Heilen tut weh

Salbe drauf, Licht an, schon wird alles wieder gut. Verschiedene Formen von hellem Hautkrebs lassen sich auf sehr einfache Weise heilen. Das Problem ist nur: Die Therapie ist für die meisten Patienten sehr schmerzhaft. Forscher an der Ruhr Universität Bochum haben nun herausgefunden, warum das so ist. Die Studienergebnisse sollen jetzt veröffentlicht werden.

Heller Hautkrebs lässt sich mit einer Therapie aus einer Salbe und Rotlichtbestrahlung relativ gut behandeln. Krebszellen haben einen höheren Stoffwechsel als normale Zellen. Trägt man auf die betroffenen Hautstellen eine Salbe mit Aminolävulinsäure auf, nehmen die Krebszellen mehr von der Säure auf, als gesunde Hautzellen. Werden sie im Anschluss mit Rotlicht bestrahlt, reagiert der Stoff in der Haut mit Sauerstoff und es entstehen so genannte freie Radikale, welche die Krebszellen zerstören. Schon zehn Minuten Bestrahlung reichen häufig aus.

„Das Problem ist, das tut furchtbar weh“, sagt Ben Novak vom Lehrstuhl für Tierphysiologie an der RUB. Rund 40 Prozent der Patienten leiden während der Therapie an Schmerzen, die sie auf einer Schmerzskala am oberen Rand einordnen. Ben Novak und sein Team liefern auch eine Erklärung:

Erstens verursache die Zerstörung der Zellen in der Haut an sich Schmerzen. Das heißt: Über Kommunikationskanäle senden die Zellen Schmerzreize an das Gehirn. Ein Medikament, welches die Kommunikationskanäle der Zellen einschränkt, sei ein erster Ansatz, um den Schmerz einzudämmen.

Zweitens sondern die Krebszellen Acetylcholin in die Haut ab. Acetylcholin ist ein Botenstoff des Nervensystems. Solange er lediglich dort vorkommt verursacht er keinerlei Probleme. Wird er jedoch in die Haut abgegeben sorgt er dort für Schmerzen. Könnte man ebenfalls die Abgabe von Acetylcholin in die Haut verhindern, wäre die Therapie in Zukunft sehr viel weniger schmerzhaft.