Universitätsbibliothek: Mehr E-Books, die keiner findet

Zum 50. Geburtstag der Universitätsbibliothek im vergangenen Jahr hat die Universität nun einen Jahresbericht herausgegeben, der die aktuellen Zahlen und Änderungen umfasst. Eine Entwicklung: Die Aufrufe der E-Books sind in wenigen Jahren von 500.000 auf mehr als 3,6 Millionen gestiegen. Nicht bei allen Studierenden kommen alle Neuerungen gut an. 

Für manche Studierende ist die Universitätsbibliothek wie ein zweites Zuhause. Fast 4000 Besuche verzeichnet der Lesebereich der TU Dortmund jeden Tag. Im vergangenen Jahr gab es rund 1,7 Millionen Bibliotheksbesuche. Bei manchen Studierenden ist die Bibliothek ein beliebter Ort, an dem sie sich gerne aufhalten, bei anderen nicht. Doch eins haben alle Studierenden gemeinsam: An der Bibliothek kommt keiner in seinem Studium vorbei. 

Für vier Neuerungen aus dem Jahresbericht gibt es von den Studierenden besonderes Lob, aber auch Kritik: 

 

Katalog Plus

Ende 2014 wurde der Katalog Plus an der TU Dortmund eingeführt, um die Möglichkeiten der Literaturrecherche zu optimieren. Laut Bericht hat sich seit dem vor allem die Suchgeschwindigkeit und die Größe des Suchraums verbessert. Nicht nur der Bestand der Universitätsbibliothek ist darin zu finden, sondern auch einzelne Artikel und Konferenzbeiträge. Außerdem werde die Literaturrecherche durch die direkte Anbindung von Liefer- und Bestelldiensten und der Nachweis der Bestände der Universitätsbibliothek Bochum und der Bibliothek der FH Dortmund vereinfacht. Laut Jahresbericht habe der Katalog Plus allerdings noch an vielen Stellen Optimierungsbedarf. Schließlich stehe der Katalog erst am Anfang seiner Entwicklung. Daher werden die Rückmeldungen von Studierenden konstruktiv aufgenommen und versucht umzusetzen. Denn auch nach 1,5 Jahren kommt der Katalog Plus bei den Studierenden immer noch nicht gut weg:

Der Katalog Plus ist eine Katastrophe. Ich wünsche mir den alten zurück, als es noch eine richtige Suche nach Autoren gab.
Diana Kirst, Grundschullehramt

Das mit dem Katalog Plus ist so eine Sache. Der Umgang ist manchmal echt schwierig. Ich hatte jetzt auch schon ein paar mal, dass der Katalog mir zu Hause andere Suchergebnisse angezeigt hat als in der Uni.
Jasmin in der Weide, Erziehungswissenschaft

Ausblick: In den nächsten Jahren möchte die Universitätsbibliothek ihren Katalog mehr und mehr zum zentralen Recherche- und Serviceportal ausbauen. Bis dahin muss nach den Aussagen der Studierenden noch an vielen Baustellen nachgebessert werden. Denn aktuell fällt der Katalog Plus bei vielen Studierenden eher durch. 


E-Books

Seit Jahren nimmt die Bedeutung und Nutzung von elektronischen Medien zu. Dies macht sich auch in der Universitätsbibliothek bemerkbar. Die Nutzungszahlen zeigen, dass der Zugriff auf E-Books stetig steigt. Laut Jahresbericht ist die Zahl der Ausleihen aus dem gedruckten Bestand seit 2008 rückläufig, während die Zugriffe auf E-Books im Jahr 2015 um 30 Prozent stiegen. Grund dafür sei vor allem der Anstieg von Qualität und Quantität, heißt es in dem Jahresbericht. Zu Beginn standen den Studierenden nur E-Book-Pakete des Springer-Verlags und fast ausschließlich angloamerikanische Titel zur Verfügung. Mittlerweile sind viele Bücher deutscher Verlage hinzugekommen. Die Entwicklung ist eng verbunden mit einem neuen Geschäftsmodell: Die Universitätsbibliothek stellt viele Medien temporär bereit. Erst nach festgestelltem Bedarf, durch die Nutzungshäufigkeit ausgedrückt, werden Bücher dauerhaft erworben.

Ausblick: Das E-Book-Angebot soll mit 34.000 neuen E-Books in diesem Jahr noch einmal erweitert werden. Das freut vor allem die Studierenden, die mehr E-Books fordern:

Dass es die E-Books gibt, ist super. Ich würde mir noch mehr davon wünschen. Vor allem wäre es toll, wenn mehr Bücher der Emil-Figge-Bibliothek als E-Book geben würde, da diese ja nur für einen sehr kurzen Zeitraum ausleihbar sind.
Liesel Smirek, Grundschullehramt


Scanner

Scanner in der Zentralbibliothek Foto: Anne Schubert

Mittlerweile stehen 16 Scanner zur Verfügung.
Foto: Anne Schubert

Mittlerweile stellt die Universitätsbibliothek an allen Standorten insgesamt 16 Scanner zur Verfügung. Davon stehen allein zehn in der Zentralbibliothek. 2015 wurden an den Aufsichtscannern etwa 2,3 Millionen Seiten digitalisiert. Ein wesentliches Merkmal der Scanner sei laut Bericht  ihre einfache Handhabbarkeit und die buchschonende Bedienung.

Die Scanner erfreuen sich bei den Studierenden hoher Beliebtheit:

Die Scanner sind echt gut. Sie sind einfach zu bedienen und scannen sehr ordentlich. Nur manchmal zeigen sie eine Störung an, da muss man dann vorsichtig sein, bevor auf einmal alles weg ist.
Jasmin in der Weide, Erziehungswissenschaft

In der Zentralbibliothek sind genug Scanner vorhanden. In der Emil-Figge-Bibliothek würde ich mir noch einen weiteren Scanner wünschen. Vielleicht auch an einer anderen Stelle, damit sich das ganze ein wenig entzerrt.
Diana Kirst, Grundschullehramt


Ambiente

Eine Universitätsbibliothek ist eine Universitätsbibliothek. Da haben viele Studierende keine hohen Ansprüche. Trotzdem möchten sie sich beim Lernen wohl fühlen und genügend Platz vorfinden. Aus Sicherheits- und Brandschutzgründen können allerdings in der Zentralbibliothek keine zusätzlichen Plätzen mehr eingerichtet werden. Laut Jahresbericht ist deswegen vor allem die Steigerung der Aufenthaltsqualität das Ziel. Dafür wurde bisher der frühere Lesesaal umgestaltet und modernisiert und der Eingangsbereich wurde durch das Anbringen von weiteren Akustikwürfeln gedämmt.

Die neuen Sitzecken in der Zentralbibliothek. Foto: Anne Schubert

Die neuen Sitzecken in der Zentralbibliothek.
Foto: Anne Schubert

Außerdem wurde im letzten Jahr eine neue Schließfachanlage in Betrieb genommen. Im zweiten und dritten Obergeschoss stehen nun 250 Langzeit- und 50 Kurzzeitfächer zur Verfügung.

Auch in der Emil-Figge-Bibliothek gibt es Veränderungen. Zwei neue Gruppenarbeitsräume sind hinzugekommen. Diese sind über ein Raumbuchungsprogramm zu reservieren. 

Mittags ist es schwierig einen freien Platz zu finden. Mehr Arbeitsplätze wären also toll. Außerdem sollten die Toiletten unbedingt modernisiert werden.
Marc, Chemieingenieurwesen

Ausblick: In diesem Jahr soll der Gruppenarbeitsbereich des Erdgeschosses der Zentralbibliothek verbessert werden. Dafür plant die Universität, die bereits vorhandenen Arbeitsplätze zu neuen Lernumgebungen mit verbesserter Unterstützung für kooperatives Lernen und Arbeiten umzugestalten und durch neue Mobiliar die Aufenthaltsqualität in der Bibliothek auf dem Campus Süd zu verbessern. Außerdem ist für die Zentralbibliothek ein neues virtuelles Leit- und Orientierungssystem in Arbeit, das dabei helfen soll, den gesuchten Standort besser zu finden. 

Beitragsbild: Anne Schubert

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