EEG und steigende Strompreise

Agenda 2020, Europe 2020 – egal wo, egal in welchem Gebiet: Eine Agenda ist modern. Nicht nur Deutschland, auch Europa liebt zukunftsträchtige Planspiele. Die EU möchte damit zum Beispiel der Wirtschaft Nachhaltigkeit verleihen, will mehr „smart and inclusive growth“ – also höher, weiter und vor allem innovativer. Als „innovativ“beschreibt die schwarz-gelbe Bundesregierung auch ihre Pläne, die Umwelt zu fördern – Stichwort: 2020. Bis dahin möchte besonders Umweltminister Peter Altmaier (CDU) erreichen, dass mindestens ein Drittel des Stroms aus regenerativen Quellen stammt, also Wind, Wasserkraft, Sonne oder Erdwärme.

Bis 2020 soll ein Drittel unseres Stroms aus erneuerbaren Energien kommen. Foto/Teaserbild: Pixelio.de/H.D. Volz

Bis 2020 soll ein Drittel unseres Stroms aus erneuerbaren Energien kommen. Foto/Teaserbild: Pixelio.de/H.D. Volz

Mit anderen Worten: Nein zur konventionellen Energie, ja zu erneuerbaren Energien und damit auch zum „Erneuerbare-Energien-Gesetz“ (EEG). Das ist jenes Gesetz, das immer wieder für Ärger sorgt – besonders für den „durchschnittlichen“ Bürger.

Warum?

Das EEG sorgt dafür, dass wir beim Blick auf die neueste Stromrechnung fast verzweifeln. Denn alle Haushalte, die ihren Strom zum Beispiel durch Solaranlagen herstellen, werden dafür vom Staat unterstützt. Das gilt nicht nur für Solarenergie, sondern für alle genutzten Möglichkeiten, bei denen „grüner Strom“ entsteht. Für jede eingespeiste Kilowattstunde gibt es Geld. Neben Privathaushalten werden auch beispielsweise Windpark-Betreiber subventioniert. Dieses Geld wird laut Gesetz auf jeden einzelnen Stromkunden umgelagert, deswegen spricht man beim EEG auch von der Ökostrom-Umlage. Mit jeder bezahlten Stromrechnung tragen wir also dazu bei, dass grüner Strom gefördert werden kann.

Da immer mehr Haushalte und Unternehmen „grün“ sind, braucht es entsprechend mehr Geld, die Folge: Die Umlage erhöht sich – wir tragen die Kosten.

Kann ich in absehbarer Zeit wieder lächelnd auf meine Stromrechnung blicken?

Strom wird wegen der EEG-Umlage teurer. Foto: Pixelio.de/Rudolpho Duba

Strom wird wegen der EEG-Umlage teurer. Foto: Pixelio.de/Rudolpho Duba

Klare Antwort: Jein. Einerseits prüft die nahe Zukunft unsere Frustrationstoleranz, weil alles grüner wird: mehr Windparks, weniger Atom-und Kohlekraftwerke. Solange alles weiter fleißig belohnt wird, leiden unsere Geldbörsen. Wenn wir Pech haben, dann ist Strom bald eine Art Luxusgut. Andererseits: Wenn dann hoffentlich – wie angekündigt – bis 2020 „grüner“ Strom mehr Regel als Ausnahme ist, dürfen wir darauf hoffen, dass es nach und nach nur noch Ökostrom gibt. Dann braucht es aber ein ganz neues System – ein, Achtung, innovatives!

Dann gibt es vielleicht auch wieder eine Agenda, zum Beispiel „100 Prozent grün bis 2030“.

Für uns bleibt bis dahin nur, selbst ein „Grüner“ zu werden und die Vorteile zu nutzen. Oder wir hoffen, dass zum Beispiel eine neue Regierung aus Rot-Grün das Vergütungssystem ändert.

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