Für mehr Jobchancen – gegen mehr Verschuldung: Die Junge Union

Mehr Chancen für Absolventen – die Junge Union Dortmund möchte, dass Studenten auch nach ihrem Studium hier bleiben können. Außerdem fordert die Jugendorganisation der CDU mehr finanzielle Hilfen für die Nordstadt. pflichtlektüre-Autor Linus Busch hat die Junge Union am Rande einer Wahlkampfveranstaltung getroffen und auch herausgefunden, warum Schwarz-Grün gar nicht so abwegig ist.

Sandro Borggreve kann schnell reden, wenn es sein muss. Es scheint, als würde er das Atmen einfach weglassen. Auch für Füllwörter oder Ähs ist keine Zeit. Sandro Borggreve redet fast wie gedruckt. Eine Fähigkeit, die in der Politik nicht schaden kann – gerade in Wahlkampfzeiten. Und in denen befindet sich Sandro als Kreisvorsitzender der Jungen Union Dortmund gerade. Als Jugendorganisation der CDU engagiert sich die Junge Union im Wahlkampf natürlich für ihre Mutterpartei. „Zwei unserer Mitglieder haben auf der CDU-Liste für den Rat sehr aussichtsreiche Plätze“, sagt Sandro. „Wir bringen da schon einen frischen Wind rein. Das merkt man ja immer dann, wenn man auch mal Gegenwind bekommt“, beschreibt der 28-jährige Student das Verhältnis zur CDU. Im Kommunalwahlprogramm habe die Junge Union sich gerade bei Punkten, die junge Leute betreffen, mit ihren Ideen durchgesetzt, zum Beispiel was die städtischen Sportplätze oder das Nachtleben angehe.

Mitten im Wahlkampf: Die Mitglieder der Jungen Union Dortmund. Foto: privat

Mitten im Wahlkampf: Die Mitglieder der Jungen Union Dortmund. Foto: privat

Gründerszene fördern

Auch wenn es sich in Dortmund gut studiere, müsse die Stadt noch mehr Möglichkeiten für Absolventen bieten, findet Sandro. „Viele Studenten haben gar keine Chance, in Dortmund zu bleiben, weil sie nach dem Studium hier keinen passenden Job finden.“ Der gebürtige Dortmunder weiß, wovon er redet. „Ich stehe kurz vor meinem Abschluss und möchte wirklich gerne hier bleiben.“ Man könne zum Beispiel die Gründerszene vorantreiben. „Wobei man sagen muss, dass hier auch das Land viel verschlafen hat“, kritisiert Sandro die rot-grüne Landesregierung.

Sandro Borggreve findet aber auch lobende Worte für die Entwicklung in Dortmund: „Was das Gelände rund um die Uni und das Technologiezentrum angeht, ist wirklich einiges gut gelaufen.“ Aber gerade für die Nordstadt sieht er noch Luft nach oben. „Wir haben die Idee, dass man ein Studentenzentrum dort ansiedelt, um das ganze Viertel lebenswerter zu machen und die alten Strukturen dort aufzubrechen“, sagt Sandro.

Mehr mit Zuwanderern kommunizieren

Als wichtigstes Problem der Nordstadt sieht er den Umgang mit Zuwanderern aus Osteuropa. „Dieses Thema dürfen wir nicht den Nazis überlassen“, findet Sandro. „Wichtig ist, dass der Missbrauch von Sozialleistungen verhindert wird und dass Schlepperbanden und alle Menschen, die mit Flüchtlingen Geld verdienen, bekämpft werden.“ Außerdem müsse mehr mit den Zuwanderern kommuniziert werden. „Doch so wenig das andere Kommunen hören wollen: Dabei braucht Dortmund finanzielle Unterstützung“, stellt Sandro fest und meint: „Im Vergleich dazu sind zu wenige Grünanlagen oder Fahrradwege in Dortmund wirklich Luxusprobleme.“

Auf Geld vom Land allein könne Dortmund sich aber nicht verlassen. „Wir hangeln uns hier in Dortmund von einem genehmigungsfähigen Haushalt zum anderen“, sagt Sandro und fordert: „Wir müssen zusehen, dass wir die Verschuldung runterfahren.“ Dazu könne man zum Beispiel die Verwaltung verschlanken oder Großprojekte wie das U „so gestalten, dass sie wirtschaftlich sind.“

Foto: Junge Union

Das Logo der Jungen Union. Foto: Junge Union

Natürlich gibt es auch bei der Jungen Union Veranstaltungen abseits des Wahlkampfs, etwa inhaltliche Seminare oder Bildungsfahrten, zum Beispiel nach Straßburg oder Brüssel. An all diesen Veranstaltungen können auch Nicht-Mitglieder teilnehmen. Außerdem trifft sich die Junge Union regelmäßig zum Stammtisch. „Da kann sich jeder gerne dazusetzen und sich einfach ein bisschen mit uns unterhalten“, sagt Sandro Borggreve und beschreibt das Motto der Jungen Union so: „Zusammenhalt, Spaß, Politik.“ Und während er das sagt, nimmt er sich tatsächlich Zeit zum Luftholen – Wahlkampf hin oder her.

 

Kleine Anfrage an…

Dorian Vornweg (27), Doktorand Geschichtswissenschaften in Bochum

Warum tust du dir das an?
Weil es wichtig ist, sich zu engagieren. Nicht nur immer reden, sondern einfach auch mal machen.

Welches Vorurteil über die CDU trifft auf dich zu?
Ich tue mich schwer mit Vorurteilen. Ich bin weder Arztsohn, noch Bankierstochter, noch fahre ich mit dem Porsche zur Arbeit. Da fällt mir ehrlicherweise wirklich nichts ein.

Du bist für einen Tag Bundeskanzler: Was ist deine erste Amtshandlung?
Ich würde versuchen, an diesem einen Tag meine eigene Partei davon zu überzeugen, die Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Lebenspartnerschaften zu befürworten.

Angela Merkel oder Horst Seehofer?
Angela Merkel. Bei Jens Spahn oder bei unserem neuen Generalsekretär Peter Tauber, da hätte ich vielleicht etwas länger überlegen müssen.

Schwarz-Rot oder Schwarz-Grün?
Schwarz-Grün. Ich finde das von der Idee her gut. Es läuft ja auf Landesebene in Hessen schon und auf städtischer Ebene ist das auch schon vorgekommen. Ich finde die Perspektiven ganz interessant, die sich da ergeben. Auf der einen Seite der Konservatismus, den die Union mit sich bringt, und auf der anderen Seite der ökologische Gedanke – da besteht schon eine Schnittmenge. Und das Christliche mit dem eher links-orientiert Sozialen bieten sicher auch viele Anknüpfungspunkte. Es wäre einfach mal eine neue Kombination für das Land. Da müsste man sich sicher auch etwas aneinander abarbeiten, aber das kann ja zu fruchtbaren neuen Ideen führen.

Wie findest du Dortmund als Studentenstadt?
Es gibt natürlich die typischen Studenten-Ecken und Kneipen. Da gibt es aus meiner Erfahrung wesentlich mehr als zum Beispiel in Duisburg. Aber im Vergleich zu Bochum ist es hier nicht übermäßig studentisch geprägt, finde ich. Das hängt natürlich auch ein bisschen mit der Entwicklung der Kneipenszene zusammen. Wo heute die Thier-Galerie steht, war ja früher ein Kneipenviertel. Da erinnert sich der ein oder andere Erstsemester heute gar nicht mehr dran. Im Kreuzviertel ist es immer noch sehr studentisch, aber teilweise ist das auch ein beliebtes Wohnviertel für Leute, die mit beiden Beinen im Berufsleben stehen und das nötige Geld verdienen. Das macht sich dann ja auch in der Kneipenlandschaft bemerkbar.

Was hat Dortmund, was Münster nicht hat?
Einen erfolgreichen Fußballverein.

Du bist für einen Tag Oberbürgermeister von Dortmund: Was ist deine erste Amtshandlung?
Ich löse die außerplanmäßigen Stellen in meinem Oberbürgermeister-Referatsbereich auf. Da gibt es ja mittlerweile für alles einen Referenten, obwohl es in der Verwaltung eigentlich genügend Stellen gibt, die das machen könnten. Da würde ich einfach mal sagen: Das lassen wir.

BVB oder Theater?
Theater.

Nordstadt oder Kreuzviertel?
Nordstadt.

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