Wissenswert: 10 wenig bekannte Titanic-Fakten

Foto: flickr.com/Karen Roe, Rafael Robles L, Lars Kasper, NASA Goddard Photo and Video; Montage: Marc Patzwald, Teaserfoto: flickr.com/poniblog

Foto: flickr.com/Karen Roe, Rafael Robles L, Lars Kasper, NASA Goddard Photo and Video; Montage: Marc Patzwald, Teaserfoto: flickr.com/poniblog Teaserfoto: flickr.com / dnkemontoh

100 Jahre nach der Katastrophe vom 14. April 1912 beschäftigt der Untergang der Titanic die Medien. Doch neben der bekannten Geschichte mit dem Eisberg gibt es einige Anekdoten zu erzählen. Von dem Jungen, der als erster den Notruf der Titanic empfing, von den Pinkel-Pausen der Werft-Arbeiter oder warum die überlebenden Angestellten nur den halben Lohn erhielten.

1. Wer einmal einen Urlaub der etwas anderes Art erleben möchte, kann einen Tauchgang zum Wrack der Titanic unternehmen. Knapp 45.000 Euro kostet ein 14-tägiger Trip inklusive Tauchgang in einem U-Boot. Der Veranstalter rät, warme Kleidung einzupacken, denn im U-Boot wird es bis zu 12 Grad kühl. Die Saison geht von Juli bis August.

2. Violet Jessop kann man als Pechvogel oder Glückspilz bezeichnen, je nachdem. Denn auch die beiden Schwesterschiffe der Titanic hatten mehr oder weniger schwere Unglücke mit ihr an Bord erlebt. Die RMS Olympic stieß Ende 1911 mit einem Kriegsschiff zusammen und musste monatelang repariert werden. Allerdings tat das Schiff noch bis in die 30er-Jahre hinein seinen Dienst. Die HMHS Britannic wurde im ersten Weltkrieg durch eine Mine versenkt, 30 Menschen starben bei dem Untergang im Mittelmeer. Violet Jessop war als Stewardess bei der White Star Line angestellt und arbeitete bei allen drei Unglücken auf dem jeweiligen Schiff. Beim Untergang der Britannic wurde sie sogar in die Schiffsschraube gezogen, konnte sich jedoch im letzten Moment befreien.

3. Die Crew-Mitglieder bekamen nach ihrer Reise nur den halben Lohn. Die Reederei, die White Star Line, berief sich darauf, dass sie ja schließlich nicht bis zum ursprünglichen Zielort gefahren seien.

Hier am Cape Race in Neufundland kamen die ersten Notsignale der Titanic an. Foto: flickr.com / dugspr

Hier am Cape Race in Neufundland kamen die ersten Notsignale der Titanic an. Foto: flickr.com / dugspr

4. „Have struck iceberg“. Ein 14-jähriger Junge empfing als erster den Funk-Notruf der Titanic. Er befand sich zufällig in der Funkstation am Cape Race auf der kanadischen Insel Neufundland. Der Funker war gerade hinausgegangen, um nach dem Leuchtfeuer zu sehen. Schon seit etlichen Stunden hatte die Funkstation Kontakt zur Titanic. Wohlhabende Passagiere der ersten Klasse sendeten Feriengrüße auf die Insel, die von dort nach New York weitergeleitet wurden. Auch das Schiff Carpathia empfing die Notrufe, und wollte den Passagieren der Titanic zu Hilfe eilen. Doch als es an der Unglücksstelle ankam, waren von der majestätischen Titanic nur ein paar Rettungsboote und etliche im Wasser treibende Leichen übrig geblieben.

5. Warnungen eines anderen Schiffes ignorierte Jack Phillips, der Funker der Titanic. Die nahegelegene SS Californian meldete knapp eine halbe Stunde vor dem Unglück eine Warnung vor einem Eisfeld. Phillips sandte zurück: „Shut up, I am busy, I am working“.

6. 11.000 Menschen haben an der Titanic gearbeitet. 18 Menschen starben bei den Bauarbeiten, was in der damaligen Zeit jedoch keine besonders hohe Verlustrate ausmachte. Wie vielen von ihnen die Blase platze, ist nicht überliefert. Viele Pinkel-Pausen gab es nämlich nicht. Die Zeiten, in denen man seine Notdurft verbringen konnte, waren durch „The Minutes“ geregelt. Jeder Arbeiter hatte insgesamt sieben Minuten am Tag Zeit für seine Geschäfte.

Im nordirischen Belfast lag die Titanic bei ihrem Bau im Trockendock. Foto: Bildpixel / pixelio.de

Im nordirischen Belfast lag die Titanic bei ihrem Bau im Trockendock. Foto: Bildpixel / pixelio.de

7. Nur etwas über 300 Leichen konnten geborgen werden. Da die Bergungsschiffe nicht genügend Eis und Särge dabei hatten, wurden einige Tote direkt auf See bestattet. Die Leichen der Passagiere der ersten Klasse wurden feierlich beigesetzt. Dabei mussten einigen die Gliedmaßen gebrochen werden, weil sie erfroren waren, anders hätten sie in keinen Sarg gepasst. Insgesamt starben 1.500 Menschen bei dem Untergang. Dabei erwiesen sich die Passagiere als echte Gentlemen. Getreu dem Motto „Frauen und Kinder zuerst“, starben „nur“ 30 Prozent der Frauen und Kinder, aber vier von fünf Männern.

8. Schon vorher verlief die Reise nicht ruhig, ein kleineres Schiff wurde in die Schiffsschraube der Titanic gezogen und beschädigt, auch brach ein Feuer im Kohlenstauraum aus, welches jedoch noch auf der Fahrt gelöscht werden konnte.

9. Die Tickets der Titanic kosteten zwischen acht Pfund und 660 Pfund. Ein Arbeiter verdiente rund fünf Pfund im Monat. Daher würde nach heutigen Maßstäben ein Erste-Klasse Ticket zwischen 30.000 und 60.000 Euro kosten. Ein Ticket für die dritte Klasse wäre für etwa 500 Euro zu haben.

10. Das Leck der Titanic war nur knapp einen Quadratmeter groß. Dabei reichte es fast neunzig Meter an der Seite des Schiffes entlang. Sie war eines der ersten Boote mit wasserdichten Türen. Selbst bei bis zu vier von sechzehn gefluteten Bereichen sollte die Titanic noch schwimmen können. Allerdings wurden durch das lange Leck gleich mehrere Kammern aufgerissen. Wenn die Titanic den Eisberg frontal gerammt hätte, wäre sie vermutlich nicht gesunken.