft krank wurde, fasste er einen Entschluss: Er musste etwas ändern. Und so begann Patric Heizmann sich für Ernährung, Fitness und Gesundheit zu interessieren.

Snickers-Brötchen gehörten früher zu Patrics Lieblingssnacks. Foto: Jonas Fehling; Teaserfoto: Udo Bojahr

Snickers-Brötchen gehörten in Patrics Jugend zu seinen Lieblingssnacks. Foto: Jonas Fehling; Teaserfoto: Udo Bojahr

Heute ist er Diplom-Sportmanager, Fitnesslehrer, Kochbuchautor. Und Ernährungsentertainer – denn Patric bringt seine Methode auch noch auf die Bühne.

pflichtlektüre: Hallo Patric. Eins vorab: Ich will unseren Lesern nicht zumuten ein Interview über die dreihundertdreiunddreißigste Diät zu lesen. Kannst du mehr bieten als Kohlsuppe, Kalorienzählen auf Nachkommastelle und ein Punktekonto bei der Ernährungssünderkartei  Weight Watchers?

Patric Heizmann: Ich bin der Kalorien-Exorzist. Manchen Menschen gibt Kalorienzählen aber eine Art Leitplanke. Um kennenzulernen welchen Energiegehalt die Produkte haben, ist das eine Zeit lang okay. Punktezählen gibt es in meinem Programm genau so wenig. Kohlsuppe schon gar nicht. Die schmeckt wie ganz unten am Laternenpfahl an der Hundewiese. Ganz unten. Essen muss schmecken. Das ist die wichtigste Grundvoraussetzung, wenn man langfristig seine Ernährung ändern möchte.

Der beste Freund von Nasch-Demenz und Zwischendurchfuttern: Der innere Schweinehund. Foto: Udo Bojahr

Der beste Freund der Nasch-Demenz: Der innere Schweinehund. Foto: Udo Bojahr

Gut, nehmen wir an das Essen schmeckt. Gesund ist es dann noch lange nicht. Und wenn es schmeckt, kommt doch erst Recht Einiges zusammen, oder?

Ganz viele Menschen leiden unter der Nasch-Demenz. Das ist dieses ständige Zwischendurchfuttern ohne bewusst zu genießen und wahrzunehmen. Hier mal einen Keks, dort mal einen Schluck Cola, da mal zwei Löffel Zucker in den Kaffee. Dann gibt es hier mal ein kleines Brot und dort mal irgendein Gericht. So hat der Körper keine Chance mal Energie aus den Fettspeichern rauszunehmen. Er bekommt ja ständig neue Energie nachgeschoben.

Was können wir denn tun, wenn wir anfangen wollen unsere Ernährung zu verbessern?

Einfach mal vier Tage lang aufschreiben, was alles in die Futterluke wandert – ohne die Kalorien zu zählen. Oder mit dem Handy ein Foto davon schießen. Wenn dann der Speicher nach zwei Tagen voll ist, dann weiß man auf jeden Fall wo die Naschplauze herkommt.

Patric ist auch als Buchautor aktiv.

Patric ist auch als Buchautor aktiv.

Du hast bereits von deinem Programm gesprochen. Dazu hast du mehrere Bücher geschrieben, unter anderem drei Kochbücher. Aber Programm bedeutet bei dir ja nicht nur Ernährungsplan. Du nennst dich „Ernährungsentertainer“. Was steckt dahinter?

Ich packe wissenschaftliche Werte und recherchierte Fakten in eine leicht verdauliche Bildsprache. Ich arbeite viel mit Metaphern, weil die sich gut im Unterbewusstsein verankern. Dann verpacke ich das Ganze in viel Witz und Comedyelemente. Das, was ich erzähle, ist gewichtig, aber es macht leicht. Eine Comedyshow mit Nährwert.

Und so merken sich die Besucher der Show die Ernährungsfakten? Welche Rückmeldungen bekommst du so?

Auf meiner Facebook-Seite gibt es immer wieder Kommentare. Da geht’s von zwei Kilo weniger bis zum bisherigen Rekordhalter. Der hat mit meiner Methode 90 Kilogramm abgenommen und lebt jetzt ein völlig neues Leben. Es geht mir bei meiner Methode aber gar nicht zwangsläufig darum weniger Gewicht auf der Waage zu haben. Das ist nur ein netter Nebeneffekt. Mir geht es darum, dass man sich voller Energie und fit fühlt. Nichts schmeckt so gut wie sich ein gesunder Körper anfühlt.

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