Wir basteln uns einen Bestseller

4. Familie und Freunde

Eltern und Freunde sollten so normal wie möglich sein, auf keinen Fall dürfen sie durch ihr Aussehen oder ihre Geschichte von unseren Hauptfiguren ablenken. Erlaubt ist eine Abweichung ins Nerdige (gilt besonders für die besten Freunde unser unsterblich Verliebten) oder ins Chaotische (gilt für Eltern).

Großfamilien sind für Bestseller immer gut. Foto: Jerzy Sawluk/pixelio.de

Großfamilien und Familienfehden sind für Bestseller immer gut. Foto: Jerzy Sawluk/pixelio.de

Wichtig hier: Auf jeden Fall müssen die Charaktere liebenswert sein! Also liebenswert-nerdig oder liebenswert-chaotisch. Denn auch wenn man auf einen Schlag graue Haare kriegen würde, hätte man solche Leute im wahren Leben um sich, denkt man sich in seiner zuckrigen Bücherwelt: Och nee, hätte ich doch auch nur so einen Vater/besten Freund/kleinen Bruder/Großonkel zweiten Grades. Wie süß/cool/knuddelig/abgefahren!

Damit unsere Leser sich aber auch mit unseren Protagonisten verbünden können und sie zeigen können, was sie drauf haben, darf natürlich nicht alles nur disney-mäßig daherkommen. Das schadet auch nur der Handlung (siehe 5. „Handlung“). Eine uralte Fehde ist daher immer gut. Nichts garantiert mehr Dramatik, mehr Tragik und gleichzeitig mehr Romantik, als wenn sich Protagonist und Protagonistin sogar über ihre engsten Bande, die ihrer Familie, hinwegsetzen. Ob bei den Capulets und Montagues oder den Cullens und den Swans – irgendwie muss doch die Botschaft immer lauten, dass Liebe alle Grenzen überwindet.

Und wenn unser Pärchen erst einmal zusammen und mit der engsten Familie auch alles in Butter ist, können gerne auch noch irgendwelche anderen, weiter entfernten Verwandten dazukommen, die die Idylle unserer Turteltäubchen bedroht. Wir wissen ja schließlich, dass sich alle Konflikte bei unserem Werk in Wohlgefallen auflösen werden. Aber das wird erst in 874 Seiten der Fall sein.

2 Comments

  • Amelie sagt:

    Sehr schöner Artikel. Dann werde ich mich wohl gleich mal ans schreiben machen, momentan suchen die Verlage ja schon Autoren wenn ich also mein Meisterwerk fertig gestellt habe muss ich mir um den Lektor und das Marketing garkeine Sorgen mehr machen. Einfach das Manuskript losschicken und schon prasselt das Geld nur so aufs Konto. Eventuell starte ich auch eine Versteigerung, schließlich kann es den Verlagen schon was Wert sein mein Buch veröffentlichen zu dürfen.

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