Portrait: Ein Lästermaul geht seinen Weg

Madonna, Lady Gaga oder Lena Meyer-Landrut. Für Daniel Härtnagel sind das mehr als nur Namen. Die Superstars sind sein tägliches Brot. Als Gründer von Promipranger.de hat er den Sprung vom Lästermaul zum Berufsblogger geschafft.

von Tobias Kruse

"Ich switche zwischen Job, Promijagd und Bloggerei, manchmal arbeite ich fast die ganze Nacht." Foto: Privat

"Ich switche zwischen Job, Promijagd und Bloggerei. Manchmal arbeite ich fast die ganze Nacht." Foto: Privat

Sein Aufstieg zum Promilästerer beginnt 2004 in Bielefeld: Während seiner Informatik-Ausbildung hat Daniel viel Zeit und surft im Netz. Dabei stößt er auf den US-Celebrity-Blogger Perez Hilton und leckt Blut. „Sofort hatte ich den Gedanken, auch in Deutschland den Schwachsinn der Promis zu kritisieren“, sagt Daniel heute.

Erfolgreicher Studienabbrecher

Nach einem geschmissenen Medienwirtschaftsstudium macht Daniel ernst. Er zieht nach Köln, „der erste Schritt in die Freiheit“, und sichert sich im März 2008 die Domain Promipranger.de. Über Stars und Sternchen zu bloggen sieht er als Therapie vom alltäglichen Medienmist. Daniel tippt sich den Frust von der Seele und seine Fangemeinde wächst. Sein Idol Perez Hilton ist ihm dagegen zu handzahm geworden. Nun lässt er sich von dlisted.com inspirieren und behauptet sich im eigenen Land gegen die Konkurrenz, unter anderem auch Promiflash.de. „Ich habe die Seite gehasst, weil die einfach alles richtig gemacht haben“.

Seit 2004 bloggt Daniel auf Promipranger.de über Stars und Sternchen. Foto: Privat

Seit 2004 bloggt Daniel auf Promipranger.de über Stars und Sternchen. Foto: Privat

Daniel hält für seine Fans stets Kontakt zur Promiliga und klappert sämtliche Soaps, Shows und Partys durch Komparsenrollen und Kontakten ab. „Ich switche zwischen Job, Promijagd und Bloggerei. Manchmal arbeite ich fast die ganze Nacht. Die Seite ist jede Minute Arbeit wert“. Rückschläge durch Abmahnungen von Anwälten der deutschen Promiriege nimmt er hin und lernt: „Deutsche Stars klagen schnell, ich hätte einen Kleinwagen für Abmahnungen kaufen können. Die Amerikaner sind dagegen lockerer, da streicht man das Zitat oder nimmt das Bild runter.“ Arbeit und Stress haben sich gelohnt. Daniel folgte dem Ruf in die Hauptstadt und arbeitet nun hauptberuflich als Chefredakteur für den ehemals verhassten Konkurrenten. Ein Traumjob der durch Präsenz und Leistung wahr wurde.

Lästern als wahre Kunst

Der Promipranger läuft aber weiter. Den eigenen Blog würde Daniel niemals aufgeben. Seinen Job sieht er nach den Anfängen im Promipranger als eine Art Dauertherapie. Kritikern steht er gelassen gegenüber. „Viele meinen, bloggen ist einfach. Lästern kann doch jeder. Das ist richtig. Es kann auch jeder malen und trotzdem entsteht nur bei wenigen wahre Kunst.“

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