Schwatzgelbe Kolonie mitten in London

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Londons Fußballherz schlägt für Arsenal oder Chelsea? Weit gefehlt! In London gibt es den größten BVB Fanclub außerhalb Deutschlands. Der BVB Fan Benjamin McFadyean hat London mit seiner Leidenschaft zum Dortmunder Verein angesteckt. Für die Mitglieder des Fanclubs gibt es jede Menge gute Gründe, weshalb sie lieber für ein Fußball Spiel nach Dortmund reisen, als Spiele der Premier League zu besuchen. 

BVB Fanclubs gibt es überall. Besonders natürlich in und um Dortmund, aber auch in ganz Deutschland und sogar außerhalb davon. Den größten Fanclub außerhalb Deutschlands gibt es in London. Über 250 Mitglieder zählt der „Borussia Dortmund Fan Club London“. Gründer und engagierter Borusse ist Benjamin „Ben“ McFadyean. Er ist schon von klein auf als BVB Fan erzogen worden, denn sein Stiefvater Erhardt ist in Lütgendortmund geboren. Der 46-jährige Engländer spricht fließend Deutsch, denn er hat seine Jugend in Dortmund verbracht. In den 80er Jahren hatte er eine Dauerkarte auf der Südtribüne.

Das war für mich beeindruckend. Das war ein sehr schönes Erlebnis!

– Ben McFadyean

1989 ist Ben dann für sein Studium nach England gezogen und dort geblieben. Die Leidenschaft zum BVB hat ihn aber nie verlassen. Ben hat die Geschichte von Borussia Dortmund aufgesogen. Er schwärmt von den Erfolgen, wie dem Gewinn des Europokals 1965/66 und der Champions League 1997. Aber auch die dunkelsten Momente des Vereins gehören für ihn dazu: „Es hat Höhepunkte gegeben, aber auch sehr, sehr tiefe Punkte. Die 80er Jahre bis zum DFB-Pokalsieg gegen Werder Bremen im Jahr 89 waren sehr, sehr tief. Das Relegationsspiel am Pfingstmontag 1986, als Jürgen Wegmann uns in der letzten Minute vor dem Abstieg gerettet hat. Dann die fast Zwischenpleite im Jahr 2005. Das waren die tiefsten Punkte.“

Trotzdem überwiegen für Ben die Höhepunkte als Fan. Bei wichtigen Spielen veranstaltet der Fanclub große BVB Partys. Bens größtes Highlight bisher das Champions League Finale gegen Bayern 2013 in London (1:2): „Wir haben eine Party für 500 Borussia Fans in London gemacht. Das war für mich beeindruckend. Das war ein sehr schönes Erlebnis.“

Borussia Dortmund verbindet Generationen. Männer und Frauen – alle Nationen.

– BVB Hymne

 

Ben (5. v.R.) mit seinem Fanclub nach dem Derbysieg diese Saison

Ben (5. v.R.) mit seinem Fanclub nach dem Derbysieg diese Saison. Foto: privat

„Borussia Dortmund verbindet Generationen. Männer und Frauen – alle Nationen.“ heißt es in der BVB-Hymne „Borussia“. Das hat sich auch Ben zu Herzen genommen, denn in dem Fanclub sind nicht nur Engländer. Auch aus zum Beispiel dem Iran, aus Australien oder aus Saudi-Arabien kommen die Mitglieder, wie Naif, der mit dem Fanclub das erste Mal überhaupt Dortmund besucht hat. Er ist zum BVB Fan geworden, weil ihm die schnelle Art des Fußballs imponiert hat.

Auch Bens Bruder Oscar ist Mitglied in dem Fanclub. Als er und Ben in Dortmund gelebt haben, war er noch ein Kleinkind, deshalb kennt er vieles nur aus Erzählungen. Das hindert ihn aber nicht daran, begeisterter BVB Fan zu sein. Was ihn am Verein besonders gefällt, ist die Verbundenheit zwischen Mannschaft und Fans: „I find that a beautiful thing to that other teams should take example of. To support their team and to be that union between the crowd and the team. And also when they win the championships and everything and even when they dont win, we support them.“

Übersetzung: („Ich finde das eine schöne Sache. Ich denke, die anderen Teams sollten sich daran ein Beispiel nehmen, das Team so zu unterstützen, und diese Einheit zwischen den Fans und der Mannschaft zu bilden. Wir unterstützen die Mannschaft, wenn sie die Meisterschaft gewinnen, aber auch wenn sie verlieren.“)

Pro Saison kommen ein paar der Jungs fünf bis sechs Mal nach Dortmund, um die Stadt und das Stadion zu besuchen. Wenn sie nicht kommen können, gucken sie die Spiele gemeinsam in ihrer Fankneipe. Dann sind sie zwar knapp 700 Kilometer vom Westfalenstadion entfernt, aber mit den Herzen für 90 Minuten in Dortmund.

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