„Serbien kann Deutschland schlagen!“

Mit einem Sieg gegen Serbien löst Deutschland das Ticket fürs Achtelfinale. Unsere deutsch-serbische Fußballexpertin Monja Schulte aber weiß, dass es für die junge deutsche Mannschaft nicht einfach wird.

"Es könnte mit einem Sieg für Serbien klappen." Foto: Serbischer Fußballverband

"Es könnte mit einem Sieg für Serbien klappen." Foto: Serbischer Fußballverband

„Ich schätze, dass die Serben stark auftreten werden, schließlich haben sie eine Menge Spieler, die nicht umsonst in großen Vereinen Englands spielen“, sagt Monja. Monja studiert Grundschullehramt an der TU Dortmund, ihre Mutter ist gebürtige Serbin. Und auch sie verfolgt fleißig die WM in Südafrika.

Der unglückliche Auftritt gegen Ghana hat ihre Erwartungen und Euphorie jedoch sehr getrübt. „Das Handspiel (vom Stuttgarter Zdravko Kuzmanovic, d. Red.) war dermaßen dämlich und der daraus resultierende Elfmeter auch“, poltert Monja noch Tage danach. „Anfangs waren die Serben stärker, haben aber zum Ende hin immer mehr geschwächelt und somit leider zurecht verloren.“

Hoffnungen auf Serbiens Einzug in die nächste Runde hat die gebürtige Duisburgerin kaum, dennoch sieht sie in der serbischen Mannschaft eine starke Konkurrenz. „Das deutsche Team ist sehr jung und unerfahren. Es könnte mit einem Sieg für Serbien klappen“, gibt die 22-Jährige zu bedenken. Bei dem ersten und letzten Aufeinandertreffen beider Mannschaften vor gut zwei Jahren konnten sich die Deutschen nach einem 0:1-Rückstand noch zu einem 2:1-Sieg in Gelsenkirchen retten.

Unsere deutsch-serbische Fußballexpertin Monja Schulte rechnet den Serben Siegchancen ein. Foto: Privat

Unsere deutsch-serbische Fußballexpertin Monja Schulte rechnet den Serben Siegchancen zu. Foto: Privat

Geteiltes Fußballherz

Für wen ihr Fußballherz schlägt, kann Monja nicht genau sagen. Sie drückt beiden Teams die Daumen. „In solchen Momenten bin ich natürlich für beide Mannschaften. Da kommt dann der serbische Stolz hoch“, erklärt die passionierte Handballerin. „Die Serben sind schließlich schon sehr stolz auf ihr Land und ihre Erfolge.

Viele Erfolge konnten die Serben bisher nicht feiern, ist Serbien doch erst seit wenigen Jahren ein eigenständiger Staat. Zudem ist die sportliche Landschaft bisweilen eher von anderen Ballsportarten wie Wasser- oder Basketball geprägt. Doch das wird sich langfristig ändern, ist Monja sich sicher. „Viele junge Talente sehen in Europa das Fußball-Mekka und versuchen, entdeckt zu werden. Das hat mittelfristig natürlich Auswirkungen auf den Stellenwert des Fußballs.“

Sie selber habe früher auch viel Fußball gespielt: „Ich war schon in der Grundschule diejenige, die mit den ganzen Jungs in der Pause Fußball gespielt hat, statt an den Stangen rumzuturnen oder Seilchen zu springen. Da meine Mutter aber dagegen war, habe ich mich dem Handball zugewandt“. Mittlerweile verfolgt die Halb-Serbin Fußball überwiegend am Fernseher – gezwungenermaßen. „Mein Freund sieht sich jedes Spiel an – egal ob Champions League oder Zweite Liga“, rollt sie lächelnd die Augen. Auch die WM wird überwiegend vor dem heimischen TV geschaut. Es sei denn, Deutschland spielt. Dann geht es zum Public Viewing oder zu Freunden.

Bei der Frage nach dem Weltmeister gibt sich Monja bedeckt. „Ich denke, England oder Spanien macht’s“. Vielleicht auch die Deutschen oder die Brasilianer, aber auf keinen Fall die Italiener. „Und das ist auch gut so“, sagt sie.

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