Zwischen Erleichterung und Wehmut

7. Schritt richtig

Sieben Wochen mit der Meditationsapp 7 mind sind um. Sieben Wochen, die voller Aufs und Abs waren. Ein wenig bin ich erleichtert, weil ich nicht mehr jeden Tag ans Meditieren denken muss um am Ende der Woche hier was zu schreiben zu haben. Über die vergangenen Wochen haben sich sogar echte Zweifel am Sinn der App bei mir eingeschlichen. In meiner letzten Selbstversuchswoche konnten die Macher von 7 mind mich aber doch noch überzeugen.

Nach den letzten doch eher nervigen Meditationsschritten kam ich mir vor, als würde ich etwas falsch machen. Oder als wäre die App absoluter Mist und ich hätte sieben Wochen für Schwachsinn geopfert. Das wollte ich den Gründern Manuel Ronnefeldt und Jonas Leve vorhalten, als ich zu ihnen an die Uni Witten/Herdecke kam.

Die meisten meiner Zweifel konnten die beiden Wirtschaftsstudenten aber ausräumen. Den Verlauf meiner Meditationswochen halten sie für völlig normal. Es geht bei dem Kurs nämlich nicht darum, möglichst erfolgreich durch alle Schritte zu gehen. So hatte ich es immer vermutet. Bei dem Grundlagenkurs soll man vielmehr lernen, welche Meditationstechnik für einen selbst die Beste ist.

Mit „ein“ und „aus“ zum Meditationsmeister

Und das hat bei mir geklappt! Schritt Nummer zwei, bei dem ich meinen Atem mit „Ein“ und „Aus“ in Gedanken begleitet habe, hat mir wirklich gut getan. Vor einer angespannten Situation nutze ich diese Technik sogar zwischendurch immer noch, um mich besser zu konzentrieren. Dass meine Gedanken nicht wie Wolken aus meinem Kopf fliegen, ist dabei völlig egal.

Die beiden finden es auch normal, dass ich mich nicht anders fühle – weder glücklicher noch viel entspannter. Nach knapp zwei Monaten könne ich das auch kaum erwarten. Im Gespräch sind mir dann aber doch einige Situationen aufgefallen, in denen ich ruhiger war, als ich es eigentlich bin. Zum Beispiel vor meiner ersten Moderation bei eldoradio* am letzten Montag. Normalerweise hätte ich vor so einer Situation in der Nacht vorher vor Aufregung kein Auge zu getan. Das hat aber erstaunlich gut geklappt.

Natürlich weiß ich nicht, ob und wie genau das mit der Meditation zusammen hängt. Nach dem Gespräch mit den beiden App-Machern gebe ich ihr allerdings nochmal eine Chance. Die beiden glauben, dass eine bemerkbare Veränderung auch erst nach einem halben bis ganzen Jahr auftritt. So lange zu warten, kann Nerven kosten. Ob ich das wirklich durchhalte, weiß ich nicht.

Wer noch weiter üben will, kann auch in 7 mind noch gratis weitere Schritte freischalten. Natürlich erst, nachdem er die Grundlagen ausprobiert hat. Die App bietet fünf Möglichkeiten: Stress, Gesundheit, Kreativität, Konzentration und Glück.  Ich werde vielleicht die Stressvariante ausprobieren. Das haben die beiden Studenten mir empfohlen, als ich ihnen von meinen Erlebnissen erzählt habe. Wahrscheinlich ähnelt der Kurs dem zweiten Schritt, oder die beiden glauben, ich hätte mal ein wenig Entspannung nötig.

Meer als Entspannung

Aber stop! Auch in dieser Woche gab es ja noch einen Schritt in der App. Den will ich nicht außer Acht lassen. Er ähnelt sogar dem zweiten Schritt. Beim Einatmen soll ich „annehmen“ denken und beim Ausatmen „abgeben“. Dabei soll ich mir vorstellen, wie bei jedem Einatmen Meerwasser heran strömt und beim Ausatmen wieder weg fließt.

 

Bilder sind eigentlich nichts für mich. Aber das Meer kann sogar ich  mir ganz gut vorstellen. Am Ende wird erklärt, dass ich mit dem Abgeben in die Entspannung des Loslassens kommen soll und mit dem Annehmen alles in meiner Umgebung akzeptieren soll. Das ist für mich etwas abstrakt. Trotzdem fühle ich mich entspannter.

Das Gespräch mit den beiden Machern der App hat mir also gezeigt, dass Meditation doch gar nicht so abwegig ist, wie ich in den letzten Wochen dachte. Trotzdem finde ich es schwierig, am Ball zu bleiben. Gerade, wenn man nicht wie ich die Chance hatte, mit den beiden Machern zu reden. Die beiden Studenten sind so begeistert von Meditation, dass man sich nur anstecken lassen kann.

Beitragsbild: David Kick, Natalie Hornoff, Kelvin Wieck, Malina Reckordt, Luisa Flicke, Anja Lordieck, Sophia Averesch, flickr.com/ Sandee K.

Glücksbonus: 6/10          Weirdness: 4/10          Nervfaktor: 5/10

Hier geht’s zur Übersicht meines Selbstversuchs.

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