Last-Minute durch die Prüfungsphase

Wir alle kennen den Albtraum jedes Studentenlebens: Die Prüfungsphase. Wie jedes Semester hat man mal wieder viel zu spät mit dem Lernen angefangen oder steht vor einem unüberschaubaren Berg voll Aufgaben.

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 Zu allem Überfluss sind wahrscheinlich auch schon die erlaubten Fehlstunden der Pflichtseminare aufgebraucht, sodass man sich von Evaluationsbögen und Filmpräsentationen seine Zeit rauben lassen muss. Hier sind zehn Tipps, wie man es trotz Chaos auf dem Schreibtisch und im Kopf durch die Prüfungszeit schafft:

1. Muntermacher
Man sitzt den ganzen Tag am Schreibtisch und versucht sich so viel Lernstoff wie möglich zu merken. Doch irgendwann überkommt einen die Müdigkeit. Die Konzentration lässt nach, die Augenlieder werden schwer und im Rücken fängt es an zu ziehen.

Experten raten: Öfter mal die Sitzposition ändern! Aufstehen um andere Muskelgruppen zu belasten kann Müdigkeit vermeiden. Auch kaltes Wasser auf den Handgelenken und im Gesicht wirkt aktivierend. Bei wem allerdings auch das nicht mehr hilft, sollte sich bewegen. Um den Stoffwechsel anzuregen und das Gehirn mit ordentlich Sauerstoff zu versorgen reicht schon ein 15minütiger Spaziergang im Freien. Wer dazu keine Zeit hat: Fenster auf und fünf Minuten zu seiner Lieblingsmusik abtanzen.

Auch Lachen wirkt erweckend und erfrischend auf den Körper. Bei einem Lachanfall werden Endorphine ausgeschüttet, die Stresshormone abbauen und uns in eine positive Stimmung versetzen. Kurze Pausen mit lustigen YouTube Videos oder Facebook Posts der Freunden sind also nichts entgegen zusetzen.

2. Kaffee oder Energy Drink?
Koffein ist gerade in der Prüfungszeit der beste Freund vieler Studenten. Es lässt uns durchhalten wenn wir uns spät in der Nacht die Finger auf der Tastatur wund tippen oder uns zwanghaft die so mühevoll zusammengefassten Karteikarten einprägen wollen.

Koffein wirkt auf unser Zentrales Nervensystem, es lässt Müdigkeit verschwinden und verhilft uns zu schnellem, aufmerksamen Denken. Allerdings kann eine Überdosis Koffein zu körperlichen Beschwerden führen. Deswegen sollte eine tägliche Dosis von 500 bis 600 mg Koffein nicht überschritten werden. Doch was hilft eigentlich besser – Kaffee oder Energy Drinks? 125ml Filterkaffee können bis zu 120mlg Koffein enthalten. 250ml Energy Drink enthalten gerade mal 80mlg. Auf diese Menge gesehen, enthält Kaffee also mehr Koffein als die beliebten Wachmacher. Allerdings ist die Gefahr einer Überdosis bei letzteren deutlich höher, da Energy Drinks oft noch weitere Aufputschmittel wie Taurin, Inosit und Glucuronolacton enthalten können.

3. Nervennahrung
Für viele ist die Ernährung gerade in der Prüfungsphase ein schwieriges Thema. Die einen essen gar nichts, die anderen nur Mist. Dabei ist eine gesunde Ernährung gerade in einer solch stressigen Phase besonders wichtig. Da wir uns allerdings nicht alle zu den „Cleaneatern“ oder der „Healthyfood“ Fraktion zählen, brauchen wir kleine Wundermittel, die unseren Körper mit der richtigen Energie versorgen.

Am besten eignen sich dazu Nüsse und Bananen. Vor allem Nüsse liefern uns ungesättigte Fettsäuren, Vitamine und Mineralstoffe, die unsere Konzentrations- und Leistungsfähigkeit fördern und die Nervenfunktion unterstützen. Nicht umsonst werden uns in Supermärkten und Drogerien Nussmischungen als Studentenfutter verkauft. Bananen hingegen fördern einen relativ lang anhaltenden, konstanten Blutzuckerspiegel, der wichtig für unsere Konzentration ist. Außerdem werden durch die in den Bananen enthaltenden Eiweißbausteine Dopamin und Noradrenalin ausgeschüttet. Letzteres fördert unsere Aufmerksamkeit und die Lernfähigkeit. Bei Bananen gilt übrigens:  je reifer desto besser.

4. Schokolade macht glücklich?
Wer an Nervennahrung denkt, denkt oft auch an Schokolade. Egal in welcher Ausführung schmeckt sie uns und tut gut. Allerdings stimmt die Aussage des Glücklichmachers Schokolade nicht ganz.

Obwohl Forscher der Kakaobohne eine positive Wirkung auf unser körperliches Wohlbefinden nachsagen, ist das in Schokolade mit niedrigem Kakaoanteil nicht der Fall. Denn hier sind die Anteile oft viel zu niedrig um die vorhergesagte Wirkung zu erzielen. Im Gegenteil. Die in der Süßigkeit enthaltenen Zucker und Fettanteile wirken oft sogar ermüdend auf den Körper.

In einem Fall macht Schokolade allerdings doch glücklich. Wer nämlich nur zu besonderen Anlässen oder als Belohnung Schokolade isst, aktiviert beim Verzehr der Süßigkeit sein Belohnungssystem im Gehirn und kann sich dadurch tatsächlich glücklicher fühlen.

5. Traubenzucker als schnelle Energiequelle?
Traubenzucker kann zwar hilfreich sein, wenn der Blutzuckerspiegel sehr niedrig ist. In Prüfungssituationen sollte man allerdings davon absehen.

Auch wenn Traubenzucker als Energiequelle schnell ins Blut gelangt und dabei der Blutzuckerspiegel ansteigt, reduziert der Organismus gleichzeitig seine eigene Zuckerproduktion und nach wenigen Minuten geht es einem dann oft schlechter als vorher. Für den zehnminütigen Endspurt der Klausur sollte der Energieschub aber reichen.

6. Sport ist nicht immer Mord
Auch wenn unter den Studenten einige Bewegungsmuffel weilen, sind gerade körperliche Aktivitäten im Freien besonders wichtig. Und das nicht nur, weil die Ablenkung an der frischen Luft unserem ermüdeten Geist gut tut. Gerade beim Ausdauersport werden sogenannte Tryptopatien aus dem Blut in das Gehirn transportiert und dort in Serotonien umgewandelt, was unsere Stimmung hebt und gleichzeitig die Leistungsfähigkeit steigert.
7. Tipps der Weltmeister
In den letzten Jahren haben sich immer mehr Wettbewerbe entwickelt, in denen sich die Teilnehmer gegenseitig im Merken von Ziffernreihen übertreffen. Auch wenn die verschiedenen Techniken einiges an Übung erfordern, können Studenten sie nutzen.

Profis betonen, dass besonders Motivation und Konzentration gefordert ist. Störungsquellen müssen beim Auswendiglernen völlig ausgeschaltet werden und eine gewisse innere Anspannung muss herrschen, um sich voll auf die Lerninhalte konzentrieren zu können. Eine beliebte Technik dabei ist eine Bildergeschichte im Kopf. Dabei stellen sich Gedächtnisexperten bestimmte Bilder für die Begriffe vor und befestigen diese auf einer Route. Läuft man diese später in seinem Gedächtnis ab, entstehen Bildergeschichten, die den Lernprozess vereinfachen und die Erinnerung daran fördern. 

8. Manchmal ist Reden eben Gold
Experten sagen: Wenn man sich über das Gelernte unterhält, wirken die dabei entstehenden Emotionen wie ein Verstärker auf unser Gedächtnis.

Durch die Unterhaltung wird unserem Gehirn ein Signal gesendet, dass das Gesagte abgespeichert werden solle. Ist es allerdings schon spät in der Nacht und gerade kein passender Gesprächspartner in der Nähe, freut sich bestimmt auch das Justin Bieber Poster der kleinen Schwester über die nächtliche Präsentationseinlage des gerade erlernten Stoffs. 

9. Prüfungsangst? Nein Danke.
Für viele ist es nur die normale Nervosität kurz bevor man sich in den Prüfungsraum begibt. Für einige kann diese allerdings zu richtigen Angstzuständen führen. Der Magen dreht sich um, der Herzschlag wird schneller, der Mund trocken und die Hände feucht. All dies sind körperliche Symptome, die uns sagen wollen, dass trotz ordentlicher Vorbereitung etwas schief gehen wird.

Ein bewährtes Mittel gegen Nervosität ist das autogene Training. Dabei wird die volle Konzentration auf die Entspannung gelegt. Bei der progressiven Muskelentspannung wird die gesamte Aufmerksamkeit auf bestimmte körperliche Bereiche und Empfindungen gerichtet. Dabei befindet man sich auf dem Weg der inneren Ruhe. Möchte man zum Beispiel für einen frischen und klaren Geist sorgen, stellt man sich in einer bequemen Sitzposition einen klaren Bergsee oder eine sprudelnde Quelle vor seinem geistigen Auge vor und konzentriert sich dabei auf den Ausruf: Frisch und klar!

10. Zu guter Letzt...
Auch wenn jeder mit der Zeit seine eigenen Hilfsmittel und Tricks entwickelt, sollte man nicht den Kontakt zur Außenwelt verlieren. Realität ist wichtig und irgendwann hilft auch keine Entspannungsübung und Nervennahrung gegen den ermüdeten Geist. Auch für das trainierte Gedächtnis ist irgendwann mal Schluss. Man sollte seine Grenzen kennen und sich selbst nicht zu kritisch beurteilen. Belohnung und Abwechslungen in einer solch stressigen Phase sind besonders wichtig, um das innere Wohlbefinden nicht zu gefährden. 
 
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