Halbzeit bei Gründungswettbewerb “start2grow“

Zum 30. Mal findet in diesem Jahr der Dortmunder Gründungswettbewerb „start2grow“ statt. Der Wettbewerb unterstützt Unternehmensgründer in ihren Ideen und der Umsetzung – kostenlos und bundesweit. Kürzlich wurden die zehn besten Businesspläne unter den derzeit 483 Teilnehmern prämiert. Einer der Gewinner ist das Team „wowfab“. Sie haben eine Internetplattform entwickelt, die dem User die Möglichkeit gibt, sein eigenes Möbelstück zu entwerfen.

“Heute befinden wir uns mal in keiner wirklichen Arbeitsumgebung, sondern in einem festlichen Rahmen“, eröffnet Sylvia Tiews, Teamleiterin von “start2grow“, die Veranstaltung. Tatsächlich kamen die Teams im bisherigen Verlauf des Wettbewerbs zusammen, um an Coachingveranstaltungen teilzunehmen.

Auffällig war, dass unter den zehn vorgestellten Ideen hauptsächlich Konzepte mit Technologiebasis prämiert wurden. So zum Beispiel das Team „vivovalid 3D“, das mit seiner 3D-Gewebekulturenanalyse einen Beitrag zur Krebsforschung leisten möchte.

Individuelle Möbel nach Baukastenprinzip

Oliver Buttler (links) und Karol Domagalski (rechts) haben beide in Hamburg, England und China studiert. Fotos: Anna Dörnemann

Oliver Buttler (links) und Karol Domagalski (rechts) haben beide in Hamburg, England und China studiert. Fotos: Anna Dörnemann / Teaserfoto: pure public relations

Hervorgestochen ist deswegen das Projekt “wowfab“. Grundidee des Konzepts ist es, ein flexibles Möbelsystem zu entwickeln, das dem Kunden die Möglichkeit bietet, online sein eigenes Möbelstück zu kreieren; Farbe und Material können beispielsweise selbst bestimmt werden. Also kann der User ganz nach dem Baukastenprinzip Möbel designen, „die zu seinem Leben passen“, wie die Internetseite ankündigt. Hinter der Idee stecken die beiden Kommunikationsdesigner Oliver Buttler und Karol Domagalski und ihr Kollege Stanislaw Schmidt, der hauptsächlich für den IT-Bereich verantwortlich ist.

Gründungswettbewerbe schaffen Öffentlichkeit

In Hamburg in der Uni kennen gelernt und vor zwei Jahren die Idee entwickelt, haben die drei noch einiges vor sich: Produzenten- und Vertriebspartner müssen gefunden werden und auf lange Sicht muss eine Möbelmarke etabliert werden. „start2grow“ war nur einer von vielen Wettbewerben, bei denen sich das Team beworben hat: „Ich finde solche Wettbewerbe deswegen gut, weil sie uns die Möglichkeit geben, Feedback für unsere Pläne zu bekommen und eine Bühne, damit wir uns in der Öffentlichkeit präsentieren können“, sagt Oliver Buttler.

Momentan existiert nur ein Prototyp des Projekts. Die Seite soll aber schon bald vollständig online gehen und dann hoffentlich auch ein breites Publikum ansprechen; besonders durch die Vielfalt der Materialen. Obwohl sich Buttler und Domagalski im Klaren darüber sind, dass ihre Idee vor allem eher eine „internetaffine Zielgruppe“ ansprechen wird.

Alle Teilnehmer sind noch im Rennen

Dis bis jetzt zehn besten Buisnesspläne. Nun müssen die Bewerber ihre Pläne weiter ausreifen und konkretisieren.

Die bis jetzt zehn besten Buisnesspläne. Nun müssen die Bewerber ihre Pläne weiter ausreifen und konkretisieren.

Jetzt heißt es weiter dran bleiben. Denn wie Thomas Ellerkamp, Leiter von dortmund-project und stellvertretender Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Dortmund anmerkte, war die Prämierung „nur die Spitze des Eisbergs.“ Keineswegs hieße die erste Prämierung, dass die anderen 218 Teams aus dem Rennen seien. Die Zwischenprämierung diene dazu, besonders gute Businesspläne hervorzuheben und den Teams und ihren Plänen eine Bühne zu geben. Die anderen Teams hätten immer noch die Chance, ihre Projekte besser auszureifen und an ihren Ideen zu feilen.

Phase zwei beginnt jetzt

Mit der Prämierung der bisher zehn besten Businesspläne wurde auch die zweite Phase des Wettbewerbs eingeläutet. Nun geht es um die Konkretisierung und Ausreifung der bisherigen Konzepte. Bis zum 27. August haben die Teilnehmer Zeit, ihren endgültigen Businessplan abzugeben. Ziel ist es, am Ende des Wettbewerbs ein vollständiges Unternehmenskonzept vorzulegen. Während der Bearbeitungsphase stehen den Teams rund 600 Fachleute zur Verfügung, die kostenlos und ehrenamtlich für den Wettbewerb tätig sind. Hauptsächlich geht es dabei um Beratung, Kontaktpflege und Unterstützung.

Bilanz

In den letzten zehn Jahren haben sich insgesamt 8.478 Gründungswillige in 3.758 Teams bei “start2grow“ beworben. Daraus sind bis heute 825 Unternehmen entstanden; 335 davon allein in Dortmund. Die Abschlussveranstaltung des Wettbewerbes findet am 1. Oktober dieses Jahres statt.

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