Mehr als die Stimme von Justus Jonas

Seit über 30 Jahren schon verleiht Synchronsprecher Oliver Rohrbeck seine Stimme an Justus Jonas. Doch nicht nur der Detektiv der „Drei Fragezeichen“ profitiert von der markanten Stimme. Der 47-Jährige synchronisiert auch Schauspieler. Als Justus Jonas kann man ihn nicht nur auf Kassetten hören, sondern auch auf den sogenannten Record-Release-Parties. Hier stellt Rohrbeck live auf der Bühne die neusten Fälle der „Drei Fragezeichen“ vor.

Justus Jonas im Interview mit Lena Seiferlin

Herr Rohrbeck, woher nehmen Sie die Motivation, immer noch die gleiche Figur zu sprechen? Als Justus Jonas werden Sie nicht wirklich älter. Sie tun nichts, außer Fälle zu lösen – warum reizt Sie die Rolle immer noch?

Ich leihe ja nicht nur Justus Jonas meine Stimme, sondern auch noch anderen Schauspielern und mache auch neben den Hörspielen noch viele andere Dinge in meinem Leben. Justus Jonas ist ein Teil davon, und das ist auch sehr schön. Aber ohne die anderen Aufgaben wäre es vielleicht einseitig.

Braucht man von der Figur auch mal Abstand? Wie bekommen Sie den?

Diesen Abstand bekomme ich andauernd, da die Aufnahmen zur Serie nur circa sechs Mal im Jahr stattfinden. Daher habe ich – auch räumlich – immer Abstand zu Justus Jonas.

Synchronsprecher Oliver Rohrbeck (c) Kuzu

Synchronsprecher Oliver Rohrbeck arbeitet auch an anderen Projekten. Foto: Kuzu


Auch Ben Stiller leihen Sie Ihre Stimme. Gibt es noch weitere „Figuren“, die Ihre Stimme besitzen?

Da gibt es noch einige Schauspieler, denen ich meine Stimme leihe, zum Beispiel Greg Germann, Chris Rock und vielen weiteren.

Wie sehr können Sie sich selbst mit der Figur identifizieren?

Mit Justus Jonas? Gar nicht. Ich leihe ihm gerne meine Stimme und spiele auch gerne die Rolle des Detektivs, aber darüber hinaus verbindet Justus Jonas und mich nichts, ich identifiziere mich nicht mit der Figur.

Was bekommt Justus Jonas von Ihnen?

Die Stimme, Charakter und Leben.

Bringen Sie eigene Ideen ein? Sowohl in die Geschichten, als auch in den Charakter des jungen Detektivs?

In die Geschichten bringen wir keine Ideen ein, denn die sind vom Buchberlag ja bereits vorgegeben. In den Charakter bringe ich schon viel ein, ich präge ihn (mit meiner Stimme) und beseele die Worte.

Wie sind Sie zu diesem Beruf gekommen?

Ich habe schon als Kind in Fernsehproduktionen mitgewirkt und als Synchronschauspieler gearbeitet. Von da an wurde ich immer weiterempfohlen, und das hat bis heute so geklappt – vor allem aber auch nach meiner Schauspielausbildung.

War es immer Ihr Traumberuf?

Ja, es war mein Traumberuf, daher habe ich ihn auch ergriffen. Mittlerweile übe ich mehrere Berufe aus, bin Regisseur, Produzent und Veranstalter – und das sind alles Traumberufe. Ich liebe die Abwechslung.