Interview mit der Mittelalterband „Saltatio Mortis“

Samoel (l.) und Luzi (r.) von „Saltatio Mortis“ nehmen sich gern Zeit für ihre Fans. Foto: Kir.

Samoel (l.) und Luzi (r.) von "Saltatio Mortis" nehmen sich gern Zeit für ihre Fans. Foto: Kirsten Hein

pflichtlektüre traf sich zum Interview mit E-Gitarrist „Herr Dr. B. Samoel“ und Dudelsackspieler „Luzi das L“ von der Mittelalter-Rockband Saltatio Mortis. Der Bandname bedeutet übersetzt „Totentanz“. „Saltatio Mortis“ wurden im Jahr 2000 von Alea, Lasterbalk, Falk und vier anderen gegründet und sind mittlerweile ein fester Bestandteil der oberen Klasse der Mittelalter-Musikszene. Seit der Gründung sind Mitglieder gekommen und gegangen. Auch musikalisch erfindet sich die Band ständig neu. Die Band verzeichnet bisher acht Studio- und drei Konzertalben. Die bekannteste Single „Falsche Freunde“ kam 2003 raus.

pflichtlektüre: Was ist besonders am „Spectaculum“ in Dortmund?

Salome: Der marode Baumbestand! Nein, Spaß. Das Gelände ist einfach total schön, es ist weitläufig, flach und schattig.
Luzi: Und die Bühne steht nicht auf der Sonne! Äh, anders rum. Wir spielen supergern in Dortmund, wir waren letztens zum Beispiel auch in Gelsenkirchen (lacht).  Oh, hätt‘ ich das jetzt vielleicht besser nicht sagen dürfen? Nein – generell ist die Stimmung im Ruhrpott einfach toll, und das direkt zu Eröffnung.

Was macht ihr hier anders als in anderen Städten?

Luzi: Die Geschichten um unsere Stücke herum ergeben sich immer völlig anders. Unser ganzes Setting, unsere Ansagen, die „Jingles“ variieren von Auftritt zu Auftritt. Wir haben kein festes Programm, das wir abspulen. Das kommt immer spontan und von Herzen.
Salome: Und auch, wenn wir mehrmals am Tag irgendwo spielen, wir spielen doch nicht immer das Gleiche. Mal spielen wir das eine Lied, mal das andere. Wir haben genügend zur Auswahl (lacht).

Habt ihr hier schon einmal etwas außergewöhnlich Interessantes erlebt?

Salome: Wir haben heute schon auf mehreren Brüsten unterschrieben. Und immer mal wieder fliegt weibliche Unterwäsche zu uns hoch auf die Bühne.
Luzi: Letztens bei einem Konzert in Köln ist uns die Technik abgesoffen. Der Regen war einfach zu stark. Aber das ist das Tolle an unserer Musikrichtung: Selbst wenn der ganze Markt absäuft müssen wir das Konzert trotzdem nicht absagen. Also haben wir unsere E-Gitarren eingepackt und die Dudelsäcke und Trommeln ausgepackt. Dann spielen wir halt alles akustisch. Mittelalter braucht keinen Strom.

Wie lange reist ihr schon mit dem Festival durch Deutschland?

Luzi: Ich bin jetzt seit eineinhalb Jahren in der Band, seitdem reise ich auch mit dem MPS herum. Ich erinnere mich, dass ich mir 2002 selbst noch ein Autogramm der Band in der alten Besetzung geholt habe und ganz aufgeregt war. Saltatio reisen aber insgesamt seit über 10 Jahren mit dem Festival.
Salome: Wir entwickeln uns aber ständig weiter, konzentrieren uns im Moment mehr auf die Rock-Einflüsse und spielen von vielem die Akustik-Versionen.

Was macht eure Fans aus?

Salome: Na, die sind genauso bekloppt wie wir! (lacht herzlich) Also… im ganz positiven Sinne! Und sie sind uns sehr sehr treu.
Luzi: Bei unserer Zita-Rock-Verlosung hatten ein paar Mädels aus Karlsruhe gewonnen. Sie haben sich so sehr gefreut, beim Preisausschreiben gewonnen zu haben, dass sie doch glatt ganz spontan bis nach Berlin geflogen sind, um uns persönlich Danke zu sagen!

Was gefällt euch besser am Spectaculum als an anderen Mittelalterfesten?

Salome: Das Tolle am Spectaculum ist: Man kann eigentlich machen, was man will. Sowohl auf der Bühne als auch davor.
Luzi: Mein guter Vorsatz von gestern, heute mal keinen Alkohol zu trinken, hat genau bis vor der Markteröffnung heut früh gehalten. Das war so ungefähr zehn Uhr. Der Met hatte einfach die besseren Argumente (grinst).

Habt ihr Wünsche für’s nächste Jahr?

Luzi: Ich würde Dortmund gern auch mal privat kennenlernen. Ich wohne ja nun nicht so weit weg [Anm.d.Red.: Wipperfürth bei Köln], hab’s aber leider außerhalb des Mittelalter-Kontexts bisher noch nicht geschafft. Ich habe gehört, die Stadt, und auch die Innenstadt, sollen ganz toll sein. Ich hoffe, ich finde mal die Zeit ohne das Mittelalter, hierher zu kommen.
Salome: Ich war einmal vom Spectaculum aus in der Stadt essen. Da haben wir beim Asiaten Hühnerfüße bekommen.

Vielen Dank euch beiden für das Interview und viel Spaß beim Abschlusskonzert.

1 Comment

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.