„Move 2013“ macht mobil

Egal ob zu Fuß, mit dem Rad, mit dem Auto oder den öffentlichen Verkehrsmitteln – für Beschäftigte und Studierende der Ruhr-Universität Bochum (RUB) ist es nicht immer leicht den Campus zu erreichen und dort von einem Ort zum anderen zu gelangen. Um die Mobilitäts- und Verkehrssituation zu verbessern, wurde das Projekt „Move 2013“ ins Leben gerufen. Daraus ist beispielsweise der Campusplan für Radfahrer entstanden, der in dieser Woche veröffentlicht wurde.

Der Campusplan für Radfahrer zeigt barrierefreie Wege und Abstellmöglichkeiten. Teaserfoto: flickr/LasseWe; Foto: Hendrik Winkler

Der Campusplan für Radfahrer zeigt barrierefreie Wege und Abstellmöglichkeiten. Teaserfoto: flickr/LasseWe; Foto: Hendrik Winkler

Das Fahrrad ist für viele Beschäftigte und Studierende an der RUB nicht das Verkehrsmittel erster Wahl. Denn als die Universität in den 1960er Jahren gebaut wurde, war Barrierefreiheit offentsichtlich kein Thema. Durch die Hanglage gibt es viele Treppen auf dem Campus, die gerade für Radfahrer, aber auch für Rollstuhlfahrer, Sehbehinderte und Eltern mit Kinderwagen eine große Hürde bilden. Ein weiteres Problem: Durch den doppelten Abiturjahrgang zum Wintersemester 2012/2013 werden 4.500 zusätziche Studierende erwartet, sodass sich die eh schon schlechte Verkehrslage in puncto Parkmöglichkeiten und öffentliche Verkehrsmittel noch weiter verschlimmern könnte.

Der Maßnahmenkatalog der Projektgruppe „Move 2013“ soll dem entgegen wirken. Bereits im Januar dieses Jahres wurden Studierende und Beschäftigte danach gefragt, welche Verkehrsmittel sie nutzen und an welchen Punkten auf dem Campus Verbesserungsbedarf besteht. Durch Maßnahmen in fünf Handlungsfeldern – zu Fuß, Fahrrad, Öffentlicher Personennahverkehr, Motorisierter Individualverkehr, Wohnen und Kommunikation und Information – versucht das Team rund um Koordinator Björn Frauendienst die Wünsche jetzt so gut wie möglich umzusetzen. „Es hat sich herausgestellt, dass viele der Befragten gerne öfters mit dem Fahrrad zum Campus fahren, jedoch ist die allgemeine Verkehrssituation für Radfahrer schlecht.“

Fahrradfreundlicher Campus

Der neue Campusplan für Radfahrer soll nun mehr Menschen dazu ermutigen zum Fahrrad zu greifen, indem er möglichst stufenlose Wege und gute Abstellmöglichkeiten aufzeigt. Das verbessert gleichtzeitig die Parksituation, entlastet die öffentlichen Verkehrsmittel und schont die Umwelt. Hendrik Winkler ist Geografie-Student an der RUB und selbst öfters mit dem Fahrrad unterwegs. Er hat im Rahmen seiner Abschlussarbeit den Plan erstellt und dafür so manche Wege auf dem Campus selbst ausgetestet, sagt Björn Frauendienst. „Natürlich kannte er auch einige Schleichwege. Da die aber nicht sicher genug sind, konnten wir diese nicht mit in den Plan aufnehmen.“

Björn Frauendienst und sein Kollege Bernhard Uckelmann inspizieren die Fahrradständer an der RUB. Foto: RUB-Pressestelle, Babette Sponheuer

Björn Frauendienst und sein Kollege Bernhard Uckelmann inspizieren die Fahrradständer an der RUB. Foto: RUB-Pressestelle, Babette Sponheuer

Ein Plan alleine verbessert aber nicht die Situation für Radfahrer. Deswegen werden in den nächsten Wochen die alten Fahrradständer durch neue ersetzt, abschließbare Fahrradboxen aufgestellt, Verleihstationen der „metropolradruhr“ eingerichtet und eine Testrampe an einer Treppe auf dem Campus gebaut. Wird diese Rampe gut genutzt und verbessert sie die Situation für Radfahrer, Rollstuhlfahrer und Eltern mit Kinderwagen, werden an weiteren Treppen Rampen installiert.

Vorlesungen demnächst um 9 Uhr?

Die schlechte Verkehrssituation an der RUB wird besonders zu Stoßzeiten um 8 Uhr und um 10 Uhr deutlich und könnte im nächsten Jahr durch den Anstieg der Studierenden noch viel schlimmer werden. Damit nicht so viele Studierende und Beschäftigte auf einmal kommen, laufen zur Zeit Gespräche mit den Fakultäten darüber, ob die Veranstaltungszeiten gestaffelt werden. „Wenn einige Vorlesungen beispielsweise erst um 9 Uhr beginnen, können wir das Problem entzerren.“

Einige Maßnahmen konnte die Projektgruppe von „Move 2013“ bereits umsetzen: Im September 2012 erschien der Campusplan für Rollstuhlfahrer. „Von Seiten der Schwerbehindertenvertretung haben wir ein positives Feedback bekommen. Eine richtige Evaluation aller Maßnahmen, die im Laufe der nächsten Monate noch stattfinden, wird aber erst 2014 erfolgen. Und auf dieser Grundlage können wir dann noch weitere Schritte zur Verbesserung der Verkehrs- und Mobilitätssituation in einem Folgeprojekt in die Wege leiten“, sagt Frauendienst.

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