Rocktutorium: Party im Seminar

Tutorium, das klingt nach Lernen und Langeweile – und nicht nach Spaß und Musik. Bei einem Tutorium am Mittwochabend ist es anders: Hier wird wirklich gerockt. Denn die Teilnehmer des Seminars „Jazz-, Pop- und Rockpraxis“ lernen ein neues Instrument, das sie sofort in einer vierköpfigen Band spielen. Bestanden ist das Seminar sozusagen, wenn man erfolgreich am Abschlusskonzert teilgenommen hat. Genannt: Rocktutoriumsparty.

Rocktutoriumsparty

Das Publikum wartet gespannt auf das Konzert. Voller wird es später noch zur richtigen Party. Teaserbild und Fotos: Janina Semenova

Die Kabel sind verlegt, die Scheinwerfer auf die Bühne gerichtet und der Soundcheck erledigt. Für viele Teilnehmer, die selber Musik studieren, ist es nicht das erste Mal, dass sie auf einer Bühne stehen. Doch auch Studierende aus anderen Studiengängen können am Seminar „Jazz-, Pop- und Rockpraxis“ teilnehmen. Nach einem rockigen Auftritt mit zwei Songs können sich die Studierenden bei ihren Tutoren ihren Schein abholen.

„Viel Aufwand, aber wenig Lernerei“

Simon Stockamp Fachschaft Musik

Simon organisiert die Rocktutoriumsparty gemeinsam mit der Fachschaft Musik.

„Das Seminar ist ziemlich beliebt, auch in anderen Studiengängen“, sagt Simon von der Fachschaft Musik. Die Studierenden lernen innerhalb eines Semesters ein neues Instrument. Vier stehen zur Auswahl, um eine Band zu bilden: Schlagzeug, Gitarre, Bass und Gesang. Für Musiker mit Vorkenntnissen gibt es beim Seminar auch eine Fortgeschrittenen-Stufe. „In einigen Studiengängen kann man sich das Seminar anrechnen lassen“, so Simon. Er selbst habe schon einmal mit der Gitarre und einmal mit dem Bass mitgemacht. „Viel Aufwand, aber wenig Lernerei“, fügt er grinsend hinzu.

Die Studierenden proben einmal in der Woche zwei Stunden lang. Sie haben nur eine Woche Zeit, um einen Song einzuüben und ihn dann den Tutoren zu präsentieren. Dieses Schema wiederholt sich so oft, bis am Ende fünf bis sechs Stücke eingeübt wurden. Die „Abschlussleistung“ des Seminars ist das Konzert, bei dem jede Band zwei Lieder spielt, die mithilfe der Tutoren ausgesucht werden. Aus alter Tradition heißt die Veranstaltung „Rocktutoriumsparty“. Zum einen, weil das Seminar früher „Rocktutorium“ hieß. „Das klingt auch eigentlich viel besser als ‚Jazz-, Pop- und Rockpraxis'“, sagt Simon. Außerdem wird im Anschluss wirklich gefeiert: Die Fachschaft Musik organisiert jedes Mal eine Party inklusive DJ zum Abschluss des Konzertes.

Hauptsache, es macht Spaß

Rocktutoriumsparty

Die Band "Moustaches" ist aus dem Seminar "Jazz-, Pop- und Rockpraxis II" entstanden.

Solveig nimmt schon zum zweiten Mal am Seminar teil. Sie studiert im dritten Master-Semester Musik auf Lehramt mit klassischem Gesang im Hauptfach. Deshalb sei das Rocktutorium mit dem Schwerpunkt Popgesang eine neue Erfahrung gewesen. „Eine Band zu finden, ist immer chaotisch, aber das regelt sich irgendwie“, sagt sie. Ihre Band im aktuellen Seminar bestehe komplett aus Informatikern, erzählt sie lachend. Die „Moustaches“ nennen sie sich. Auf der Bühne kleben sie sich beim zweiten Song Schnurrbärte an.

Rocktutoriumsparty

Die zwei Songs für das Konzert hat die Band sich gemeinsam mit ihrem Tutor ausgesucht.

Dass für viele Teilnehmer ihr Instrument noch neu ist, sieht man beim Konzert: So muss der Gitarrist oder Bassist öfter noch auf seine Hände schauen beim Spielen, sodass es vielleicht noch nicht ganz wie bei einem Profi aussieht. Da passiert es auch schon einmal, dass der Schlagzeugerin mitten im Song die Sticks aus der Hand fallen und die Band für eine kurze Zeit ohne den grundlegenden Beat auskommen muss. Alles kein Problem, denn beim Konzert steht hier der Spaß im Vordergrund, den man jedem einzelnen Bandmitglied auf der Bühne ansieht. Und trotzdem: Das, was innerhalb eines Semesters hier auf die Bühne gebracht wurde, kann sich wirklich sehen lassen.

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