H-Bahn-Unfall an der Mensabrücke

Ein Beitrag von Sebastian Hetheier

Um kurz nach acht war ein lauter Knall in der Nähe der Mensabrücke zuhören, als die H-Bahn Richtung Südcampus mit einem Bauschuttcontainer kollidierte.

Nur wenige Meter war die führerlose Gondel von der Haltestelle an der Mensabrücke fahrplanmäßig losgefahren, als sie am südlichen Parkplatz hinter dem Audimax bei einer Geschwindigkeit von ca. 40 km/h mit dem Container zusammenprallte.

27 Verletzte konnten schnell ärztlich versorgt werden

33 Insassen waren an Bord der Hochbahn, von denen laut abschließendem Polizeibericht 27 Verletzungen erlitten. Bereits wenige Minuten nach dem Unfall rückten die ersten Einsatzwagen der Martener Feuerwehr an, um die Fahrgäste, die sich zu dem Zeitpunkt immer noch in der Gondel befanden, zu evakuieren. Weitere Einsatzkräfte aus Bochum und dem Ennepe-Ruhr-Kreis stießen später dazu, um die Dortmunder Helfer zu entlasten.

Mittels Drehleiter der Feuerwehr konnten sieben Menschen gerettet werden. 15 weitere wurden mit Hilfe einer Rettungsgondel der Betreiber zum Südcampus gebracht, wo sie von einem Notarzt versorgt und anschließend in umliegende Krankenhäuser abtransportiert werden konnten. Die Rettungskräfte sprachen von Kopfverletzungen und einem gebrochenen Arm.

Kollision beim Abladen eines Containers

Die Unfallursache erklärt sich die Polizei nach derzeitigem Ermittlungsstand mit der Unachtsamkeit des LKW-Fahrers. Er entlud den Müllcontainer in dem Moment, als die Bahn losfuhr. Durch den schrägen Anstellwinkel und die Übergröße des Containers wurde der Sicherheitsabstand von 4,50 Meter zum Bahnbetrieb überschritten und es kam zum Zusammenstoß. Die Bahn schleifte den LKW samt Container einige Meter über den Parkplatz, der in diesem Bereich für die Bauarbeiten abgesperrt war. Der Fahrer erlitt dabei einen Schock.

Da derzeit Reparaturarbeiten am Dach des Auditoriums vorgenommen werden, hatte der Dachdeckerbetrieb eine Containerfirma aus Recklinghausen beauftragt. Damit konnte Bauschutt in größeren Mengen abtransportiert werden, als es mit einem gewöhnlichen Müllfahrzeug üblich gewesen wäre.

Kein absoluter Schutz gegen menschliches Versagen

Harald Mahl ist Leiter der Betriebsführung der H-Bahn Dortmund. Fotos: Do1

Harald Mahl ist Leiter der Betriebsführung der H-Bahn Dortmund.

Die Verletzungsbilanz ließ die Frage nach der Sicherheit der H-Bahnen aufkommen. Harald Mahl, Leiter der Betriebsführung der H-Bahn Dortmund beteuerte, dass es gegen menschliches Versagen keinen absoluten Schutz gäbe. Eine Notbremse ist zwar in jedem Wagen installiert, ob sie betätigt wurde, ist jedoch unklar.

„Wir haben in den Bahnen keine Sicherheitsgurte installiert, weil es den Transport von weniger Fahrgästen bedeutet hätte.“ Es gäbe laut Mahl zwar Sensoren im Schienensystem, die vor einem Zusammenstoß mit anderen Fahrzeugen warnten, aber „bei einer Geschwindigkeit der Bahnen von rund 50 km/h hätte man einen Bremsweg von 30 bis 40 Metern. Abstandssensoren, die vor Hindernissen unterhalb der H-Bahn warnen könnten, müssten 100 Meter vorausgehen. Die H-Bahn würde aber gar nicht erst fahren, weil jede einzelne Stütze als Hindernis erkannt werden würde“, so Mahl.

Pendelbusse zwischen Nord- und Südcampus

Wann der H-Bahn-Betrieb wieder aufgenommen wird, ist noch unklar. Derzeit pendelt ein Busshuttle zwischen Nord- und Südcampus. Für die nachgehende Unfallursachenermittlung hat die Polizei einen Sachverständigen eingeschaltet und schätzt den entstandenen Schaden auf circa 100. 000 Euro.

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