Duell: Ist Freitag der 13. ein Unglückstag?


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Freitag, der 13. – Bei manchen löst dieses Datum Schweißausbrüche und Panikattacken aus. Freitag der 13. steht für sie für das absolute Unglück. Bei anderen erzeugt dieser Tag nur eins: völlige Resignation. Ist Freitag der 13. Wirklich ein Unglückstag oder nicht? Pflichtlektüre Reporter Martin Schmitz und Sarah Teschlade haben dies diskutiert.

PRO
CONTRA

Natürlich ist Freitag der 13. ein Pechtag. An diesem Tag reiht sich doch für gewöhnlich ein Unglück ans nächste. Hier ein beispielhafter Tagesablauf. Der Wecker klingelt, man steht auf – falscher Fuß. Man frühstückt – der Kaffee schmeckt zu bitter und schlecht. Auf dem Weg zur Uni – man verpasst den Bus. Und so geht es weiter bis man sich abends ins Bett plumpsen lässt – und sich dabei an der Bettkante den Kopf stößt.

Auch wenn ein solcher Tagesablauf nicht auf jeden zutrifft, ein Glückstag ist Freitag der 13. bestimmt auch nicht. Denn: Wer hat schon mal am Freitag den 13. im Lotto gewonnen? Die Liebe seines Lebens getroffen? Seine Bachelorprüfung mit summa cum laude bestanden? Wahrscheinlich niemand – oder zumindest nicht allzu viele Menschen.

Psychologischer Erklärungsversuch

Wem das alles an Argumenten nicht reicht, hier zwei kleine psychologische Erklärungsversuche, wie der Freitag der 13. zu einem persönlichen Unglückstag werden kann: Zum einen – wie bereits oben im exemplarischen Tagesablauf angedeutet – ist es die negative Erfahrung. Es ist doch eine normale Reaktion, dass wenn einem einmal an einem Freitag, den 13. das Auto geklaut oder der Job gekündigt wurde oder der Partner einen verlassen hat, man diesen Tag nicht als den glücklichsten seines ganzen Lebens in Erinnerung behalten wird. Eher wird man jeden Freitag den 13. aufwachen und denken: „Was wird wohl heute passieren? Vielleicht breche ich mir ein Bein oder setze die Prüfung in den Sand…“

Zum anderen kommt es bei Menschen, die an einem Freitag den 13. bereits mit einer negativen Einstellung aufstehen, höchstwahrscheinlich zu dem Phänomen, das der Soziologe Robert K. Merton einst als self-fulfilling prophecy beschrieb. Seine Theorie besagt, dass wenn man eine falsche – in diesem Fall negative – Annahme von einer Situation hat, sich das eigene Verhalten so verändert, dass diese Annahme wirklich eintritt, was dann dazu führt, dass diejenige Person glaubt, von Anfang an Recht gehabt zu haben. Wenn man also am Freitag den 13. zum Beispiel schon morgens glaubt, dass die Prüfung schlecht laufen wird, wird man wahrscheinlich mit einer schlechten Einstellung in die Prüfung gehen, die dann möglicherweise zu einem schlechten Ergebnis führen wird. Der Prüfling wird dann später sagen, er hätte es schon vorher gewusst. Und so wird für ihn der Freitag der 13. dann zu einem Unglückstag.

Das einzig positive am Freitag den 13.? Er kommt so selten vor, in diesem Jahr nur dreimal, dass alle anderen Tage Glückstage sind – oder zumindest werden können.

Morgen ist es wieder soweit! Die Straßen sind mit herumliegenden Bananenschalen gepflastert, an jeder Ecke steht eine Leiter, unter der man unversehens hindurchläuft. Nicht zu vergessen: Hundehaufen mit Schuhmagneten und Kündigungen aus heiterem Himmel, die am Arbeitsplatz bereitliegen. Ein Glück, dass man diesen eh nicht erreicht, da man sich auf dem Weg zu Büro sowieso vier Plattfüße am Wagen einfängt.

Die Angst hat einen Namen

Zwischen einem und drei Mal fällt pro Jahr der dreizehnte Tag eines Monats auf einen Freitag. Und diese simple Konstellation eines Tages und einer Ziffer sorgt hierzulande bei vielen Leuten für Panikattacken.  Die krankhafte Angst vor Freitag dem 13. hat sogar einen Namen:
Paraskavedekatriaphobie!

Was für ein Humbug! Diese Angst ist vollkommen unbegründet. Der Mythos um das schlimme Datum ist nur eine modische Erscheinung des 20. Jahrhunderts
und hat keinerlei historische Tradition. In einer Art Baukastenprinzip hat man einfach die christlichen Unheilsymbole der Zahl 13 (das teuflische Dutzend) und des Freitags (Todestag Jesu) addiert. Schlecht und schlecht
ergibt sehr schlecht?! Na dann.
So bastelt sich im Übrigen jede Nation ihren eigenen „schwarzen Tag“. In Spanien, Griechenland und Lateinamerika ist es zum Beispiel Dienstag der 13. In Italien sogar Freitag, der 17. Denn nicht einmal die Zahl 13 scheint allgemeingültig ein schlechtes Omen zu sein. In der jüdischen Tradition ist die 13 eine Glückszahl und ein Symbol Gottes, weil sie über der 12 steht.

Versicherungsstudie liefert keine Beweise

Es gibt auch handfeste Beweise, dafür dass dieser Tag kein besonderer Unglücktag ist: Laut einer Versicherungsstudie gehen an Freitagen, die auf einen 13. fallen, nicht mehr Schadens- und Unfallmeldungen ein, als an anderen Tagen. Eher im Gegenteil: sie liegen sogar leicht unter dem
Schnitt.
Freitag der 13. ist also nicht unheilvoller, als Donnerstag der 12. oder Montag der 23. Allenfalls gilt eine spezielle Abwandlung von Murphys Gesetz: Wenn etwas schief gehen kann, dann geht es schief, solange man nur fest daran glaubt.

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Foto: stockxchng/bizior, Montage: Steinborn/Patzwald, Teaserfoto: Viktor Mildenberger  / pixelio.de