Rektorengespräch: Wenige Studenten, viele Fragen

Kommunikation ist alles. Deswegen hat der AStA der TU am Montag erneut die Veranstaltung „Setz dich ein!“ organisiert: Studenten konnten Rektorin Ursula Gather und Prorektor Metin Tolan konkrete Fragen stellen und ihre Kritik an den Studienbedingungen äußern. Eigentlich eine gute Sache: Nur kaum ein Student wusste davon.

Viele Sitze blieben leer. Bei der Veranstaltung „Setz dich ein!“ war der Hörsaal 2 in der Emil-Figge 50 nicht einmal zur Hälfte gefüllt. Nur knapp 50 Studenten kamen zur Gesprächsrunde mit dem Rektorat. „Dann haben die Studenten wohl keine Probleme“, mutmaßte Prorektor Tolan vor der Veranstaltung. Der Grund für die mangelnde Beteiligung war aber wohl ein anderer: Der AStA hatte kaum Werbung für die Veranstaltung gemacht. Lediglich auf der AStA-Homepage des gab es eine kleine Mitteilung. Flyer wurden erst kurz vor der Veranstaltung am Montagmorgen verteilt.

Erst nach Beginn der Veranstaltung trudelten die Studenten ein.

Erst nach Beginn der Veranstaltung trudelten die Studenten ein.

Die Begründung vom AStA: Man habe erst am Donnerstag die Zusage für den Hörsaal bekommen. „Davor hat es einfach keinen Sinn gemacht, Flyer zu drucken, so ganz ohne Raumnummer. Und als wir dann den Raum sicher hatten, kamen noch Probleme mit dem Drucker dazu und wir konnten die Flyer nicht rechtzeitig drucken. Das ist einfach blöd gelaufen“, erklärt AStA-Vorsitzender Marc Hövermann. Das fanden viele der anwesenden Studenten schade. „Es wären sicher viel mehr Leute gekommen. Es gibt schließlich großen Gesprächsbedarf“, sagte eine der Anwesenden.

Neues Vergabesystem für die Germanistikseminare

Unter den knapp 50 Studenten waren hauptsächlich Germanisten. Und die hatten vor allem Fragen zum Seminarvergabesystem der Germanistik. Denn das sorgte in den letzten Wochen für viel Aufregung und sogar Klagen  (pflichtlektüre berichtete). Eine Studentin kritisierte das Seminarvergabesystem als intransparent. Sie wisse immer noch nicht, wie es in der Zukunft weitergehe. Dass das System zu wenig transparent sei, sei keine Frage, sagte Metin Tolan. Die Unsicherheit der Studentin aber konnte er nicht nachvollziehen. Schließlich hätte es in allen Germanistik-Fällen eine Lösung, zumindest ein „Angebot“ gegeben, so Tolan.

Metin Tolan und Rektorin Ursula Gather stellten sich den Fragen der Studenten.

Metin Tolan und Rektorin Ursula Gather stellten sich den Fragen der Studenten.

Insgesamt waren er und Rektorin Gather optimistisch. Für die Germanistik plane man ein neues Vergabesystem – nach dem Vorbild der Mathematiker. „Es gibt sehr viele Mathematikstudenten und es kommen immer mehr dazu. Aber die Vergabe der Seminare läuft total geräuschlos, ohne Probleme ab“, erklärte er. Deswegen soll die Germanistik das Vergabesystem der Mathematik ab dem nächsten Semester übernehmen. Der Plan: Das LSF soll so umgestellt werden, dass frühzeitig klar ist, wie viele Plätze gebraucht werden. Die Studenten sollen sich bereits am Ende des Semesters für ihre Kurse voranmelden. So könnten „Kapazitäten abgefragt werden“ und man habe schon vor Beginn des Semesters einen guten Überblick. „Ich kann nicht versprechen, dass es funktioniert. Aber ich wüsste nicht, wieso es nicht funktionieren sollte“, sagte Tolan. Dadurch würden die Ressourcen, die ja ohnehin schon da wären, optimal genutzt, sagte Rektorin Gather.

Viele offene Fragen

Warum das Institut für Germanistik keine zusätzlichen Dozenten eingestellt hat, wollten die Studenten außerdem wissen. Das verstehe man auch nicht, sagten Tolan und Gather. Die Mittel dazu hätte das Institut für Germanistik. Das weiß auch der AStA, der Einsicht in den Haushaltsplan hatte. „Wir dachten, es gebe keine Geld. Aber allein 50.000 Euro aus alten Studiengebühren hat das Institut nie angetastet. Warum liegt das Geld da rum?“, fragte auch Marc Hövermann ratlos. Vor kurzem wurden zwei neue Stellen besetzt. In den 6 Monaten davor aber habe es laut AStA keinen Versuch gegeben neues Personal einzustellen. (Bis zum Redaktionsschluss waren die Fakultätsgeschäftsführung und Dekanin Ute Gerhard nicht zu erreichen.)

Auch der drohende Ersti-Ansturm nach den doppelten Abitur-Jahrgängen war ein Thema: Das Publikum fragte,  ob die TU auf die vielen Studenten vorbereitet sei. Gather antwortete, dass die Planung dazu abgeschlossen sei. Der Bund und die Länder hätten der Uni 20.000 Euro pro Student im ersten Semester zugesprochen. Ein Teil des Geldes fließt nach Aussagen der Rektorin auch in den Bau des neuen Seminargebäudes am Campus Nord.

Geteiltes Fazit

Der AStA-Vorsitzende Marc Hövermann war trotz der mäßigen Teilnehmerzahl zufrieden.

Der AStA-Vorsitzende Marc Hövermann war trotz der mäßigen Teilnehmerzahl zufrieden. Fotos: Vivien Schütz

Auch wenn der Hörsaal überschaubar war, zeigte sich AStA-Vorsitzender Marc Hövermann nach der Veranstaltung nicht unzufrieden: „Ich finde es positiv, dass sich Gather und Tolan immer wieder den Fragen stellen. Jeder darf Fragen stellen. Jede Frage wird beantwortet. Damit schafft das Rektorat Transparenz.“

Die Meinung unter den Studenten war zweigeteilt. Die Veranstaltung sei zwar eine tolle Sache. Man könne Tolan und Gather ja wirklich ausquetschen. Und das neue Vergabesystem höre sich vielversprechend an. Einige Germanistik-Studenten aber waren enttäuscht: „Die richtigen Ansprechpartner, also unser Institutsleiter, waren nicht da. Das hätte uns mehr weitergeholfen.“

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