Wichtiges und Witziges zum Eurovision Song Contest

Es ist endlich soweit: Europa ist zu Gast in Düsseldorf. Am Samstag steigt in der Esprit-Arena der Eurovision Song Contest (ESC), ehemals Grand Prix Eurovision de la Chanson. Ob ihr nun Lenas Titelverteidigung unterstützt oder nicht, wir sagen euch, wo die größte Party steigt, wie ihr euch am besten auf den Schlagerabend vorbereitet und warum euch der ESC-Hype sogar im Studium weiter bringen kann.

1. Die größte Party

Wer das große Finale live in der Arena erleben will, kann vielleicht noch Restkarten ergattern. Foto:Alain Douit (EBU)

Wer das große Finale inklusive bunter Bühnenshow live in der Arena erleben will, kann jetzt noch Restkarten ergattern. Foto: Alain Douit (EBU)

Nur wenige Stunden nachdem der Ticketverkauf für das große Finale gestartet war, verkündeten die Veranstalter: ausverkauft! Und das fünf Monate bevor der Riesenevent überhaupt stattfinden sollte. Doch vor wenigen Wochen kam die erfreuliche Nachricht: Da die Bühne etwas kleiner ausgefallen ist, können kurzfristig noch Restkarten erstanden werden. Die Tageskassen sind am Veranstaltungstag von 16 bis 20 Uhr geöffnet und die Preise für die Resttickets liegen zwischen 29 und 119 Euro. Auch auf ebay können noch günstige Tickets ergattert werden. Allerdings kauft man hier die Katze im Sack und die Veranstalter des ESC warnen vor gefälschten Tickets im Netz.

Die Bühne in der Esprit-Arena ist kleiner als ursprünglich geplant - aber immer noch beeindruckend groß. Foto: Alain Douit (EBU)

Die ESC-Bühne ist kleiner als geplant - aber immer noch beeindruckend groß. Foto: Alain Douit (EBU)

Doch auch außerhalb der Arena kommen ESC-Fans voll auf ihre Kosten. Die wohl größte Party findet in Hamburg statt. Wie jedes Jahr überträgt die ARD den Countdown und die offizielle Grand-Prix-Party live vom Spielbudenplatz in St. Pauli. Von dort wird auch die diesjährige Jurypräsidentin Ina Müller die Punktevergabe aus Deutschland verkünden. Insgesamt 5000 Leute können die Show auf einer riesigen Leinwand verfolgen und im Anschluss den Sieger feiern. Das Ticket kostet nur 1,50 Euro und eine Bleibe für die Nacht lässt sich dank Couchsurfing auch leicht finden.

Wem der Spontantripp in den Norden dann doch zu weit geht, der kann sich auch direkt in Düsseldorf auf Partysafari begeben. Ein Tipp ist das Schlösser Quartier Bohème in der Altstadt. Hier ist seit dem 1. Mai der offizielle „EuroClub“ untergebracht, in dem bereits die Länderpartys und die Aftershowpartys nach den Halbfinals stattfanden. Am Finaltag können 1200 Menschen zum Rudelgucken kommen. Der Eintritt ist frei und nach der Show kann an der „längsten Theke der Welt“ weiter gefeiert werden.

2. Das perfekte Menü

Die Mensa der Uni Duisburg Essen rief den ersten "Eurovision Food Contest" aus und verschaffte Stefan Raab den ersten Titel in diesen Tagen. Foto: UDE

Die UDE-Mensa rief den "Eurovision Food Contest" aus. Stefans Steak wurde 301 mal gegessen und gewann. Foto: UDE

Wer doch lieber zuhause mit Freunden feiern möchte, der muss auch für deren Verköstigung sorgen. Einige Menüvorschläge hat die Uni Duisburg Essen (UDE) gemacht: Die Mensa rief den „Eurovision Food Contest“ aus. Seit Januar traten verschiedene Gerichte gegeneinander an. Der „Lena Teller“ gegen „Stefans Metzger Platte“, „Shooting Star“ gegen „Senkrechtstarter“ und „Oslo“ gegen „Düsseldorf“. Am häufigsten gewählt und damit Sieger des „Eurovision Food Contest“ wurde „Stefans Metzger Platte“ (gebratenes Schweinesteak mit Champignons, Zwiebeln, Speckstreifen und Kartoffelspalten), die es so am Tag vor dem großen Finale in Düsseldorf nochmal auf die Speisekarten in Duisburg und Essen schaffte. Stefan Raab kann also dank der UDE zumindest einen Titelgewinn in diesen Tagen verbuchen.

Eine andere Möglichkeit der Essensbeschaffung ist die Mitbring-Party à la Eurovision. Jeder Gast such sich ein Teilnehmerland aus und bringt ein dafür typisches Gericht oder Getränk mit. Französische Crêpes, spanische Tapas, griechischer Gyros und russischer Wodka – so ist auf alle Fälle für jeden was dabei und die Arbeit bleibt nicht nur am Gastgeber hängen. Eine Liste aller Teilnehmerländer gibt es auf der offiziellen ESC-Homepage.

3. Das passende Outfit

Beim Grand-Prix-Outfit kommt es vor allem darauf an Flagge zu zeigen. Foto: Pieter Van den Berghe

Beim Grand-Prix-Outfit kommt es vor allem darauf an Flagge zu zeigen. Diese zwei ESC-Fans machen es vor. Foto: Pieter Van den Berghe (EBU)

Glücklich sind die, die ihre schwarz-rot-goldenen Hüte und Hula-Ketten nicht im Halbfinal-Frust der Fußball-EM verbrannt haben. Einfach das Zeug aus dem Schrank kramen und los geht’s zum Lena-Anfeuern. Wer keinen Zugriff mehr auf den alten Vorrat hat, der kann sich in jedem 1-Euro-Laden neu mit Fahnenmaterial eindecken.

Wer das Outfit perfektionieren will, der passt auch noch das Make-Up an. Und weil der Fan-Schminkstift von letztem Jahr mittlerweile ausgetrocknet ist, gibt es auf YouTube eine Anleitung für das perfekte Deutschland Make-Up ohne Schmierschminke. Das lässt sich auch ganz einfach mit anderen Flaggen nachmachen – höchstens Griechenland könnte schwer werden.

[youtube 1NXq8hhd59o nolink]

4. Die korrekte Vorbereitung

Wer während und nach der Übertragung mit unnützem Wissen über den Grand Prix glänzen will, der sollte sich im Vorfeld auf jeden Fall die 50 Fakten zum ESC auf Stern online durchlesen – und sie eventuell auswendig lernen.Für Grand-Prix-Neulinge lohnt sich vielleicht sogar Ewan Spences fünfteiliger „Beginner’s Guide to Eurovision“ auf YouTube:

[youtube Lpa6RW7Hx2Q nolink]

Auch hilfreich ist, sich die Lieder aller Teilnehmer schon im Voraus mindestens einmal angehört zu haben, um bereits Favoriten zu küren. Auf der offiziellen ESC-Webseite können alle Lieder samt Video abgespielt werden. Wer die Texte auch gleich auswendig lernen will, findet bei The Diggiloo Thrush eine Liste aller Lyrics.

5. Den ESC studieren

Sogar aus wissenschaftlicher Sicht kann es sich lohnen, den Eurovision Song Contest zu verfolgen. Hinter der Glitzerkulisse verbirgt sich ein großer Komplex, der durchaus als Grundlage für eigene Forschungsprojekte dienen kann. 2009 gründete sich aus diesem Grund das „Eurovision Research Network“, ein internationaler Zusammenschluss von Wissenschaftlern, Journalisten und anderen, die ein wissenschaftliches Interesse am ESC haben. Letzte Woche veranstaltete das Netzwerk eine Fachtagung zum Thema „Der ESC als TV-Event“ in Düsseldorf. Musik-, Medien- und Kulturwissenschaftler, sowie Journalisten und ESC-Experten diskutierten unter anderem über wirtschaftliche und politische Faktoren des Musikwettbewerbs.

Doch auch Themen, die einem erst einmal gar nicht in den Sinn kommen, lassen sich mit dem Eurovision Song Contest erforschen. Der Norweger Lars Kristian Stensrud zum Beispiel schreibt derzeit an seiner Abschlussarbeit über den Wettbewerb. Seine These: Der Grand-Prix ist eine Religion.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.