Streit an der RUB: Wäldchen soll Neubau weichen

Das Gebäude GC an der Ruhr-Universität Bochum muss saniert werden. Um Ausweichmöglichkeiten für die dort beheimateten Institute zu schaffen, will die Universitätsleitung ein neues Gebäude bauen.  Westlich der Gebäudereihe G soll deshalb ein neuer Teil „GD“ entstehen. Allerdings müsste dafür ein Wäldchen weichen. Der Bochumer ASta ist damit aber ganz und gar nicht einverstanden.

Auf diesem Parkplatz südlich der G-Gebäudereihe könnte nach Meinung der Asta das neue Gebäude entstehen. Foto: J. Mueller-Töwe

Auf diesem Parkplatz südlich der G-Gebäudereihe könnte nach Meinung des ASta das neue Gebäude entstehen. Foto: J. Mueller-Töwe

Es klingt alles ganz einfach. Zumindest wenn Ina Schwarz,  Dezernentin für Bau- und Gebäudemanagement an der RUB, den Sachverhalt erläutert: Das Gebäude GC müsse kernsaniert werden. Um den Fakultäten Wirtschafts- und Sozialwissenschaften sowie den Juristen und Bereichsbibliotheken trotzdem Räume zur Verfügung stellen zu können, müsse ein neues Gebäude her. Da im Jahr 2013 ein doppelter Abiturjahrgang erwartet wird, muss die Uni zudem weitere 4900 Studienplätze anbieten. Mit dem Gebäude für etwas unter 100 Mio. Euro will die Uni-Leitung also gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen.
„Nach eingehender Prüfung kommt dafür eigentlich nur die Fläche im Waldstück nahe der Gebäudereihe in Frage“, sagt Schwarz. Deswegen sei nun eine Bebauungsplanänderung beantragt, um den Neubau dort möglich zu machen. Da die Bauzeit für einen „derart großen Brummer“ wie das neue GD-Gebäude zwei bis drei Jahre betrage, dränge die Zeit. Nicht nur deswegen: Die Mittel aus dem Hochschulfinanzierungsprogramm sind zweckgebunden und müssen bis spätestens 2015 investiert sein – sonst verfallen sie. Alo müsse die Waldfläche dem Gebäude weichen.

Mögliche Alternativflächen?

Das sieht der Asta ganz anders. Er lehnt einen derartigen Eingriff in die Natur ab und findet sich damit in einer Frontreihe mit vielen Bürgern aus dem Statbezirk sowie dem Umweltausschuss des Bochumer Stadtrats wieder. Karsten Finke, ASta-Referent für Öffentlichkeitsarbeit, macht den Standpunkt der Studentenvertretung klar: „Es gibt genügend Alternativflächen, die nicht geprüft wurden. Die Uni-Leitung will nur den einfachsten Weg gehen.“
Eine Möglichkeit sei zum Beispiel, den Parkplatz südlich der Gebäudereihe mitsamt den Tennisplätzen zu überbauen. Eine weitere sei es, die Fläche des Parkhauses West – ohnehin sanierungsbedürftig – zu nutzen; möglicherweise durch einen Neubau, der in den unteren Geschossen ein Parkhaus integriere. Außerdem gebe es eventuell Nutzungspotential in den privat genutzten Bauten neben den Mediziner-Gebäuden. Könne nicht vielleicht auch der Parkplatz westlich der Mediziner-Gebäude überbaut werden?

Baudezernentin Ina Schwarz hält dagegen. Sollten Parkplätze überbaut werden, müsse ein Ausgleich geschaffen werden – schließlich sei die Parksituation ohnehin schon prekär. Dafür komme dann erneut nur die Fläche im Wald in Frage: „Es ist doch gleich, ob die Bäume für ein Gebäude oder einen Parkplatz gefällt werden – auch wenn ich es persönlich bedauere, dass sie überhaupt gefällt werden müssen.“

Auch dieser Tennisplatz würde dem neuen Gebäude nach einem der Asta-Vorschläge weichen. Foto: J. Mueller-Töwe

Auch dieser Tennisplatz würde dem neuen Gebäude nach einem der ASta-Vorschläge weichen. Foto: J. Mueller-Töwe

Das Parkhaus West aufzustocken sei aufgrund der Statik unmöglich: „Das ist nicht mehr sanierungsfähig, das kann man eigentlich nur noch abreißen – und um ein neues Parkaus zu integrieren oder gar eine Tiefgarage zu bauen, fehlen uns einfach die Mittel.“ Zudem favorisiere die Denkmalschutzbehörde den Standort im Wald für das neue Gebäude, da so die Silhouette der Universität erhalten bleibe. Das neue Gebäude solle sich somit der Gesamtoptik unterordnen.

„Natürlich werden alle Vorschläge der Studenten geprüft – die Bürgerbeteiligung läuft ja ebenfalls bereits“, sagt Schwarz und erinnert daran, dass – sollte die Bebauungsplanänderung genehmigt und eine Baugenehmigung für das Waldstück erteilt werden – als Auflage für jeden Quadratmeter Bauland drei Quadratmeter Grünanlagen mit Bestandsschutz geschaffen werden müssten.

Zumindest diesen Aspekt befürwortet auch Asta-Sprecher Karsten Finke. Allerdings nur, sollten bislang versiegelte Flächen in Grünanlagen verandelt werden. „Darum geht es ja eigentlich – diese Auflage nützt nichts, wenn dann bäume auf Ackergelände gepflanzt werden.“ Der Asta behalte sich weiterhin rechtliche Schritte gegen die Bebbauungsplanänderung vor, sollte sie genehmigt werden.

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