Ein Abend voller Helden

Schon 2013 war der Heldenabend ein großer Erfolg. Und auch in diesem Jahr treten viele verschiedene Künstler auf. Foto: Hartmut Salmen

Schon 2013 war der Heldenabend ein großer Erfolg. Und auch in diesem Jahr treten viele verschiedene Künstler auf. Foto: Hartmut Salmen

In der Literatur, im Film, in Comics oder im Alltag – Helden spielen in vielen Bereichen des Lebens eine Rolle. Müssen sie immer eine Superkraft haben? Nein, sagen die Veranstalter des LesArt.Festivals: Helden sind Menschen wie du und ich, die etwas Besonderes können und das zeigen wollen.

Raum dafür gibt ihnen der „Abend der Helden von hier“, der Teil des LesArt.Festivals ist. Vor dem Event am Samstagabend hat Pflichtlektüre-Autorin Laura Konieczny einige der Helden getroffen – aber nicht nur die, die auf der Bühne stehen. 

Jasmin Assadsolimani und Katharina Röder, beide 19 Jahre alt, studieren Angewandte Literatur- und Kulturwissenschaften im dritten Semester an der TU Dortmund. Zusammen mit drei Kommilitonen organisieren sie den Heldenabend beim LesArt.Festival.

„Ich war letztes Jahr als Besucherin dabei und fand die Veranstaltung cool“, erinnert sich Jasmin. Also habe sie sich auf einen Mail-Aufruf zur Mithilfe gemeldet. Erfahrung im Eventmanagement hatte sie bis dahin nicht. Katharina schon. In den Semesterferien habe die 19-Jährige ein Praktikum gemacht, berichtet sie. Ihre Motivation: „Ich wollte endlich mal etwas Eigenes auf die Beine stellen, selbstständig arbeiten und dann auch das Ergebnis davon sehen.“

Das LesArt.Festival
Katharina Röder (l.) und Jasmin Assadsolimani organisieren den Abend mit drei weiteren Studenten. Foto: Laura Konieczny

Katharina Röder (l.) und Jasmin Assadsolimani organisieren den Abend mit drei weiteren Studenten. Foto: Laura Konieczny

Mit der Planung und Organisation haben die fünf Studenten im Sommer begonnen. „Wir haben uns als erstes nach Künstlern umgehört“, erklärt Jasmin. „Richtig losgelegt“ hätten sie dann im September. Die größten Hürden am Anfang: Zeitmanagement und Themenfindung. Jetzt, kurz vor dem Endspurt, lachen die beiden darüber.

Jasmin: “ Wir haben uns vor allem über das Motto den Kopf zerbrochen. Es sollte eine runde Sache sein, also zu den Künstlern passen und gut zu realisieren sein.“ Gar nicht so einfach. Schließlich einigten sie sich auf „Masken runter – Zeit für echte Helden.“ Viele vermeintliche Probleme hätten sich danach einfach in Luft aufgelöst, ist Katharina erleichtert: „die Deko und die Flyergestaltung zum Beispiel.“ 

Helden in jeder Form

Der Titel der Veranstaltung spielt mit verschiedenen Heldenkonnotationen: Wer sind die heimlichen Helden? Wer hat wirklich was drauf? Dass das nicht nur die Künstler auf der Bühne sind, sondern auch die Köpfe hinter der Veranstaltung, bestätigt Rainer Holl, Studienkoordinator der Angewandten Studiengänge an der TU Dortmund, Leiter des Literaturhauses Dortmund und Mitorganisator des Festivals. „Der Abend wird komplett geplant, organisiert und durchgeführt von Studierenden der TU Dortmund. Sie lernen sich als Kulturmanager zu beweisen in den Bereichen Booking, Werbung und PR, Veranstaltungsplanung und -durchführung. Für die Studenten ist das unheimlich wertvoll.“

Für die Veranstalter des LesArt.Festivals sei vor allem das Programm jedes Jahr aufs Neue eine Überraschung: „An diesem Abend präsentieren sie die Freie Künstlerszene in all ihrer Vielfalt. Tanz, Grafitti, Musik, Poetry Slam, Theater oder Soundinstallationen – alles war schon dabei. Für uns ist das einer der spannendsten und schönsten Abende. Junge, oft einem breiten Publikum noch unbekannte, Künstler können sich beweisen.“

Die Kunst der Worte

Fedor tritt beim LesArt.Festival als Wortkünstler auf. Foto: Fedor

Fedor tritt beim LesArt.Festival als Wortkünstler auf. Foto: Fedor

Einer der diesjährigen Nachwuchskünstler, die beim „Abend der Helden von hier“ im Fletch Bizzel auf der Bühne stehen werden, ist Fedor. Der Dortmunder wird beim Heldenabend lesen und rappen. Er bezeichnet sich als „Wortkünstler“ und wird am Samstag nicht nur Lyrik und Prosa, sondern auch Rapmusik und visuelle Elemente auf die Bühne bringen. Durchschnittlich zwei Mal im Monat steht er im Rampenlicht – im Ruhrgebiet und in Berlin, berichtet er. Der Auftritt beim LesArt.Festival ist für ihn etwas Besonderes: „Das ist eine tolle Sache. Ich arbeite extra noch an einem neuen Text zum Thema des Abends. Es geht um die Frage, was Helden eigentlich sind, ob es sie gibt“, verrät er. Einen kleinen Einblick in seine Kunst gibt er auf seiner Homepage.

Jasmin und Katharina freuen sich über dieses Engagement. Vorraussetzung für den Auftritt beim Heldenabend sei der Themenbezug nämlich nicht gewesen. „Wir haben ja zuerst die Künstler gebucht und uns anschließend das Motto überlegt – da können wir nicht von den Bands erwarten, dass sie noch neue Songs für uns schreiben“, erklärt Jasmin. Außerdem – und das sei ihnen wichtig – sollen sich die Künstler „so zeigen, wie sie sind.“ Individualität und Vielfältigkeit machen die Veranstaltung schließlich aus.

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Wie vielfältig die Aufgaben bei der Eventplanung sind, haben auch die fünf Dortmunder Studenten live erfahren. „Es gab Einiges zu tun“, berichten Katharina und Jasmin. „Wir haben uns die Aufgaben aber gut aufgeteilt.“ Was sie bislang gelernt haben? „Zeitmanagement“ lachen die beiden. „Noch früher anzufangen wär‘ schon schlau gewesen“, meint Katharina.

Letztendlich sei jetzt, kurz vor dem großen Tag, aber alles in trockenen Tüchern. „Endspurt!“, freut sich Jasmin schon auf Samstag. Die Spannung ist groß, ob die gebuchten Künstler heldenhafte Performances abliefern werden. Die Studentinnen zeigen sich optimistisch. Sie möchten die Veranstaltung trotz erwartetem Last-Minute-Stress genießen. Ihr Engagement soll sich gelohnt haben – für das Publikum, die Künstler und auch für sie, die stillen Helden des Abends.