Trump droht deutschen Autokonzernen mit Strafzöllen

In einem gemeinsamen Interview der Bild-Zeitung und der Times mit Donald Trump hat dieser sich zu seiner geplanten Außen- und Wirtschaftspolitik geäußert und dabei teils widersprüchliche Aussagen gemacht. In dem Gespräch holt Trump weit aus: So kritisiert er Merkels Flüchtlingspolitik, befürwortet den Brexit und droht deutschen Autobauern mit Strafzöllen.

In dem Interview, das Bild-Herausgeber Kai Diekmann zusammen mit dem britischen Journalisten Michael Gove von der Tageszeitung Times am Sonntag, 15. Januar, mit Trump geführt hat, äußert sich der designierte US-Präsident mit seinen gewohnten außenpolitischen Positionen. „Ich finde, sie hat einen äußerst katastrophalen Fehler gemacht, und zwar all diese Illegalen ins Land zu lassen“ sagt Trump über Merkels Flüchtlingspolitik gegenüber der Bild und der Times. Als eine der Folgen dieser Politik verweist er auf den Weihnachtsmarkt-Anschlag in Berlin am 19. Dezember. Gleichzeitig lobt er Merkel und stellt klar, dass er großen Respekt vor ihr habe. Trump betont außerdem, dass er die EU im Niedergang begriffen sieht und sich der Brexit als eine großartige Sache herausstellen werde.
Weitere Länder würden bald diesen Schritt gehen. Die NATO bezeichnet der künftige Präsident als „obsolet“, andererseits aber auch als „sehr wichtig“. 

Trump drohte den deutschen Autobauern BMW, Mercedes, VW und Audi mit Strafzöllen, falls diese ihre im Ausland gefertigten Autos in den USA verkaufen wollten. Auf die Frage nach Plänen von BMW, 2019 eine Fabrik in Mexiko zu eröffnen, sagt er: „Ich würde BMW sagen, wenn sie eine Fabrik in Mexiko bauen und Autos in die USA verkaufen wollen, ohne eine 35-Prozent-Steuer, dann können sie das vergessen.“ Ob diese Drohung ernst zu nehmen ist, wird von Experten kontrovers Diskutiert. CDU-Außenpolitiker Norbert Röttgen stuft Trumps Äußerungen gegenüber deutscher Unternehmen im Deutschlandfunk als „ernst zu nehmen“ ein.

Skeptische Stimmen halten Diekmanns Fragen an den künftigen US-Präsidenten im ersten deutschen Interview für zu unkritisch.