Wanderausstellung über Rechtsextremismus

Rechtsextremismus ist ein allgegenwärtiges Problem in Deutschland. Gerade so kurz vor der Landtagswahl rücken rechte Parteien, wie die NPD und pro NRW, in den Fokus der Öffentlichkeit.
Dass aber vor allem im Alltag, abseits der öffentlichen Aufmerksamkeit, viele rechtsextremistische Aktivitäten laufen, zeigt ab heute eine Ausstellung des Bundesamtes für Verfassungsschutz im Robert-Schuman-Berufskolleg.

Sehen nicht wie Nazis aus: Autonome Nationalisten.

Sehen nicht wie Nazis aus: Autonome Nationalisten. Foto: Lisa Schrader

„Die Braune Falle – Eine rechtsextremistische Karriere“ beschreibt den Weg von Mario S., der von der rechten Szene verführt wird und zum brutalen Gewalttäter mutiert, bis er schließlich den Ausstieg schafft.
Mario S. ist nur ein fiktives Beispiel, eines mit Happy End. Da dieses nicht der Regel entspricht, setzt der Verfassungsschutz darauf, gerade junge Menschen frühzeitig vor den Gefahren des Rechtsextremismus zu warnen.

„Rechtsextremisten sprechen Jugendliche an, weil diese sich in ihrer Persönlichkeitsfindung in einer Phase der Suche befinden“, sagt Bodo Becker vom Referat für Öffentlichkeitsarbeit des Verfassungsschutzes. „Das Bild des Abgleitens ist dabei symptomatisch.“
Abgleiten meint die langsame Kontaktaufnahme mit dem Milieu, von dem sich junge Leute vor allem freundschaftliche Kontakte und Gemeinschaftserlebnisse erhoffen. Die Ausstellung thematisiert besonders die Bereiche Musik und Internet, die Neonazis immer wieder dazu nutzen, Außenstehende an ihre Gedankenwelt heranzuführen. Weiter wird skizziert, wie leicht der Weg vom Mitläufer zum Täter ist und wie schwer im Vergleich dazu der Ausstieg.
Auch neuere Entwicklungen der Szene werden aufgezeigt, so etwa der Fall der „Autonomen Nationalisten“. Diese Gruppierung ähnelt rein äußerlich nämlich eher linken Aktivisten und entspricht damit nicht mehr dem weit verbreiteten Bild der Skinheads.

Seit April 2004 ist die Wanderausstellung unterwegs, in zehn bis elf Städten macht sie jedes Jahr Halt. Um Jugendliche für die Thematik zu interessieren, wurde mit Hilfe einer Werbeagentur ein Konzept entwickelt, welches diese auf ihrer Ebene ansprechen soll.

Beschlagnahmte Waffen und Propagandamaterial.

Beschlagnahmte Waffen und Propagandamaterial. Foto: Lisa Schrader

Die Entwicklung von Mario S. führt als roter Faden durch die sechs Stationen der Ausstellung. Für Authentizität sorgen Zitate von Angehörigen der Szene und Aussteigern, sowie Video- und Audiobeiträge. Aus dem Bereich Rechtsextremismus des Verfassungsschutzes stehen ständig zwei Experten bereit, die durch die Ausstellung führen, eventuelle Fragen beantworten und auch auf aktuelle Entwicklungen eingehen könne.

Noch bis zum 30. April haben Interessierte die Möglichkeit, die Ausstellung zu besuchen. pflichtlektüre sagt: Es lohnt sich!

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