Deutschlands teuerster Strafzettel

Ab jetzt auch außerhalb des Platzes häufiger zu Fuß unterwegs: Marco Reus.

Er hat ein eigenes Hot-Wheels-Auto designt, macht Werbung für Opel und fährt gerne in seinem schicken Aston Martin zum Training: BVB-Star Marco Reus. Wer so viel mit Autos zu tun hat, kann ein kleines Detail schon mal vergessen: seinen Führerschein zu machen.

„Ich habe mich damals leider entschieden, diesen Weg zu gehen“, sagte Reus der Bild-Zeitung. Später entschied er sich allerdings, lieber zu fahren als zu gehen. Spielzeugautos reichten ihm schon lange nicht mehr.

Doch nicht nur Reus machte sich wenig Gedanken um seinen Führerschein, der Polizei ging es ähnlich. Satte fünf Mal in zweieinhalb Jahren wurde Reus bereits geblitzt, bevor jemand daran dachte, nach seinen Papieren zu fragen. Kann man ja mal vergessen.

Nicht unter einer halben Million

Bei Fußballern gehört es zum guten Ton, sich mit Verkehrsregeln noch weniger auszukennen als Frauen mit der Abseitsregel. Wer die Kollegen da noch beeindrucken will, sollte auf seinem Strafzettel eine möglichst große Zahl an Nullen präsentieren können. Marco Reus hat für die Branche nun neue Maßstäbe gesetzt: Eine Geldbuße unter einer halben Million ist fast schon peinlich.

In diesem Sinne wurde Reus’ führerscheinlose Fahrerei zu seinem größten Erfolg der Saison. Mit einem Betrag von 540.000 Euro sicherte sich der Fußballer des Jahres 2012 einen weiteren Titel: Inhaber des teuersten Strafzettels Deutschlands.

Flensburg vor Dortmund

Das wirft Parallelen zu einem weiteren prominenten Verkehrssünder aus der Fußballwelt auf, der nebenbei noch zu Reus’ größten Fürsprechern zählt: Bundestrainer Joachim Löw. Der hatte mit 18 Punkten mehr Zähler in Flensburg als Reus’ Verein Borussia Dortmund in der Bundesliga. Aber Löw besaß immerhin einen Führerschein, den man ihm abnehmen konnte.

Deutlich vernünftiger als die Fußballstars sind ihre Anhänger. Im Februar montierten Unbekannte alle vier Räder vom Luxuswagen des damaligen BVB-Stürmers Robert Lewandowski ab. Böse Zungen behaupteten, die Aktion sei eine Rache für dessen angekündigten Wechsel zu den Bayern. In Wahrheit wollten die Fans ihren Liebling sicherlich bloß vor zu schnellem Fahren schützen, indem sie die Reifen in schicke, aber unbewegliche Ziegelsteine verwandelten.

Ferrari oder Fiat, Hauptsache Italien

Mit einem Lamborghini, Porsche oder Ferrari können Fußballer vielleicht vor einen Baum fahren, aber niemanden hinter einem solchen hervorlocken. Da müssen sie sich schon etwas ganz Spezielles einfallen lassen, so wie BVB-Verteidiger Sokratis. Der düst in einem schnuckeligen Fiat 500 durch die Gegend. Ein sparsamer Grieche eben.

Noch abgefahrener treibt es nur Freiburg-Kapitän Julian Schuster: Er kommt doch tatsächlich mit dem Fahrrad zum Training.

Foto: flickr.com/euro-kick.com

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