Lehrerin im Knast

Stellen:
In Nordrhein-Westfalen gibt es derzeit ungefähr 100 Lehrer, die in Gefängnissen unterrichten. Vor ein paar Jahren konnten viele Stellen nicht besetzt werden, da es nicht genug Interessenten für die Arbeit als Pädagoge in einer JVA gab. Diese Situation hat sich mittlerweile gebessert, aber durch Pensionierungen und aus anderen Gründen werden immer noch regelmäßig Stellen frei.
Die Ausschreibungen werden im Internet auf www.justiz-online.de veröffentlicht.

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Voraussetzungen:
Um als Lehrer in einer JVA zu arbeiten, muss man das erste und zweite Staatsexamen bestanden und am besten die Fächer auf dem Niveau der Sekundarstufe I studiert haben. Lehrer mit der Qualifikation für die Sekundarstufe II werden zwar auch eingestellt, aber nicht ganz so häufig. Auch Erfahrungen im Bereich der Sonderpädagogik werden sehr gerne gesehen. „Ich würde es nur niemandem empfehlen, direkt nach dem Referendariat in einer JVA anzufangen. Mit Mitte 20 ist man in der Regel noch viel zu jung und unerfahren für diesen Job“, sagt Jacqueline Halama. Aus ihrer Sicht sollten potentielle Interessenten erst einmal ein paar Jahre an einer Regelschule unterrichten und dann frühestens mit Anfang 30 über einen Wechsel in den Vollzug nachdenken. Und diese Entscheidung sollte nicht leichtfertig getroffen werden, so Halama, denn der Weg aus der Regelschule in eine JVA sei leichter als anders herum.

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Praktikum:
„Ich kann absolut niemandem empfehlen, nach dem Vorstellungsgespräch sofort zuzusagen, ohne jemals einen Tag in einem Gefängnis verbracht zu haben“, rät Halama. Dieses Gefühl des Eingesperrt-Seins und die Bürokratie sollte man vorher einmal selbst erlebt haben. Manchmal reiche schon ein Schnupper-Tag, um zu erkennen, ob der Beruf eines Lehrers in der JVA etwas für einen sei. Bei Interesse sollte man einfach die Anstaltsleitung anschreiben, die prüft dann das Anliegen und leitet es bei Zustimmung an den zuständigen Dienst weiter. Zwischen einem Tag und zwei Wochen sei alles sinnvoll.

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Arbeits- und Urlaubszeiten:
Theoretisch wird in der JVA Schwerte 365 Tage im Jahr unterrichtet – Ferien gibt es im Gefängnis nicht. Demensprechend können die Lehrkräfte sich aussuchen, wann sie gerne Urlaub haben wollen und sind so nicht an die offiziellen Ferientermine gebunden. Während eine Lehrkraft Urlaub hat, fällt der Unterricht für die Schüler in dem betroffenen Fach aus. Vertretungsregelungen gibt es in der JVA nicht direkt.
Verbeamtete Lehrer haben im Vollzug normalerweise eine 41-Stunden, Angestellte eine 39-Stunden-Woche.

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