Rock dich fit!

Gewichte stemmen oder joggen gehen – das ist ja sowas von 2016. Der Sporttrend des neuen Jahres heißt „Pound“. Er verbindet Fitness mit Trommeln und rockiger Musik. Was die Sportart aus den USA sonst noch so kann, haben wir für euch getestet.

„Pound“, schallt es durch den ganzen Raum. Wie auf Befehl beginnt sofort lautes Getrommel, immer im Takt der rockigen Musik. Mit schnellen Bewegungen schlagen die Kursteilnehmerinnen zwei neongrüne Schlagzeugsticks auf den Boden.

Was sich zunächst anhört wie Schlagzeugunterricht, ist tatsächlich ein Fitnesskurs. Die Sportart Pound ist vor einigen Monaten aus Amerika zu uns nach Deutschland hinüberschwappt. Seit Anfang des Jahres werden auch in Dortmund Kurse angeboten. Erfunden wurde Pound von den Schlagzeugerinnen Cristina Peerenboom und Kirsten Potenza. Die Idee ihre zwei Leidenschaften, den Sport und den Rock zu vereinbaren, kam Peerenboom nach eigenen Angaben, als ihr Instrument gerade kaputt war, sie aber dennoch üben wollte.

Der Name der Sportart leitet sich von dem englischem Verb „to pound“ ab, was so viel heißt wie „klopfen“ oder „trommeln“. Und genau darum geht es bei dieser ganz speziellen Kombination aus Koordination, Cardio und Pilates: Zu rockiger Musik wird mit zwei Schlagzeugsticks, den sogenannten Ripstix, rhythmisch auf dem Boden und in der Luft getrommelt (hier im Video).

Beim Song „Chains“ von Nick Jonas beispielsweise stehen die Kursteilnehmerinnen im Dortmunder Fitnessstudio „Jumping Fitness“ in hüftbreitem Stand hinter ihren Matten. Dann schlagen sie mit je einem Stick kraftvoll neben ihren Füßen auf den Boden. Beim Aufrichten schlagen sie die Ripstix mit einem lautem „Klack“ über ihren Köpfen zusammen. Danach geht die Choreografie von vorne los. Das hört sich dann zum Beispiel so an:

 

Was zunächst machbar klingt, wird spätestens dann kompliziert, wenn alles schneller oder in doppelter Ausführung gemacht werden soll. Gerade als Anfänger kommt man bei so vielen gleichzeitig zu koordinierenden Tätigkeiten schnell aus dem Takt. Doch Trainerin Rieke Steierl ermutigt ihre Teilnehmerinnen: „Verzweifelt nicht, wenn das euer erstes Mal ist. Wenn mal ein Schlag danebengeht – völlig egal. Einfach Spaß haben und draufhauen!“

Sportklamotten, Ripstix und gute Laune – mehr brauchen die Pound-Teilnehmerinnen nicht. (Foto: Miriam Jagdmann)

Neben dem Taktgefühl trainiert Pound vor allem die Koordinationsfähigkeiten. Der Sport soll laut den Gründerinnen außerdem Stress lindern, das Immunsystem stärken und den Blutdruck verbessern. Quasi nebenbei verbrennt man dann auch noch jede Menge Kalorien: Das Magazin „Wellness Gala“ hat ausgerechnet, dass ein 75 Kilogramm schwerer Mensch bei einer 45-minütigen Pound-Einheit etwa 600 Kalorien verbrennt. Beim Sport selbst merkt man von der Anstrengung aber kaum etwas, sagt Trainerin Steierl. „Am Anfang denkt man: Wohin mit den Stöcken, wo muss ich hinschlagen und die Musik geht weiter … aber das Schöne dabei ist, dass man währenddessen schon bestimmt 30 Squats gemacht hat und der Körper merkt das gar nicht.“

Kein Wunder also, dass den Dortmunder Teilnehmerinnen der Spaß an dem „Rockout Workout“ trotz Anstrengung deutlich anzusehen ist. Sie empfinden Pound als eine gelungene Abwechslung zu klassischen Sportarten:  

 

„Für den nächsten Song setzen wir uns“, kündigt Steierl an. Was nach Entspannung nach dem Workout klingt, ist jedoch mindestens genauso schweißtreibend wie die Übungen zuvor. Für die sogenannte Kit-Position müssen sich die Sportlerinnen auf ihre Matten setzen und die Beine vor sich ausstrecken. Dann gilt es, im Rhythmus des Songs rechts und links mit den Ripstix neben die Beine zu schlagen. Spätestens nach diesem letzten Song fühlt sich wohl jede der Kursteilnehmerinnen wie ein Rockstar. Und am Ende gibt es sogar Applaus – natürlich mit den Ripstix.

Hier wird Pound in Dortmund angeboten

BeitragsbilderPOUND®

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