Bochumer entwickeln leisen Asphalt

Ingenieure aus Bochum haben einen verbesserten Asphalt für Innenstädte entwickelt. Für Anwohner hört sich dasselbe Verkehrsaufkommen um ein Viertel leiser an, wie das Uni-Magazin RUBIN berichtet. Er ist nicht viel teurer als gewöhnlicher Asphalt, hat aber entscheidende Vorteile.  Bei normalem Asphalt ist das Geräusch der Reifen ab 40 Stundenkilometern lauter als der Motor – das kommt vor allem von der Eigenschwingung der Reifen und dem Geräusch, das die zwischen Reifenprofil und Straße eingeschlossene Luft beim Entweichen erzeugt.

Für Autobahnen gibt es bereits einen speziellen Asphalt. OPA, der offenporige Asphalt, nimmt die Luft aus dem Reifenprofil auf, jedoch auch Schmutz und Regen. Zudem ist er anfällig für die Belastungen beim Bremsen und Anfahren. Für die Innenstädte ist er auch deswegen nicht geeignet, weil man aufwändige Konstruktionen bräuchte, die das Wasser aufnehmen, das in die Poren läuft – die Oberfläche sieht vergrößert aus wie eine Berg- und Tallandschaft. Die Lebensdauer dieser Asphaltsorte beträgt höchstens zehn Jahre. Der neue Straßenbelag nennt sich LOA, lärmoptimierte Aspahltdeckenschicht. Dieser hat eine feine Körnung und einen Kunststoffzusatz, wodurch eine Oberfläche mit kleinen, verzweigten Poren entsteht. Die sind so fein, dass sie zwar die Luft aus den Reifenprofilen aufnehmen, nicht aber das Regenwasser oder Schmutz. Das zischende Geräusch beim Entweichen fällt weg. Die Oberfläche des LOA ist mikroskopisch wie eine Ebene mit kleinen Rinnen strukturiert, nicht so zackig und tief wie der OPA. Das vermindert zusätzlich die Eigenschwingung der Reifen.

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