Jodler küren die nervigste Treppe an der TU

Fast jeder hat sich schon einmal über sie geärgert: Treppen. Mal sind sie so kurz, dass man nur komische Tippelschritte machen kann, im nächsten Gebäude schafft man es selbst mit Riesenschritten nicht ohne einen Zwischenschritt auf die nächste Stufe. Das ärgert auch die Dortmunder „Jodelgemeinde“. Gibt es an der TU etwa keine anständige Treppe?

Die eindeutige Wahl: Das SRG hat die nervigsten Treppen.

Studenten können sich über vieles aufregen, wie zum Beispiel über die langweiligen Vorlesungen oder das Mensaessen. Auf der App „Jodel“ offenbaren die TU-Studenten aber ein weiteres, wenig beachtetes Thema: die Treppen an der Uni.

Besonders verhasst sind die Treppen im SRG. „Optisch sind die Treppen ansprechend, aber wenn man sie benutzen will, sind sie unpraktisch“, findet der 24-jährige Kevin, der gerade von einem Seminar aus dem SRG kommt. Auch bei Jodel schlägt das SRG alle anderen Treppen in Sachen Nervigkeit.

Tatsächlich haben die Treppen im Eingangsbereich des SRGs ungewöhnliche Maße. Eine Stufe ist dort ungefähr 101 cm tief und 17 cm hoch. Zu klein für zwei normale Schritte, aber zu groß für einen Schritt. „Ich habe jedes Mal Angst hinzufallen“, gesteht die 22-jährige Vanessa.

Mehr als einen Meter tief ist eine Stufe im SRG.

Ein anderes Grundproblem gibt es bei den Audimax-Treppen, die bei der Jodel-Community ebenfalls schlecht wegkommen. Hier sind die Treppen so niedrig (circa 11 cm hoch und 30 cm tief), dass man nie weiß, wie viele Stufen man auf einmal nehmen soll.

Hörsäle ähneln Theatern

All das sind typische Probleme von Hörsälen, weiß Paul Kahlfeldt. Er ist Lehrstuhlinhaber für die Grundlagen und Theorie der Baukonstruktion und damit ein absoluter Treppen-Experte. Die Treppe an sich sei schon „eine Störung des menschlichen Laufrhythmus“, erklärt er. Gute Häuser hätten deshalb keine Stufen. Da unsere Gebäude aber gestapelt sind, muss sich der Mensch in der Vertikalen bewegen.

Paul Kahlfeldt hält Vorlesungen zum Thema Treppen.

Besonders an Hörsäle werden dabei viele Anforderungen gestellt. Ihre Bauart erinnert an die eines Theaters. Zunächst muss flächenoptimiert gebaut werden. Auf wenig Raum müssen also möglichst viele Sitzplätze passen. Allerdings muss auch eine gute Akustik und Sicht in den obersten Reihen gewährleistet sein. Dafür werden die Sitzreihen, und damit auch die Treppenstufen, nicht komplett gleichmäßig aufeinander aufgebaut, sondern liegen auf einer Art Halbparabel. Damit ist der Zuschauer zwar näher am Geschehen, die Treppenstufen haben aber dadurch nicht unbedingt alle die identischen Maße. „Deshalb stolpern auch so viele Professoren am Ende der Treppen – die Treppenstufen haben da eine andere Länge“, weiß der Experte.

Die perfekte Treppe?

„Planungsrechtlich sind Hörsäle ein Sonderbau“, so Kahlfeldt. Für sie gelten also andere Regeln als für andere Gebäude. So gilt bei ihnen auch nicht die DIN-Norm für Treppen, die regelt, welche Maße eine Treppe haben muss. Als heute ideal gelten Treppenstufen, die 30 cm tief und 15 cm hoch sind, erklärt der Professor.

Circa 30 cm tief und 16 cm hoch sind die einzelnen Stufen.

Ob es so eine wohl auf dem Campus gibt? Einige Treppen haben wir vermessen, ehe wir eine nach dieser Definition nahezu perfekte gefunden haben. 30 cm tief ist die Treppe, nur bei der Höhe weicht sie leicht von unserem Richtwert ab. Damit ist die Treppe, die von der Bushaltestelle zur Food Fakultät führt, unsere „perfekteste“ Treppe auf dem Campus.

Beitragsbild: bearbeitet mit Canva
Screenshot/Bilder: Christina Teupen