Gendergerechtigkeit für das Studentenwerk

So sieht das neue Logo des Studierendenwerks aus.

So sieht das neue Logo des Studierendenwerks aus.

Das „Studentenwerk“ ist in „Studierendenwerk“ umbenannt worden. Der Grund: Der ursprüngliche Name wurde der Forderung des Ministeriums für Innovation, Wissenschaft und Forschung nach Genderneutralität nicht gerecht. Nachdem sich der Verwaltungsrat zunächst gegen eine Umbenennung entschieden hatte, musste das ehemalige Studentenwerk nun den Forderungen des Ministerium nachkommen.

Sinnvolle Investition oder Gendergerechtigkeit um jeden Preis? Diese Frage hatte den Verwaltungsrat des Ex-Studentwerks in Anbetracht der für eine Umbenennung erforderlichen Kosten dazu bewogen, sich in einer ersten Entscheidung gegen eine Umbenennung zu erklären.

Das Studierendenwerk musste den Forderungen des Ministeriums nun doch nachkommen

Petra Mikolajetz, Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Studierendenwerks erklärt, was für Gründe bei dieser ersten Entscheidung eine Rolle gespielt haben: „Gegen die Umbenennung sprachen aus Sicht des Verwaltungsrat mehrere Gründe. Zum Einen nimmt der Verwaltungsrat für sich in Anspruch, aufgrund der gesetzlich eingeräumten Satzungsautonomie beziehungsweise der fachlichen Eigenständigkeit, die Entscheidungsgewalt über den eigenen Namen zu haben.“ Außerdem sei auch die Wortwahl des Gesetzgebers unglücklich, so Mikolajetz. Schließlich beschreibe der Begriff „Studierender“ nicht wie der Begriff Student oder Studentin den Status einer Person, sondern die Tätigkeit des Studierens.

Wieso der Name Studierendenwerk?

 Doch wieso hat sich das Ministerium für solch eine scheinbar umständliche Bezeichnung entschieden? Hermann Lamberty, Pressesprecher des Ministeriums, hat die Erklärung: „Wir denken, dass die sprachliche Gleichbehandlung der Geschlechter für eine erfolgreiche Gleichstellung letztlich sehr bedeutsam ist. Wenn man nur das generische Maskulinum verwenden würde, dann bleiben Frauen stets unerwähnt und damit auch unsichtbar. Und deshalb genügt es in diesem Fall auch nicht, wenn man Studentinnen nur mit meint, sondern man muss es auch mit ausdrücken.“ Das Ministerium sei außerdem der Meinung, dass es der gesetzliche Auftrag sei Frauen und Männer in gleichem Maße anzusprechen und es gelte die Frauen sprachlich sichtbar zu machen, wo sie nicht sichtbar seien.

Das alte Logo wird noch so lange auf den Flyern zu sehen sein, bis diese aufgebraucht sind. Foto: Laura Baer

Das alte Logo wird noch so lange auf den Flyern zu sehen sein, bis diese aufgebraucht sind. (Foto: Laura Baer)

Die Erläuterungen des Ministerium klingen plausibel. Doch Petra Mikolajetz merkt an, was angesichts der Begründung des Ministeriums paradox erscheint: „Wir haben in der Vergangenheit keinerlei Beschwerden von Studentinnen erhalten, die sich in irgendeiner Form über den Namen beklagt haben oder sich dadurch diskriminiert fühlten.“

Und wie denken die Studierenden über den neuen Namen?

Beide Parteien haben ihre Argumente, doch was denken die Studierenden der TU Dortmund über die Umbenennung des Studentenwerks und über den neuen Namen?

 

Die Studierenden haben es schon angesprochen: Eine Umbenennung kostet Geld. Außerdem sind einige Neuerungen mit dem neuen Namen verbunden. Welche, verrät Petra Mikolajetz: „Viele Veränderungen sind derzeit noch in vollem Gange. An erster Stelle standen natürlich die rechtsverbindlichen Dokumente, zum Beispiel für den Schriftverkehr. Im weiteren Zuge wurden und werden natürlich Beschilderungen, Aushänge, Broschüren und vieles mehr geändert. Was für die meisten sicherlich sofort sichtbar wurde, sind die Änderungen auf der Internetseite oder auch bei unserem Speiseleitsystem. Alles in allem also ein sehr umfangreicher Prozess.“

 Da das Studierendenwerk die kalkulierten Kosten von 180.000 Euro für die Umbenennung selber tragen muss, haushaltet es so gut es geht mit seinen Ressourcen: „Wir haben uns dazu entschlossen, einiges an Material wie Flyer und Broschüren erst einmal zu verbrauchen und erst nach Bedarf  wieder neu zu produzieren. Einfach auch im Sinne der Nachhaltigkeit“, sagt Petra Mikolajetz.

Wieviel Gendergerechtigkeit wert sein sollte, muss letztendlich jeder Studierende selbst entscheiden.

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