Anklage gegen Loveparade-Organisatoren

Dreieinhalb Jahre nach der Katastrophe auf der Loveparade in Duisburg hat die Staatanwaltschaft Anklage gegen die Verantwortlichen erhoben. Der frühere Duisburger Oberbürgermeister Adolf Sauerland und der Lopavent-Geschäftsführer Rainer Schaller sind nicht unter den Angeklagten. Nach Medienberichten müssen sich der Baudezernent, fünf Mitarbeiter des Bauamtes und vier Lopavent-Angestellte verantworten. 

Nach über dreijähriger Ermittlungsarbeit hat sich der Kreis der Angeklagten von 16 auf 10 reduziert. Dazu durchforstete die Staatsanwaltschaft 37.000 Seiten Akten. Laut WAZ hatten die angeklagten Personen die Veranstaltung und das Sicherheitskonzept genehmigt. Die Ermittler werfen ihnen schwerwiegende Planungsfehler vor, die Loveparade sei so nicht genehmigungsfähig gewesen. Den Angeklagten droht bei einer Verurteilung wegen fahrlässiger Tötung eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren. Experten rechnen jedoch nicht mit einer Prozesseröffnung vor 2015.

Die einzelnen Tatvorwürfe stellt die Staatsanwaltschaft Duisburg am Mittwochvormittag auf einer Pressekonferenz vor.  Die Staatsanwaltschaft rechnete mit einem großen Medieninteresse, auch international. Trotz einer Vielzahl an Plätzen für Journalisten waren zu Beginn der Pressekonferenz nur 50 Journalisten anwesend. 

Die Ermittlungen gegen Duisburgs ehemaligen Oberbürgermeister Adolf Sauerland (CDU) und Lopavent-Geschäftsführer Rainer Schaller wurden bereits früh eingestellt. Bei beiden sei nicht erkennbar, dass sie an der Planung und Genehmigung des Raver-Events konkret beteiligt gewesen seien, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Nach der Katastrophe konzentrierte sich die öffentliche Kritik zunächst auf Adolf Sauerland. Trotz der öffentlichen Stimmung hatte sich Sauerland lange geweigert zurückzutreten und wurde erst 2012 durch ein Bürgerbegehren abgewählt. 

Bei der Loveparade am 24. Juli 2010 waren bei einer Massenpanik 21 Menschen gestorben. Sie waren in der Menschenmenge erdrückt oder zu Tode getreten worden. Über 500 weitere wurden zum Teil schwer verletzt. Die Bilder von den traumatisierten Besuchern waren um die ganze Welt gegangen. 

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