Dortmunder Tafel erhält pflichtlektüre-Spenden

Pflichtlektüre Spendenaktion Dortmunder Tafel

Eine Tütensuppe, eine Dose Mais oder jetzt zu Weihnachten eine Packung Kekse – für die einen ist es leicht entbehrlich, für die anderen etwas Kostbares. 3600 Menschen versorgt die Dortmunder Tafel pro Woche mit Lebensmitteln, Kleidung und anderen Sachspenden. Zu Weihnachten hat auch die pflichtlektüre-Redaktion fleißig für die Tafel gesammelt, nun wurden die Spenden übergeben.

Die Reporter haben ganz schön was zu Schleppen, als sie die Ausbeute über die Schwelle der Zentrale Osterlandwehr in den Empfangsbereich tragen. Praktikantin Vera Hünteler staunt nicht schlecht. Im Video seht ihr sie beim Auspacken:

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Die Spenden sollen in der letzten Woche vor Weihnachten verteilt werden – und sie werden bitter benötigt. „Zurzeit spenden die Dortmunder nur sehr wenig“, erzählt die Pfortenleitung Waltraud Böttner. „Die Weihnachtsaktion ist im letzten Jahr so kläglich ausgegangen, dass wir dieses Jahr überhaupt keinen Sonderaufruf zum Spenden haben. Nur die Hälfte unserer Kunden konnte letzten Dezember mit Weihnachtsspenden versorgt werden.“ Vor einigen Jahren habe es noch viel mehr regelmäßige Spenden gegeben, doch mit jedem Jahr fielen diese geringer aus. Jetzt sind es für gewöhnlich Vereine, Schulen und Kindergärten, die einzelne Spendenaktionen veranstalten. Gespendet wird hauptsächlich Geld. An Sachspenden bekommen die Kleinsten noch am meisten, nämlich Spielzeug und Anziehsachen. „Dabei freuen sich unsere Kunden über für uns völlig normale Sachen“, sagt Waltraud Böttner. „Kaffee oder Kekse sind etwas ganz Besonderes für sie.“ 

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Waltraud Böttner freut sich, dass die pflichtlektüre so viel gesammelt hat. Foto: Anna Palm

Der langjährigen Mitarbeiterin liegt ihre Arbeit sehr am Herzen. „Ich arbeite hier, weil ich aus einer Zeit komme, wo Essen noch wertvoll war“, sagt sie. „Ich kann es nicht haben, dass so viel weggeschmissen wird.“ Und sie weiß, wie sehr andere Menschen auf Hilfe angewiesen sind. „Es gab mal eine sehr alte Kundin, sie war vom Leben gezeichnet“, erzählt Waltraud Böttner. Beim Sprechen kommen ihr die Tränen. „Die hat einfach gesagt: Gott segne Sie!“, sagt sie. „Sie war so dankbar, und das war etwas ganz Besonderes für mich. Denn die meisten schämen sich, hier hinkommen zu müssen. Dabei kann es jeden treffen.“

Deswegen fordert die Tafel auch weiterhin zum Spenden auf: Das kann man von montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr in der Zentrale Osterlandwehr 31-35 in der Nähe vom Borsigplatz.  

 

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Teaserfoto: Elena Bernard
Bannerfoto: Redaktion pflichtlektüre

 

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