Die vorletzte Zeche im Ruhrgebiet schließt

Nach rund 115 Jahren Steinkohleabbau schließt die Zeche „Auguste Victoria“ in Marl. Jetzt gibt es nur noch eine aktive Zeche im Ruhrgebiet und insgesamt zwei in ganz Deutschland. Auf dem Zechengelände sollen aber neue Jobs entstehen.

Das Traditions-Bergwerk „Auguste Victoria“ in Marl schließt am Freitag. Es ist die vorletzte Zeche des Ruhrgebiets. Danach bleibt dem Ruhrgebiet nur noch das Bergwerk Prosper-Haniel in Bottrop. Auch das soll Ende 2018 geschlossen werden, wenn auch die milliardenschwere Subventionierung der deutschen Steinkohleförderung ausläuft. Außer dem Bottroper Bergwerk gibt es nach der Schließung von „Auguste Victoria“ noch ein weiteres Bergwerk in Deutschland: Es steht in Ibbenbüren, im Münsterland. Auch diese Zeche wird Ende 2018 geschlossen.

In der „Auguste Victoria“  begann den Kohleabbau im Jahr 1899. In der Zeche wurde aber nicht nur Steinkohle abgebaut, sondern zwischenzeitlich auch Blei-, Zink- und Silbererz. In der Hochzeit des Bergbaus in den 1950er Jahren förderte die Zeche 20 Prozent der gesamtdeutschen Erzproduktion, stellte sie aber 1962 ein, weil sie unwirtschaftlich wurde. Dasselbe ist jetzt für Steinkohle der Fall: Der deutsche Abbau kann mit den günstigen Kohle-Preisen auf dem Weltmarkt nicht mehr mithalten. 

Rund 2.800 Beschäftigte arbeiteten Anfang 2014 noch in der Traditions-Zeche. Von den Mitarbeitern geht ein Großteil in den Vorruhestand, die anderen werden in die Zeche nach Bottrop oder in andere Bereiche, wie die Technik oder Logistik verlegt. Auf dem Gelände soll sich neues Gewerbe ansiedeln und rund 1.000 neue Stellen schaffen.

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