Fokus Kamera-Frau – die FH Dortmund stellt aus

Das Projekt „Fokus Frau“ der Fachhochschule Dortmund porträtiert Frauen aus kreativen Berufen multimedial. Die zweite Ausstellung „Mutige Fragen und bewegte Bilder“ dreht sich um die Kamerafrau Stefanie Gartmann. Bis zum 1. Juni werden sie und ihr Beruf anhand von Filmen, Fotos und Texten vorgestellt.

"Mutige Fragen und bewegte Bilder" ist die erste Ausstellung über Stefanie Gartmann.

"Mutige Fragen und bewegte Bilder" ist die erste Ausstellung über Stefanie Gartmann. Foto: Tanja Denker

Stefanie Gartmann dreht Filme. Dass sie sich dabei nicht auf eine Richtung beschränkt, sondern national und international sowohl Spielfilme als auch Dokumentationen und corporate Filme für Unternehmen macht, ist ungewöhnlich. Ungewöhnlich mutig, meint Professorin Cindy Gates, die Leiterin des Projekts „Fokus Frau“, und erklärt so den Titel der Ausstellung „Mutige Fragen und bewegte Bilder“. „Als junge Mutter freiberuflich zu arbeiten, ist mutig. Ebenso das Thema ihrer Arbeiten: Stefanie hat andere Frauen begleitet und thematisiert und so der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.“

Portrait eines Werdegangs

„Ich wollte mich nicht mehr mit einem Bild oder einer Bildreihe zufrieden geben, sondern in ganzen Sequenzen denken“, erklärt Stefanie Gartmann ihren Wechsel von Fotografie zu Film. Nach einer Ausbildung zur Mediengestalterin für Digital- und Printmedien begann Stefanie Gartmann 2002 ihr Studium im Bereich Film- und Fernsehkamera, das sie 2009 mit ihrem Diplomfilm „Schön und mutig“ abschloss. Der von der Filmstiftung NRW geförderte Dokumentarfilm zeigt vier Frauen auf der Suche nach einer Antwort: Wann ist der richtige Zeitpunkt, um ein Kind zu bekommen? Seitdem filmt sie für ganz unterschiedliche Projekte und bietet auch Workshops für Jugendliche und Pädagogen an.

"Fokus Frau" porträtiert Stefanie Gartmann multimedial. Neben Fotoreihen kann man sich zum Beispiel einen Interviewfilm mit der Kamerafrau ansehen.

"Fokus Frau" porträtiert Stefanie Gartmann multimedial. Neben Fotoreihen kann man sich zum Beispiel einen Kurzfilm über die Arbeit der Kamerafrau ansehen. Foto: Tanja Denker

Durch den multimedialen Ansatz schafft es die Ausstellung in den Räumen der Fachhochschule, das breite Spektrum der Arbeit der national und international ausgerichteten Kamerafrau festzuhalten. Ebenso wie der Film „Seepferdchen“, bei dem sie hinter der Kamera stand, wird ihr Abschlussfilm in voller Länge gezeigt. Außerdem gibt es Fotostrecken zu allen drei Filmgattungen (Spielfilme, Dokumentationen und corporate Filme), Bilder von den Dreharbeiten, erklärende Begleittexte und vor allem einen sechsminütigen Kurzfilm über Stefanie Gartmann, den man sich ansehen und über Kopfhörer anhören kann.

„Fokus Frau“: Ausstellungsreihe und Plattform

Professorin Cindy Gates hatte ihre ehemalige Studentin für die Ausstellung angefragt und auch den Interviewfilm für selbige über sie erstellt. Ansonsten ist die Leiterin von „Fokus Frau“ aber nur beratend tätig. Die Portraitreihe über weibliche Berufseinsteiger im gestalterischen Bereich wird von Studenten des Fachbereichs Design organisiert: Neben ihrem Studium kümmern sie sich ehrenamtlich u. a. um Finanzierung, Design von Einladungen, Plakaten und Ausstellungsraum und um die Website. Stefanie Gartmann ist nach der Kuratorin Ute Noll im November vergangenen Jahres die zweite Frau, dessen Person und Berufszweig ausgestellt werden. Mindestens zwei Jahre soll das Projekt noch laufen und halbjährlich soll es eine Ausstellung geben.

Professorin Cindy Gates leitet "Fokus Frau". Sie produziert die kurzen Interviewfilme. Den Studenten, die das Projekt ansonsten eigenständig orgnaisieren, steht sie beratend zur Seite.

Professorin Cindy Gates leitet "Fokus Frau". Den Studenten, die das Projekt eigenständig organisieren, steht sie beratend zur Seite. Foto: Tanja Denker

Doch „Fokus Frau“ ist noch mehr: Die zweisprachige Website zum Projekt dient auch als Plattform. Hier können Interessierte jedes Jahr etwa fünf weitere Interviewfilme sehen und Werke von Frauen der Branche kennen lernen, wie zum Beispiel Kurzfilme oder Arbeiten verschiedener Fotografinnen. „Es ist schwer eine vergleichbare zweisprachige Quelle über weibliche Kunst mit anderen Informationen als nur theoretischen Texten im Netz zu finden“, sagt Cindy Gates. Das „Forschungsarchiv“ bietet einen praktischen Ansatz und neue Erkenntnisse.

Kamerafrau aus Leidenschaft

„Es ist toll, immer wieder in andere Lebensbereiche einzutauchen, unterschiedliche Menschen zu treffen, die alle erpicht sind, das Bestmögliche zu erreichen und die Möglichkeit zu haben mit Geschichten und Orten in Berührung zu kommen, die man sonst nicht erlebt“, beschreibt Stefanie Gartmann ihren persönlichen Bereich weiblicher Kunst, der für den Besucher der Ausstellung visualisiert wird. Stolz kann sie jetzt zurückblicken auf das, was sie bisher geschafft hat.

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