NRW-Wahl: Stellt eure Fragen an die Politiker

Drei Wochen vor der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen stellen sich Spitzenpolitiker der fünf großen Parteien euren Fragen live im Fernsehen. Die „heute-journal“-Moderatoren Steffen Seibert und Dunja Hayali moderieren die Sendung auf dem ZDF.infokanal und live im Internet (update: Link zu unserer Sendekritik).

Macht am Freitag den Anfang: Hannelore Kraft (SPD)

Macht am Freitag den Anfang: Hannelore Kraft (SPD). Foto: spd.de

Was wollt ihr von euren Politikern wissen? Wie stehen sie zu Studiengebühren, Bildungsreform oder dem Atomausstieg? Stellt eure Fragen im Internet und die Spitzenkandidaten Hannelore Kraft (SPD), Andreas Pinkwart (FDP), Sylvia Löhrmann (Grüne), Bärbel Beuermann (Linke) sowie der CDU-Generalsekretär Andreas Krautscheid beantworten sie. Unter dem Motto „Erst fragen, dann wählen“ bieten das ZDF und die VZ-Netzwerke zum ersten Mal bei einer Landtagswahl Jungwählern die Möglichkeit, Politiker zu befragen. „Die Wahl in Nordrhein-Westfalen ist der erste große Stimmungstest nach der Bundestagswahl“, sagt Ralph Schumacher, der als Redaktionsleiter beim ZDF für das Online-Projekt verantwortlich ist. „Für uns ist das ein Test. Je nach Resonanz bieten wir die Sendung möglicherweise auch zu anderen Landtagswahlen an.“

Zumindest bei den Studenten auf dem Dortmunder Campus trifft der Online-Wahlkampf der Parteien auf geteiltes Echo. „Ich finde es gut, dass die Politiker im Internet Kontakte zu jungen Menschen suchen“, sagt der Wirtschaftsinformatik-Student Alex. „Ich bin bei StudiVZ mit Cem Özdemir befreundet. Aber ich nutze das Angebot nicht wirklich.“ Ähnlich äußert sich der 26-jährige Max: „Ich bin bei Facebook mir Angela Merkel befreundet. Aber das war mehr ein Spaß, weil ich das lustig fand, als ich ihre Seite dort gesehen habe.“ Einigen Studenten sind die Profile der Politiker oft zu unpersönlich. „Ein Interview finde ich viel besser. Da erfährt man mehr über den Menschen als auf einer Internetseite, die von PR-Mitarbeitern gefüllt wird“, findet die Sport-Studentin Sandra. Zumal die Landtagskandidaten bislang virtuell nicht so recht punkten können: Herausforderin Hannelore Kraft hat gerade einmal 188-StudiVZ-Freunde. Jürgen Rüttgers setzt auf den „Finde ich gut“-Knopf: 1937 Nutzer haben ihn inzwischen für Rüttgers gedrückt.

Bereits am Freitag Abend stand Hannelore Kraft den Moderatoren Dunja Hayali und Steffen Seibert gegenüber. Die anderen vier Politiker kommen am Sonntag um 19.30 Uhr in die Sendung. Wann genau die einzelnen Politiker die Fragen beantworten, findet ihr unten in dem blauen Info-Kasten. Falls euch noch während dem Gespräch Fragen kommen, könnt ihr diese über einen Live-Chat direkt ins Studio nach Berlin schicken. Beide Sendungen verpasst? Kein Problem, denn die Aufnahme könnt ihr in der ZDF-Mediathek abrufen. Das ZDF Hauptprogramm sendet voraussichtlich am Dienstag eine 45-minütige Zusammenfassung mit den wichtigsten Fragen und Antworten.

Bildung und Umwelt sind den Studenten wichtig

Am Sonntag mit dabei: Andreas Krautscheid (CDU)

Am Sonntag mit dabei: Andreas Krautscheid (CDU). Foto: cdu-nrw.de

„Wir sind mit dem bisherigen Interesse an dem Projekt sehr zufrieden“, sagt Ralph Schumacher. „Es haben schon mehrere hundert User ihre Fragen eingereicht. Einige der Nutzer bekommen auch die Möglichkeit, direkt im Studio mit den Politikern zu reden.“ Für das ZDF ist die Onlinekooperation mit den VZ-Netzwerken eine große Hoffnung. Nur selten erreicht der Sender in der jungen Zielgruppe hohe Einschaltquoten – besonders nicht mit Politsendungen. Besonders mutig platziert sind die Testläufe auf dem ZDF.infokanal nicht unbedingt. Dafür ist der Spartensender bei jungen Leuten zu unbekannt, was auch eine pflichtlektüre-Umfrage auf dem Dortmunder Campus ergeben hat. Die Redaktion rechnet dort mit 100.000 bis 150.000 Zuschauern bei den Wahlsendungen. „Nach unseren Erfahrungen von der Bundestagswahl 2009 wird die Beteiligung im Netz deutlich höher sein“, so Schumacher.

Die Streiks an vielen Universitäten haben schon im vergangenen Jahr gezeigt, dass viele Studenten mit dem Bildungssystem unzufrieden sind. Die Landtagswahl am 9. Mai bietet die Chance, etwas an der Hochschulpolitik von Nordrhein-Westfalen zu ändern. „Klar bin ich dafür, dass die Studiengebühren abgeschafft werden“, sagt Student Ingo. „Aber es muss auch schon etwas am Schulsystem geändert werden, zum Beispiel brauchen wir mehr Ganztagsschulen.“ Neben der Bildungspolitik sind den Studenten auch noch Energie- und Umweltthemen wichtig. Der Physik-Student Phillip (22) will von den Politikern noch wissen, wie sie die andauernde Neuverschuldung stoppen und ihre Reformen finanzieren wollen.

Bei der ersten Ausgabe von „Erst fragen, dann wählen“ zur Bundestagswahl 2009 standen die Spitzenpolitiker Frank-Walter Steinmeier (SPD), Peter Ramsauer (CSU), Guido Westerwelle (FDP), Jürgen Trittin (Grüne) und Gregor Gysi (Linke) den Internet-Nutzern Rede und Antwort. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte auf die Einladung zu der Sendung nicht reagiert.