Gut geworben ist halb gewonnen

Eine Stunde lang Werbung – da würden einige schon nach einer Minute gelangweilt umschalten. Aber diese Werbefilme haben am Montagabend zahlreiche Studenten ins Audimax gelockt: Gezeigt wurde die Cannes Rolle 2011, eine Sammlung der prämierten Werbefilme der internationalen Werbebranche.

Welches Produkt bewirbt wohl ein Spot, in dem ein Mann mit offenem Mund an einer Bushaltestelle steht und von einer Frau die Schnürsenkel zugebunden bekommt? Werbung muss nicht langweilig sein und diese Werbefilme sind es ganz sicher nicht: Die Spots, die beim Cannes Lions International Festival of Creativity ausgezeichnet wurden, gehören zu den weltweit besten – ob von Google, Puma oder Unicef. Jedes treffen sich Vertreter der Werbebranche an der Côte d’Azur und hoffen auf den Gewinn eines bronzenen, silbernen oder goldenen Löwen. Der beste Spot des Jahres erhält den „Grand Prix“.

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Student Demian Büchner und Prof. Dr. Holzmüller. Foto und Teaser: Marc Miertzschke

„Wir möchten den Studierenden einmal einen Eindruck geben, was sich weltweit in der Werbebranche tut“, sagt Prof. Dr. Hartmut Holzmüller, Inhaber des Lehrstuhls für Marketing, der bereits zum achten Mal die Vorführung der Cannes Rolle an der Universität Dortmund organisiert hat.

Gemeinsam mit seinem Team, bestehend aus Dr. Vanessa Haselhoff und Studenten der Fachschaft Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, plante er die Vorführung und konnte für einen kleinen Empfang im Anschluss namhafte Sponsoren gewinnen. Demian Büchner, einer der studentischen Hauptorganisatoren und Hilfskraft am Lehrstuhl für Marketing, war in diesem Jahr zum ersten Mal dabei: „Es macht Spaß, mal ein besonderes Event an der Uni zu organisieren. Für mich muss Werbung berühren, dann ist es eigentlich egal, worum es geht.“

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Dr. Haselhoff (ganz rechts) mit dem Orga-Team der Filmvorführung. Foto: Marc Miertzschke

Prof. Dr. Holzmüller wirft einen wissenschaftlichen Blick auf die Werbung: „Gute Werbung ist von zwei Facetten geprägt – gute Werbung  verkauft und ist pfiffig gestaltet. In Cannes achtet die Jury besonders auf den zweiten Teil. Es ist erkennbar, dass die Produktion der Spots aufwändiger wird, dass es nachher aber nicht sichtbar ist.“ Aber auch der Professor hat seine persönlichen Favoriten: „Mir gefallen Spots mit Augenzwinkern und Humor am besten.“

Was wurde gezeigt bei der Cannes Rolle 2011 und wie fanden die Zuschauer die Werbefilme?

Lustig, kreativ, kurzweilig, ästhetisch und zweideutig waren die Spots – kurz um: vielseitig und unterhaltsam, aber keinesfall langweilig. Das Publikum amüsierte sich gut, es herrschte fast Kinostimmung – nur das Popcorn fehlte. Viele Spots aus den USA, aber auch aus Deutschland, Argentinien und Mexiko waren unter den mit silbernen und goldenen Löwen prämierten Filmen. Einige Eindrücke zu den prämierten Filmen:

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Diane Aretz, 22, 7. Semester Lehramt:

„Der Telekom-Spot mit dem Flashmob am Flughafen hat mir wegen der Musik gefallen, ich hab mich dadurch total glücklich gefühlt. Und ich fand die Heineken-Werbung sehr gut, weil der Typ darin gut aussieht und wirklich alles kann. Für mich braucht Werbung gute Musik, Witz und eine gute Botschaft, um mich zu überzeugen. Dann schaue ich mir Werbung auch gerne an.“
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Dominik Lichte, 20, und Jonas Leimann, 20, beide 1. Semester Chemie, Florian Witte, 23, 3. Semester Chemie:

„Uns hat die Heineken und die Nike-Werbung gut gefallen und der VW-Spot mit der Zeichenkorrektur. Die waren gut gemacht, sehr lustig. Werbung braucht einen Aha-Effekt, um bei den Leuten anzukommen.“

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Dominik Driessen, 24, 7. Semester Lehramt:

„Ich fand die Nasenspray-Werbung aus der Schweiz total witzig, weil man zuerst nicht auf das Produkt schließen konnte. Humor gehört auf jeden Fall zu einer guten Werbung.“

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