Stupa in Münster: Ein Blick über den Tellerrand

In kaum einer Sitzung ist das Dortmunder Stupa beschlussfähig. Auf der Tagesordnung stehen noch Punkte von 2012. Auf Studenten wirkt das Stupa so wohl wenig handlungsfähig, sondern eher wie ein „Bananenparlament“. Doch es geht auch anders: zum Beispiel in Münster.

Das Münsteraner StuPa fast vollzählig bei einer Sitzung. (Foto: flickr/hopowatch Teaserbild: Janina Ribeiro)

Das Münsteraner StuPa fast vollzählig bei einer Sitzung. (Foto: flickr/hopowatch Teaserbild: Janina Ribeiro)

In Dortmund sind bei den vergangenen Wahlen nur knapp zehn Prozent der Studenten zur Stupa-Wahl gegangen. Die Münsteraner Parlamentarier können sich über eine fast doppelt so hohe Wahlbeteiligung freuen: Zwischen 18 und 19 Prozent liegt sie an der Westfälischen-Wilhelms-Universität. Für den ASta-Vorsitzenden Friedrich Bach ist das eine Legitimation des Studierendenparlaments. Von 31 Parlamentariern fehlen meistens nur etwa fünf – damit war das Parlament in der letzten Legislaturperiode immer beschlussfähig. „Und dadurch, dass wir so viele Dinge entscheiden können, werden wir auch von der Uni und vom Rektorat wahrgenommen und können auch dort Punkte anbringen“, sagt Friedrich Bach. Davon kann das Dortmunder Stupa nur träumen: 51 Sitze hat das Parlament. Oft waren in den vergangenen Sitzungen aber nur zwischen zehn und zwanzig Parlamentarier anwesend. Das geht aus den Protokollen der Sitzungen hervor. So lässt sich im Stupa aber nichts beschließen.

Etablierte Ideologie

Das Münsteraner Stupa nimmt seine Arbeit ernst. „Das kann man vor allem darauf zurückführen, dass viele Listen sehr ideologisch sind“, erklärt Stupa-Präsidentin Vera Dickhoff. Von den sechs aktiven Listen siedeln sich fünf an den großen Parteien an: die Sozialen, die Christ-Demokraten, die Liberalen, die Grünen und die Linken. „Wenn sich aus diesen etablierten Listen Leute zusammen setzen, dann gibt es natürlich andere Interessen, andere Sachen, die man zu Wort bringen möchte, als wenn Listen auf Fachschaften basieren.“ In Dortmund orientieren sich weniger als die Hälfte der Listen an den großen Parteien.

Heiße Phase: Die Elefantenrunde

Ernst wird es natürlich vor allem in den letzten Wochen vor der Wahl. Der Wahlkampf in Münster gilt als einer der heißesten. Mit Waffeln und Kaffee versuchen die Parlamentarier die Wählerschaft zu überzeugen. „Leute anquatschen, viel auf der Straße sein, mit den Studenten über Hochschulpolitik reden“, lautet Dickhoffs Patentrezept. Das Campusradio Radio Q lädt die Spitzenkandidaten der Parteien zu einer Elefantenrunde ins Studio ein: Zwei Stunden Live-Diskussion.

Soziale Netwerke und „Erstis fangen“

Außerhalb vom Wahlkampf aber erreicht das Stupa die Studenten vor allem über soziale Netzwerke: Eine gute, aktuelle Website und Facebook-Präsenz ist für Vera Dickhoff die Grundlage, um wahrgenommen zu werden. Die Listen des Parlaments twittern gerne über aktuelle Veränderungen. Die Wahrnehmung zu verbessern, sei aber ein langfristiges Projekt. Auch über AStA-Veranstaltungen und Beratungen lässt sich laut Dickhoff Präsenz zeigen. Besser ginge es noch bei den Erstsemestern: „Das sind die, die sich noch am meisten engagieren und nicht voreingenommen sind.“ Auf Veranstaltungen für Erstsemester geht es auf Wählerfang. Wirkliche Anregungen seitens der Studenten gebe es aber auch in Münster eher nur von Freunden, so Dickhoff.

Stupa-Präsidentin Vera Dickhoff: Vier Tipps aus Münster für das Dortmunder Stupa

Tipp 1: Das Parlament verkleinern. 51 Parlamentarier sind zu viel, um wichtige Beschlüsse mit zwei Drittel Mehrheit zu fassen.

Tipp 2: Wahrnehmung verbessern. Facebook, Websites, twitter müssen immer aktuell sein. Auch Newsletter steigern die Präsenz.

Tipp 3: Anträge des Studierendenparlaments sollten so nah wie möglich an den Studenten sein. Grundsatzdiskussionen oder Satzungsänderungen sind wichtig – es muss aber in der Tagesordnung deutlich werden, warum es alle Studenten betrifft.

Tipp 4: Über Serviceangebote und Beratungen sichtbar sein. Auf dem Campus sein, mit den Studenten reden.

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