Immuntherapie gegen Multiple Sklerose

Drei Jahre lang ist die Förderung für zwei Studien zu Immuntherapien bei Multipler Sklerose (MS) in Bochum gesichert. Die Bochumer Neurologen um Prof. Dr. Ralf Gold und PD Dr. Andrew Chan von der
RUB-Uniklinik (St. Josef Hospital) bekommen 900.000 Euro vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF). In den Studien wird untersucht, wie man individuell auf den Patienten abgestimmte Immuntherapien auswählen kann. Die beiden Studien sind Teil des Kompetenznetzwerks MS des Bundesforschungsministeriums, bei dem es um die Erforschung von „wichtigen Erkrankungen“ geht. Insgesamt neun Anträge auf die Förderung gingen ursprünglich beim Ministerium ein, nach internationaler Begutachtung wurden aber nur die Bochumer und zwei weitere Projekte ausgewählt. Insgesamt gibt es 7 Millionen Euro für das gesamte Netzwerk, das zunächst drei Jahre läuft, aber im Grunde auf 12 Jahre angelegt ist.

Die Studie soll langfristig über 1.000 Patienten schon zu Beginn der Erkrankung systematisch erfassen. Dann will man die klinischen Ergebnisse und Daten der Patienten mit den Ergebnissen neuer Untersuchungs- und Behandlungsmethoden abgleichen. Unter anderem verwendet man molekulare Untersuchungen der Gene und
Proteine der Patienten und Kernspintomographie. Das soll Erkenntnisse liefern, mit denen die Forscher in Zukunft besser individuell auf den Betroffenen abgestimmte Therapien bei MS finden wollen. Ab dem Herbst 2009 beginnt die Aufnahme von Patienten in die Studie. „Für die deutsche MS-Forschung stellt das BMBF-Netzwerk im internationalen Vergleich eine sehr gute Entwicklungschance dar“, sagt Prof. Gold.

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