Dschihadisten-Razzia in NRW

Köln. Mit einem Großeinsatz sind die Behörden in Nordrhein-Westfalen am Mittwochmorgen gegen ein mutmaßliches Dschihadisten-Netzwerk vorgegangen. Neun Verdächtige wurden verhaftet, die Wohnungen von 20 weiteren Anhängern des „Islamischen Staates“ durchsucht.

An der Aktion waren 240 Polizeibeamte und Staatsanwälte beteiligt. Neun Männer im Alter von 22 bis 58 Jahren wurden dabei festgenommen. Ihnen wird vorgeworfen, durch Einbrüche in Kirchen und Schulen im Großraum Köln Geld für die Ausschleusung kampfwilliger Dschihadisten beschafft zu haben. Zwei der Männer werden laut Bundesstaatsanwaltschaft zudem verdächtigt, die Terrormiliz „Islamischer Staat“ aktiv unterstützt und in Deutschland für weitere Anhänger geworben zu haben. Sie werden zeitnah einem Haftrichter des Bundesgerichtshofs vorgeführt. Bis auf eine Ausnahme sind alle Festgenommenen deutsche Staatsbürger.

Die Ermittlungen liefern nach Angaben der Polizei seit Mai 2013. Bei der Großaktion durchsuchten die Beamten außerdem die Wohnung 20 weiterer Verdächtiger. Sie sollen gefälschte Pässe und Geld für Dschihadisten nach Syrien geschickt haben. 

Seit mehreren Monaten geht die Bundesstaatsanwaltschaft massiv gegen die Netzwerke der Dschihadisten in Deutschland vor. Bundesinnenminister Thomas de Maizière sagte am Mittwoch in Berlin, dass die ständige Überwachung der gefährlichen Islamisten in der Bundesrepublik eine „enorme Belastung“ darstelle. Rund 230 potentiell gefährliche Islamisten sind den deutschen Sicherheitsbehörden derzeit bekannt. 

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