Es regnet Sternschnuppen – zwei Nächte lang

Die kommenden Nächte sind die perfekte Zeit für Wünsche. Gleich hunderte von ihnen könnten in den Nächten vom 11. bis zum 13. August in Erfüllung gehen – vorausgesetzt, der Aberglaube ist wahr und Sternschnuppen lassen unsere Träume wirklich wahr werden. Der Perseiden-Strom beschert uns jedenfalls ein wahres Feuerwerk am Himmel.

Etwa einhundert solcher Sternschnuppen lassen sich bei gutem Wetter am Himmel beobachten. © Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Etwa einhundert solcher Sternschnuppen lassen sich bei gutem Wetter am Himmel beobachten. Foto: © Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Nicht erschrecken! Wer in der Nacht vom 12. auf den 13. August bei klarem Wetter hinauf in den Weltraum schaut, sieht dort keine blitzschnellen Raumschiffe oder gar UFOs durch den Himmel ziehen, sondern ein wunderschönes Naturschauspiel: den Meteor-Schauer der Perseiden. Hunderte Sternschnuppen lassen sich in den Nächten von Mittwoch bis Freitag am Nachthimmel beobachten. „Wer eine Minute Geduld hat, sieht auf jeden Fall eine – und das ganz ohne Fernglas“, erklärt Wilfried Tost vom Institut für Planetenforschung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Berlin-Adlershof.

Die Erde rast durch Kometenstaub

Wie jedes Jahr im August kreuzt die Erde in den kommenden Tagen auf ihrer Umlaufbahn um die Sonne die Spur des Kometen Swift-Tuttle. Alle 133 Jahre kehrt dieser Komet ins innere Sonnensystem zurück, zuletzt im Jahr 1992. Da Swift-Tuttle ganz langsam auseinanderbröckelt, lässt er auf seiner Bahn eine Staubspur mit winzigen Kometenpartikeln zurück, nicht größer als Sandkörner.

Wenn die Erde ab Mittwoch, 11. August, die alte Kometenbahn kreuzt, rast sie mit knapp 30 Kilometern pro Sekunde auf die Wolke der kleinen Kometenstaubkörner, Meteoroiden genannt, zu. Diese kollidieren mit der Atmosphäre und treten mit einer Geschwindigkeit von etwa 60 Kilometern pro Sekunde in die oberen Luftschichten ein.

So entsteht eine Sternschnuppe

„Was wir als Meteor am Himmel sehen, sind aber nicht etwa die Kometenstaubkörner selbst“, erklärt Forscher Tost. „Es ist die vor den Staubteilchen liegende Luft, die so stark zusammengepresst wird, dass sie über 3.000 Grad heiß wird und dadurch zu leuchten beginnt.“ Ähnlich wie in einer Neonröhre, in der Gasteilchen ionisiert werden und somit leuchten, beginnen in der Atmosphäre die Luftteilchen vor dem rasenden Staubkorn Licht auszustrahlen. Das Ergebnis: eine Sternschnuppe.

Das Ganze spielt sich in einer Höhe von 80 bis 100 Kilometern ab, dennoch können wir den Meteorschauer auch mit bloßem Auge von der Erde aus beobachten. Ferngläser und Teleskope wären sogar hinderlich, schließlich kann man mit ihnen nur einen winzigen Bereich des Himmels erfassen. Nach nur einer Sekunde in der Erdatmosphäre sind die Meteoroiden verglüht. Dennoch reichen die winzigen Staubteilchen aus, um eine gut sichtbare Sternschnuppe zu erzeugen.

Beste Zeit: 13. August, 0 bis 4 Uhr

Kometen wie dieser lassen auf ihrer Bahn kleine Staubteilchen zurück. Trifft die Erde auf sie, gibt es Sternschnuppe. Foto: Bernhard Mayr / pixelio.de

Kometen wie dieser lassen auf ihrer Bahn kleine Staubteilchen zurück. Trifft die Erde auf sie, gibt es Sternschnuppe. Foto: Bernhard Mayr / pixelio.de

Etwa 100 Meteoroiden kann ein Beobachter an seinem Standpunkt pro Stunde erwarten. Könnte er den gesamten Sternenhimmel überblicken, wären es noch viel mehr. Die Chance, einen Meteor zu sehen, ist entsprechend hoch. „Außerdem haben wir in diesem Jahr Neumond“, sagt Wilfried Tost. „Die Perseiden lassen sich also ganz ohne störendes Mondlicht beobachten.“ Die meisten Sternschnuppen kann man in der Nacht vom 12. auf den 13. August sehen. Dann kommt die Erde der Staubspur von Swift-Tuttle am nächsten, der Perseiden-Schauer erreicht sein Maximum. Nach Mitternacht lohnt sich der Blick in den Himmel besonders: bis vier Uhr morgens nimmt die Zahl der Sternschnuppen noch einmal stark zu. Wer möglichst viele Meteore sehen will, sollte sich von künstlichem Licht fernhalten. Straßenlaternen und Stadtlichter strahlen einen Großteil ihres Lichts auch in den Himmel ab und machen es so schwieriger, die Sternschnuppen zu erkennen.

Seinen Namen hat der Meteor-Schauer vom Sternbild Perseus. Aufgrund der gegenseitigen Bewegung von Meteoroidenstrom und Erde scheinen die Meteore alle von einem Punkt am Himmel auszugehen, der im nördlichen Sternbild Perseus liegt.

Wer den Perseiden-Schauer in dieser Woche verpasst, verschläft oder ihn wetterbedingt einfach nicht sehen kann, muss nur bis November warten. Dann beschert uns der Meteor-Schauer der Leoniden das nächste Feuerwerk am Sternenhimmel.

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