Zehn Touren in die Wissenschaft

Tagtäglich tüfteln Wissenschaftler der Technischen Universität, der Fachhochschule und der übrigen Dortmunder Forschungseinrichtungen an interessanten Projekten – meistens allerdings hinter verschlossenen Türen. Beim Dortmunder Wissenschaftstag hatten Neugierige die Chance, einen Blick hinter die Kulissen zu werfen.

Professor Wilfried Fischer erklärt den Teilnehmern, wie das Elektroauto funktioniert. Foto: Regine Beyß

Professor Wilfried Fischer erklärt den Teilnehmern, wie das Elektroauto funktioniert. Foto: Regine Beyß

Gepäck hatten die 375 Teilnehmer nicht dabei, als sie in die geräumigen Reisebusse einstiegen. Dafür aber jede Menge Wissensdurst – genau das Richtige also für eine Reise in die Wissenschaft. Zwischen zehn verschiedenen Routen konnte man vorab wählen: Ob Dortmunder U, Fraunhofer-Institut, WDR Studio oder Campus – überall stellten Unternehmer und Forscher ihre aktuellen Projekte und Forschungsansätze vor.

Für Bus Nummer sieben ging es zur Technischen Universität. Das Thema: Elektromobilität. Vom Abiturienten über den Stundenten bis hin zum Rentner waren in der Gruppe alle Altersklassen vertreten. „Ich bin pensionierter Maschinenbauer, deswegen interessiert mich das Thema sehr“, erzälte ein Zuhörer. „Außerdem mache ich jedes Jahr beim Wissenschaftstag mit.“ Ein Mathelehrer aus Dortmund hatte sich mit einigen seiner Schüler angemeldet: „Ich fände es gut, wenn meine Schüler mehr über den Wissenschaftsstandort wissen. Dieser Tag ist eine gute Möglichkeit, einen Bezug zur Uni und zur FH herzustellen.“

Die Mobilität der Zukunft

Zu sehen gab es Liegedreiräder mit Elekro-Hilfsmotoren und so genannten Elekro Cityfahrzeuge. Beides entwickelt vom Fachbereich Maschinenbau der FH. „Die Frage, ob Elekromobilität die Mobilität der Zukunft ist, würde ich ganz klar mit Ja beantworten“, sagt Professor Wilfried Fischer. Kleine Modelle veranschaulichten die Fortschritte, die die Forscher im Laufe der Jahre gemacht haben. Außerdem durften sich die Besucher die tatsächlichen Prototypen sowie die Labore, in denen die Fahrzeuge konstruiert werden, anschauen.

Stolz auf den Standort Dortmund: TU-Rektorin Ursula Gather. Foto: Regine Beyß

Stolz auf den Standort Dortmund: TU-Rektorin Ursula Gather bei der Begrüßung der Teilnehmer. Foto: Regine Beyß

Öffentliche Ladestationen

Über die möglichen Ladekonzepte von Elektroautos referierte anschließend Professor Christian Rehtanz von der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik der TU. „Es reichen eigentlich normale Steckdosen“, sagte Rehtanz. „Aber wir brauchen zusätzlich öffentliche Ladestationen für Autos ohne festen hausnahen Stellplatz.“

In wie fern Elektroautos in Zukunft klimaneutral sind, hänge von der Stromerzeugung in Deutschland ab. Je mehr Strom aus erneuerbaren Energien gewonnen wird, umso besser sieht die Klimabilanz der Autos aus. Bis dahin sei es noch ein weiter Weg. Das gälte auch für die Finanzierbarkeit der Fahrzeuge. „Wir gehen davon aus, dass Elektroautos erstmal im Zweit- und Drittwagensektor ihren Platz finden“, so Rehtanz.

Die Teilnehmer nahmen den Motos eines Elektroautos genau unter die Lupe. Foto: Regine Beyß

Die Teilnehmer nahmen den Motos eines Elektroautos genau unter die Lupe. Foto: Regine Beyß

Ein Geschenk an die Bürger

Am Wissenschaftstag konnte jeder Interessierte kostenlos teilnehmen. Wie in den Jahren zuvor waren alle zehn Touren bereits früh ausgebucht. Bürgermeister Ullrich Sierau zeigte sich sehr zufrieden: „Das zeigt, dass die Dortmunder Interesse ihr Bewusstsein für die Stadt schärfen wollen.“ Gelohnt hat es sich. Nach dem Tag hatten die Teinehmer eins ganz bestimmt im Gepäck: jede Menge neue Eindrücke.

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