Anklage gegen Apotheker wegen gestreckter Medikamente

Die Staatsanwaltschaft Essen hat Anklage gegen den Apotheker Peter S. erhoben. Dieser war vergangenen November verhaftet worden, da er Krebs-Medikamente gestreckt haben soll. Nun haben die Staatsanwälte den entstandenen Schaden beziffert.

Peter S. soll in 61.980 Fällen krebskranke Patienten mit gestreckten und verdreckten Medikamenten beliefert haben. Die Staatsanwaltschaft Essen hat Anklage gegen den Apotheker wegen Betrugs und Verstoßes gegen das Arzneimittelgesetz erhoben. Sie geht von einem entstandenen Schaden von 56 Millionen Euro aus.

35 gepanschte Medikamente stehen auf der Anklageschrift, die S. mit weniger Wirkstoff hergestellt haben soll als verordnet. Das sollen die bei der Verhaftung im November sichergestellten Etiketten in der Bottroper Apotheke beweisen. Der finanzielle Schaden entstand, weil der Angeschuldigte beim Wirkstoff sparte, die rund 50.000 Arzneirezepte aber in voller Höhe über die gesetzlichen Krankenkassen abgerechnet haben soll.

Laut der Oberstaatsanwältin haben neben der Hauptklage der Staatsanwaltschaft auch viele Angehörige der geschädigten Patienten wegen Tötung und Körperverletzung geklagt. Die Staatsanwaltschaft hat angekündigt, sie als Nebenkläger im Verfahren einzubinden.

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