Studenten aus Krisenländern: „Wir hassen Merkel nicht!“

Melina, 21 J. (Griechenland)

“Ich heiße Melina Georgina Vassilas und bin 21 Jahre alt. Mein Vater stammt aus Griechenland. Ich lebe in Berlin und studiere hier an der HTW Berlin im dritten Semester Wirtschaftskommunikation.

Melinas griechische Familie ist durch die Einbrüche im Tourismus selbst von der Krise betroffen. Sie weiß um die Probleme in ihrem Heimatland.

Melinas griechische Familie ist durch die Einbrüche im Tourismus selbst von der Krise betroffen. Sie weiß um die Probleme in ihrem Heimatland.

In Griechenland hat sich die Einstellung der Menschen seit Ausbruch der Krise sehr geändert. Zum einen gegenüber der eigenen Regierung: Es herrscht überhaupt kein Vertrauen mehr, deshalb wenden sich auch Bürger, die zuvor überhaupt keine extremen Ansichten hatten, vermehrt rechts- oder linksextremeren Parteien zu. Seit Jahrzehnten sind abwechselnd zwei Familien an der Macht, die Sameras und die Karamalis. So sollen die korrupten Politiker, die Mitschuld an der Krise haben, die Griechen jetzt aus der Krise wieder heraus holen. Das klingt nicht nur absurd, sondern ist auch absurd.

Zum anderen ist die Einstellung der Griechen gegenüber Europa negativer geworden. Natürlich auch gegenüber Deutschland, obwohl man hier zwischen der deutschen Bevölkerung und Regierung unterscheiden muss. Die Bevölkerung ist nicht im Fokus der Wut. Die deutsche Regierung aber schon. Die Griechen fühlen sich bevormundet und sehr respektlos behandelt. Deshalb würden sich wohl auch viele Griechen freuen, wenn Merkel verschwindet. Sie verbinden mit ihrer Person und ihren Entscheidungen direkt die negativen Auswirkungen der Krise auf ihr Leben, also Arbeitslosigkeit, sinkende Löhne, Kürzungen der Sozialleistungen, Proteste, steigende Kriminalitätsraten und auch das Absinken ihres Lebensstandards. Deshalb sieht man wohl auch immer wieder Bilder, mit Merkel als Nazi oder Hitler. Diese Plakate sind Zeugnis von der Wut und Verzweiflung der Griechen.

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