Immer mehr Obdachlose in Dortmund

Die Zahl der bedürftigen obdachlosen Menschen in Dortmund ist in den letzten Jahren stark gestiegen. Entsprechende Hilfsangebote für den kalten Winter gibt es allerdings wenig.

In den letzten sechs Jahren hat die zentrale Beratungsstelle für Wohnungslose beim Diakonischen Werk in Dortmund einen Anstieg der Obdachlosen in Dortmund um 43 Prozent registriert. In anderen deutschen Großstädten gibt es für den Winter sogenannte Kältebusse, in denen sich Obdachlose aufwärmen und versorgen können. Die Forderung der Grünen im Stadtrat nach einem Kältebus für Dortmund hat sich trotz der steigenden Anzahl der bedürftigen Menschen nicht durchgesetzt.

Anstatt eines Kältebusses hält das Diakonische Werk die Errichtung sicherer Schlafplätze in Dortmund für sinnvoller, schreibt die Tageszeitung Ruhr Nachrichten. In einigen anderen deutschen Städten gibt es hierzu Boxen aus Spanplatten als Unterschlupf vor Nässe und Kälte. In Dortmund wurde über diesen Ansatz allerdings noch nicht nachgedacht, weil unter anderem die Geldgeber für ein solches Projekt fehlen würden. 

Eine positive Entwicklung lässt sich hingegen beim Dortmunder „Gast-Haus“ erkennen, einer ehrenamtlichen Einrichtung, in der Obdachlose unter anderem kostenlos Essen, frische Kleidung und medizinische Versorgung erhalten. Seit Januar ist mit einem Frauenarzt dort der sechste Mediziner im Einsatz, im Februar folgt noch ein Augenarzt.