Lokalpatriotismus auf der Brust

Sascha Hoffmann hatte die Idee zu den Dortmund-Shirts. Foto: Nils Bickenbach

Sascha Hoffmann hatte die Idee zu den Dortmund-Shirts. Foto: Nils Bickenbach

Wieso tragen hier Leute Shirts der Uni Berkeley?“ Das fragte sich ein kleiner, leicht nostalgischer Kreis von gebürtigen Dortmundern um Sascha Hoffmann. Die Idee: Ein T-Shirt aus Dortmund musste her. Und das schlug ein „wie eine Bombe“. Dortmunds Skyline mit U-Turm und Florian ziert ein Motiv, außerdem gibt es noch Bezüge auf die Nordstadt, Südseite und das Kreuzviertel. Die Motive kommen an – das zeige auch die jetzt schon zu hohe Nachfrage, so Hoffmann.

Die Zahl 4600, die auf den Shirts steht, ist die alte Postleitzahl Dortmunds aus den Zeiten als die Stadt noch für „Stahl, Kohle, Bier“ bekannt war. Aber Potleitzahl und  Stadt sind sind nicht die einzigen Inspirationen für Motive auf dem Shirt. In Zukunft soll es  ein Aktionsshirt gegen Nazis geben, da sich das Team um Hoffmann klar gegen Rechts positioniert. „Wir haben zu der Demonstration am fünften September den Slogan „Für Dortmund. Gegen Nazis.“ beigesteuert, erzählt Hoffmann.

Das „Low-Budget“ Konzept ist noch ausbaufähig. Auf der Internetseite  nimmt das Team gerne Ideen von Usern auf. Jeder kann Vorschläge einbringen, und sogar sein selbstentworfenes Motiv zum Verkauf anbieten. Es ist geplant, das Projekt auf andere Städte im Ruhrgebiet wie Bochum zu erweitern.

pflichtlektüre war auf dem Campus in Dortmund unterwegs und hat euch gefragt: Würdet ihr ein Dortmund-T-Shirt tragen?

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Jan Zeman (31) ist ein echter Dortmunder Nordstädter. Er studiert Sonder – und Sozialpädagogik und würde ein lokalpatriotisches T-Shirt tragen. Das „Südseite“ Motiv hat es ihm angetan. „Ist doch ganz witzig“.

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Gert Twieling (30) kommt aus Lünen, fühlt sich aber auch als Dortmunder, da er so gut wie jeden Tag herkommt und quasi nebenan wohnt. Trotzdem hat der Mathematikstudent kein gesteigertes Interesse an Dortmund oder Lünen T-Shirts. Es käme ihm auf den Preis an, normal denkt er aber nicht über so ein T-Shirt nach.

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Ricarda Piel (22) studiert Raumplanung und wohnt erst seit Oktober in Dortmund. Durch regionale Projekte im Studium hat sie schon eine gewisse Identifikation mit Dortmund, fühlt sich aber noch nicht so heimisch wie in Münster, wo sie herkommt. Ein Dortmund T-Shirt zu tragen, könnte sie sich nur vorstellen, wenn ihr das Motiv zusagt.

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Marieke Becker (23) wohnt seit zweieinhalb Jahren in Dortmund. Die Bauingenieurstudentin hat also schon eine gewisse Identität mit der Stadt. Ein T-Shirt mit einem Dortmund Motiv würde sie tragen, es komme nur auf das Motiv an. Das „Südseite“-Logo war ihr zu überladen.