Durch „EIN“ und „AUS“ zum Überflieger

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In den ersten zwei Wochen meines Meditationsexperiments habe ich das Atmen gelernt. Klappt soweit ganz gut. Es ist also Zeit, für etwas Neues. In der dritten Woche mit der App 7 mind ging es um eine wichtige Frage: Wie werde ich klar im Kopf? Eins vorab: Diese Woche habe ich wirklich gespürt, dass etwas anders ist.

Aber leider gab es diese Veränderung nicht umsonst. Denn in der vergangenen Woche habe ich mich viel öfter geärgert, als bisher. Ich sollte mich wieder voll und ganz auf meinen Atem konzentrieren. Dabei soll ich jetzt aber nicht mehr beobachten, wohin mein Atem fließt, sondern mich stattdessen nur auf meine Ein- und Ausatmung konzentrieren. Zum Glück ist das wieder ganz einfach: Ich muss einfach auf die Stimme aus der App hören und im Kopf bei jedem Atemzug „Einatmen“ bzw. „Ausatmen“ denken.

 

Jetzt kommt das große Aber: Bei der Atmung soll ich in meinem eigenen Takt atmen. Scheinbar ist der aber viel zu schnell – der Meditationstrainer gibt durch seine Ansage „Einatmen“ und „Ausatmen“ einen viel langsameren Takt vor. Daran muss ich mich laut der App allerdings gar nicht halten. Es ist aber wichtig, im eigenen Takt zu atmen, weil man nicht bewusst atmen soll. Mann lernt, sich auf etwas zu konzentrieren. Dabei muss dies aber nicht beeinflusst werden.

Tja, leider kickt mich die Stimme aus der App regelmäßig aus dem Takt. Warum die Entwickler an dieser Stelle nicht einfach darauf verzichtet haben, ist mir ehrlich gesagt nicht klar.

 

Nach ein paar Minuten „Einatmen“ und „Ausatmen“ sagt mir die Meditationsstimme dann: Man kann genauso gut „ein“ und „aus“ denken, statt der längeren Varianten. Irgendwie ziemlich banal aber bisher musste ich mich immer penibel an die App halten. Unpraktisch also, dass diese einfachere Variante erst am Ende erklärt wird. Mit „ein“ und „aus“ bin ich nämlich deutlich besser klar gekommen.

 

Nach drei Wochen Meditation habe ich das Gefühl, die Übungen besser zu können. So langsam merke ich eine Veränderung. Aber ich verliere auch ein bisschen die Lust, jeden Morgen eine Woche lang dasselbe zu hören. Ich vergesse auch manchmal einfach, zu meditieren und muss das dann abends noch reinquetschen, was echt nervig sein kann. 

Aber(!): Trotz aller Kritik fühle mich nach der Meditation tatsächlich etwas klarer. Entspannter bin ich auf jeden Fall. Das Gute an der letzten Übung ist zudem, dass man sie immer und überall, ganz ohne die App, machen kann: Einfach kurz seinen Atem beobachten, bei jedem Ein- und Ausatmen „ein“ bzw. „aus“ denken und ich fühle mich direkt entspannter. Genau so soll Meditation ja funktionieren, wenn man einmal „im Training“ ist. Vor meiner nächsten Klausur an der Uni werde ich das testen – ich bin jetzt schon überzeugt, dass es helfen wird.

Beitragsbild: Malina Reckordt

Glücksbonus: 8/10          Weirdness: 4/10          Nervfaktor: 7/10

Hier geht’s zur Übersicht meines Selbstversuchs.

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