Sprung in die Linse

Auf der Suche nach der menschlichen Dimension auf dem Campus – das war die Ruhr Uni Bochum. Gefunden hat sie 326 Vorschläge in Form von Fotos: Die RUB hat im Rahmen der Entwicklung ihres neuen Corporate Design auch einen Fotowettbewerb gestartet, der die drei Werte menschlich, weltoffen und leistungsstark darstellen sollte. Mit den Fotos will sich die Universität demnächst nach außen präsentieren.

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Schwer was los an der RUB: Anna Wasilewski liebt Sprungfotos. Foto: Anna Wasilewski

Gewinnerin Anna Wasilewski, die an der RUB Psychologie und Sozialwissenschaften studiert, kam bei dem Thema „Menschliche Dimensionen“ gleich auf eine besondere Idee. „Ich musste sofort an fremde Galaxien denken und wollte dementsprechend Schwerelosigkeit auf meinen Bildern erkennbar machen“, sagt sie. Also ran an den Fotoapparat und eintauchen in die Galaxien, die die Universität auf dem Campus zu bieten hat. Und auch in Sachen Schwerelosigkeit musste Anna Wasilewski nicht lange nachdenken. „Ich liebe Sprungfotos“, erklärt sie und hatte das Konzept für ihre Fotoreihe „Schwer was los“ schnell entwickelt.

An zwei Tagen besuchte sie zwölf Termine und knipste los. „Um authentisch zu bleiben, habe ich immer nur Menschen fotografiert, die ich wirklich an den Orten angetroffen habe. Ich wollte keine Models nehmen“, sagt die Studentin. Das war ebenfalls ein Glücksgriff, wie sie schnell erkannte: „Es haben sich noch viele Ideen mit den Menschen selbst ergeben, die ich fotografiert habe.“ Idee für Idee schritt sie zusammen mit dem Fotoapparat in der Hand voran und blickt auf eine sehr spaßige Zeit zurück. “ Alles in allem war es echt witzig. Und ich denke, wenn man sich die Bilder anschaut, kann man das auch sehen.“

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Auch in der Bibliothek fand die Studentin sprungstarke Modelle. Foto: Anna Wasilewski

Springen für ein gutes Foto

Die Chemiker kamen auf die Idee, flüssigen Stickstoff auf dem Boden zu vergießen und bunte Chemikalien anzumischen, bei den Künstlern sprangen auch gleich die Kunstwerke mit. Anna Wasilewski lag zu der Zeit dann auf dem Boden, um die Sprünge möglichst hoch aussehen zu lassen. Und wenn sie nicht gerade lachen musste, kam ein neues Foto zur ausgezeichneten Fotoreihe hinzu.

So war die Menschlichkeit, die sie zeigen wollte, nicht nur bloß irgendein Aufhänger für den Fotowettbewerb: „Das positive Bild, dass ich in den Bildern zeigen wollte, hat sich durch die hilfsbereite und äußerst positive Mitarbeit aller Modelle bestätigt.“ Für acht Bilder hat sie sich schließlich entschieden und reichte sie für den Wettbewerb ein. Zehn waren das Maximum, so die Regeln. Neben den Bildern, die „Schwer was los“ zeigen, hat Anna Wasilewski auch die Techniker, Schauspieler, die Unizwerge und einen Kellner mit Gästen im Bistro fotografiert.

Anna Wasilewski räumt Pubilkumspreis ab

Ein menschlicher Spaziergang quer durch die Universität – jetzt sind ihre Bilder noch bis zum Jahresende in einer Fotoausstellung im Musischen Zentrum zu sehen. Daneben auch andere Bilder von den insgesamt 40 Teilnehmern. Zehn Einsendungen wurden mit Preisen ausgezeichnet. Eine Jury aus Mitgliedern der Verwaltung, des Rektorats, der Pressestelle und einem Fotografen sowie Studentenvertreter entschieden sich für Anna Wasilewskis Reihe. Doch damit war nicht Schluss: auch die Besucher im Musischen Zentrum durften eine zeitlang abstimmen und vergaben damit auch einen Publikumspreis. Die Gewinnerin: Anna Wasilewski. „Ohne die Möglichkeit, im Musischen Zentrum meine fotografischen Kenntnisse zu erweitern, hätte ich das nie hingekriegt.“ Und springende Menschen wird sie sicher auch noch abseits der RUB weiterhin fotografieren.

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